Ab 2008 soll Basel ein Kulturbüro erhalten, wie es das bereits in Zürich, Bern und Genf gibt, unterstützt vom Migros-Kulturprozent und lokalen Partnern (siehe baz-Kulturmagazin vom 16.11.06). Wer schon länger im hiesigen Kulturbetrieb arbeitet, erinnert sich, dass eine solche Institution hier keine Premiere ist.
Die erfolgreiche amerikanische Bigbandleaderin kommt mit ihrem Jazz Orchestra nach Basel.
Der bekannte 53-jährige Basler Schlagzeuger zieht allein, mit Freunden und Schülern eine mehrwöchige künstlerische Zwischenbilanz.
Ein rotzfrecher, lustvoller, politisch unkorrekter Blick ins Innenleben von hypersexualisierten Stadtneurotikern.
Ein betörender Film aus Singapur erzählt vom Schmerz und der heilenden Kraft der Liebe.
Jugendkultur-Lobbyisten und Grossratsmitglieder der Basler Linksparteien fordern mehr Förderung alternativer Kultur.
In seinem neuen Programm ‹Orientierungsabend› lotet der Kabarettist das Rätselhafte aus — Rittmeyer für Fortgeschrittene!
«Niemand ist berechtigt, sich mir gegenüber so zu benehmen, als kennte er mich», schrieb Robert Walser. Vor fünfzig Jahren ist er gestorben.
Wer die ‹Antigone›-Aufführung des Od-theaters in der Imprimerie gesehen hat, konnte zugleich den Charme der letzten Basler Industriehalle mit Holzträgern geniessen.
Um eines der letzten Abenteuer geht es heute, zumindest auf gastronomischem Gebiet, um eine Expedition in unerforschtes Gelände.
Mit verschiedenen Aktionen macht die Aids-Hilfe beider Basel auf ihr Jubiläum und ihre Arbeit aufmerksam.
Die harmlose Variante sieht so aus: Ein einigermassen prominenter Mitmensch zieht an einer Kordel, ein Tuch schwebt zu Boden und enthüllt wird: ein Denkmal, ein neues Automodell oder die ultimative Espresso-Maschine.
Innen- und Aussenwelten des Menschen stehen im Zentrum einiger neuer Bildbände.
Schlosskonzerte
db. Entspannung und Genuss verspricht ein Aufenthalt in Bad Krozingen bei Freiburg im Breisgau. Man kann dort nicht nur baden oder spazieren gehen, sondern auch Musik hören – und dies auf historischen Instrumenten. Denn im Schloss Bad Krozingen, einer ehemaligen Probstei des Klosters St. Blasien, werden regelmässig Konzerte mit Musik aus dem 16. bis 19. Jahrhundert veranstaltet. Die hauseigene Instrumentensammlung umfasst rund 50 kostbare Klangkörper, darunter die wichtigsten historischen Tasteninstrumente wie Spinett, Cembalo, Clavichord, Hammerflügel, Tafelklavier etc. Die Gesellschaft der Freunde der Schlosskonzerte e.V. organisiert die Anlässe, an denen sich oft auch MusikerInnen aus Basel beteiligen, u.a. der Pianist Samuel Kopp, der in seinen eigenen vier Wänden auch gediegene private Hauskonzerte durchführt.
Adventskonzert ‹Meister der barocken Kammermusik›: Sa 2.12., 15.30, und Weihnachtskonzert ‹Die ersten Klavierkonzerte›: Sa 16. und So 17.12., 15.30, Schloss Bad Krozingen, Am Schlosspark 7. Kartenreservation empfohlen, www.bad-krozingen.de
Aktualisierte Oper
az. Mozarts lange vernachlässigtes Singspielfragment ‹Zaïde› hat plötzlich Hochkonjunktur. Das liegt wohl nicht nur an der wunderbaren Musik, sondern auch an der offenen Form: Erhalten sind 15 Gesangsnummern, nicht aber der gesprochene Text und das Finale, so dass jede/r InterpretIn die Geschichte vom europäischen Sklaven Gomatz, der sich in die Haremsdame Zaïde verliebt und mit ihr aus der Gefangenschaft fliehen will, selbst ausdeuten und zu einem Ende führen kann. In der letzten Saison war ‹Zaïde› am Theater Basel als bunt-vergnügliche Kinderoper zu erleben; nun kehrt sie als Musiktheater zurück. Die israelische Komponistin Chaja Czernowin hat Mozarts Fragment mit dem eigenen Werk ‹Adama› ergänzt und thematisch erweitert. Es erzählt in einem suggestiven Raum aus Klängen und Geräuschen von der Liebe einer Israelin und eines Palästinensers von heute. ‹Zaïde/Adama› ist eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, wo sie im Sommer zu sehen war. Konzerte mit Werken Czernowins, die die Basler Einstudierung als Composer in Residence begleitet, sind geplant.
‹Zaïde/Adama›: ab So 17.12., 19.00 (Premiere), Theater Basel
Bekannter Unbekannter
cz. Wenn das Fernsehen keine Erkennungsmelodie für die Eurovision gesucht hätte – was wüssten wir heute von Marc Antoine Charpentier? Der bedeutendste Komponist des französischen Hochbarock, geboren 1643 in Paris, geriet nach seinem Tod 1704 in Vergessenheit, seine etwa 550 Werke schlummerten in der Bibliothèque Nationale. Dank der Eurovision kam Charpentier posthum zu neuen Ehren. An den Kirchen Saint-Louis und La Chapelle tätig, schrieb er hauptsächlich geistliche Werke. Eine Stelle am Hofe des Sonnenkönigs blieb ihm verwehrt. Möglich, dass Intrigen Lullys dies verhinderten, der, nach einem Streit mit Molière, durch Charpentier ersetzt wurde. Die Basler Münsterkantorei bringt diese Weihnacht unter ihrem Chorleiter Stefan Beltinger das (Eurovisions-) ‹Te Deum› und die ‹Messe de minuit›, begleitet von historischen Instrumenten, zur Aufführung.
Basler Münsterkantorei singt M.A. Charpentier: Sa 23.12., 20.00 (‹Te Deum›, ‹Messe de Minuit›) und So 24.12., 22.00 (‹Messe de minuit›), Basler Münster
Impressionen aus Asien
db. Wer Akkordeon, Saxophon und einen erfrischenden Mix aus Jazz, indischer Musik und Vokalimprovisation mag, wird sicher auch die Kompositionen der Basler Jopo und Ingeborg Poffet mögen. Seit 1989 treten sie zusammen in verschiedenen Formationen und Projekten auf. Zahlreiche Aufenthalte in Indien haben sie inspiriert, Elemente der nordhindustanischen Musik (Schlagart, Rhythmen und Skalen) in ihre eigenen Kreationen einzubeziehen. Dies ist u.a. auf der CD ‹Indian Book› zu hören, die soeben als Re-Mix aufgelegt wurde; die Noten dazu sind ebenfalls erhältlich. Anfang Dezember spielt das Duo, zusammen mit dem bekannten Tabla-Virtuosen Udai Mazumdar, live in Basel.
CD ‹Indian Book›. Re-Mix 2006, Xopf-Records Nr. 034, www.duofatale.ch. Noten dazu unter www.augemus.de. Konzert Jopo, Poffet, Mazumdar: Fr 1. bis So 3.12., Mitte
Latein-Comeback
cz. Latein, die tote bzw. totgesagte Sprache ist wieder im Kommen. Allein in Deutschland gabs 2005 neun Prozent mehr LateinschülerInnen. Und auch die Popmusik hat Latein entdeckt: Mitte November erschien die CD ‹Album Omnium Temporum Latine Cantatum Optimum›, ganz unbescheiden ‹Das beste lateinisch gesungene Album aller Zeiten›. Die InterpretInnen stammen aus verschiedenen Ländern, das stilistische Spektrum ist breit: Tango, Hip-Hop oder Rock and Roll geben u.a. den Dichtern Catull und Vergil, dem Staatsmann Caesar, dem Historiker Tacitus oder der Mystikerin Hildegard von Bingen ganz neue Ausdrucksmöglichkeiten. Von Liebe, Politik, Revolte und Weltuntergang ist die Rede. Und selbst Elvis und Kaiser Nero, der Abgott aller Pyromanen, haben ihren groovenden Auftritt. Ein grosses Experiment nennen die Herausgeber den Sampler, der zeigt, dass auch Latein geeignet ist, heutige Sachverhalte auszudrücken.
‹Album Omnium Temporum Latine Cantatum Optimum›, Hrsg. Raphael Zehnder, Eric Facon. Faze Records, 2006. CHF 30, www.faze.ch
20 Jahre Neues Kino
db. Jubiläen sind offenbar kein Thema für den sympathischen kleinen Kinobetrieb am Stadtrand, der sich seit 20 Jahren trotz wechselnder Teams und knapper Finanzen mit erstaunlicher Kontinuität behauptet und eine verschworene Fangemeinde hat. Das Neue Kino wurde 1986 in der Alten Stadtgärtnerei gegründet, wo bis zu deren Räumung 1988 über 150 Vorstellungen stattfanden. Nach einigen provisorischen Standorten konnten die InitiantInnen 1991 das heutige Domizil beziehen, ein vormals besetztes Haus, dessen Abbruch verhindert wurde und das nun der Wohngenossenschaft Klybeck gehört. Noch immer organisiert eine kleine Gruppe ehrenamtlich tätiger FilmliebhaberInnen das Programm, gezeigt werden zweimal wöchentlich thematisch gewählte Werke, Dokumentar-, Experimental- und Spielfilme, Videoproduktionen oder die Auswahlschau eines Festivals. Das Neue Kino bietet anspruchsvolle, innovative, sperrige Unterhaltung und fördert den Austausch zwischen Filmfans. Es kann auch gemietet werden.
Neues Kino Basel, Klybeckstr. 247, Hinterhof
www.neueskinobasel.ch
Obskure Filme
db. Weder anspruchsvoll noch politisch korrekt wollen die Organisatoren des Filmfestivals ‹Clair-obscur› sein, dessen neunte Ausgabe auch heuer einen frechen Kontrast zum üblichen Adventstreiben bildet. An drei Abenden zeigen sie etliche neuere Spiel-, Kurz- und Experimentalfilme, die zwischen Kunst, Provokation und Satire pendeln und lustvoll mit Tabus spielen. Wer es geniessen will, braucht Sinn für schrägen Humor und bizarre Fantasien.
9. Filmfestival ‹Clair-obscur›: Do 14. bis Sa 16.12., Imprimerie, St. Johanns-Vorstadt 19. Freier Eintritt. Ab 18 Jahren. Programm: www.clair-obscur.ch
Trophäenjagd
db. Ein Dokumentarfilm von Barbara Zürcher und Angelo Lüdin, die sich beide beruflich mit Fotografie beschäftigen, ist dem Leben und Werk einer Obwaldner Fotografendynastie gewidmet. Grossvater, Vater und Sohn Reinhard sind Sensationen des Alltags auf der Spur, sie fotografieren im Auftrag lokaler Tageszeitungen und internationaler Rennsportmagazine. Ihre Bilder erzählen Lokal-, aber auch Foto- und Mediengeschichte und sind damit wichtige Zeitzeugnisse.
‹Trophäen der Zeit›: So 3.12.
Kulturelle Lichtblicke
db. Vor einem Jahr fand mit grossem Erfolg die erste Liestaler Kulturnacht ‹Lichtblicke› statt. Von lokalen Kultur- und Gastrobetrieben sowie der Stadt gemeinsam organisiert, ist heuer erneut ein vielfältiges Programm entstanden. Neben Festbeleuchtung und kulinarischen Glanzlichtern kann man ‹zappend› Kurzveranstaltungen erleben: Spukgeschichten im Museum.BL, russische Poesie im Dichter- und Stadtmuseum, Jazz mit Flöten in der Kulturscheune, eine Lesung von Max Küng in der Kantonsbibliothek sowie Theatersport im Theater Palazzo und Adventsmusik im Harmonium-Museum.
‹Lichtblicke›: Fr 1.12., 17.30 bis 2.00, diverse Orte, Liestal, www.liestal.ch
Kunst für Kids
db. Seit Oktober bietet das Vorstadt-Theater
jeden Sonntagmorgen ein Theaterprogramm für Familien an. Für nur zehn Franken Eintritt können Gross und Klein Gastspiele oder Eigenproduktionen geniessen. Auch an den Festtagen ist das Theater geöffnet; gezeigt wird die vergnügliche Weihnachtsgeschichte ‹Schlittentaxi›, – das erste Stück der Jungautorin Esther Becker, das im Rahmen der Werkstattreihe für Neue Dramatik entstanden ist. – Das Duo Thorgevsky & Wiener hat seine erfolgreiche Bühnenproduktion ‹Bremer Stadtmusikanten› nun auch als Hörspiel mit viel Musik aufbereitet. Zudem sind weitere CDs mit Geschichten und Liedern für Kinder erhältlich.
‹Schlittentaxi›: ab Sa 16.12., Vorstadt-Theater
Hörspiel-CD ‹D’ Bremer Stadtmusikante›, www.kirchenfeld.net, www.wiener.ch
Adventskalender
db. Ein kultureller Adventskalender wird im Basler Marionetten Theater angeboten: Täglich zum Feierabend präsentieren KünstlerInnen der Region überraschende Kurzauftritte mit Theater, Tanz, Literatur, Musik oder Figurenspiel. Vor und nach der Vorstellung ist die Theaterbar geöffnet.
Auch die Ensembles des Theater Basel laden zu einem heiter-besinnlichen Adventskalender mit viel Literatur, Musik und Comedy ein.
‹Adventskalender›: Fr 1. bis Sa 23.12., 17.30 bis 19.00 (Vorstellung immer um 18.00, Dauer ca. 20 Min.), Basler Marionetten Theater, Münsterplatz 8
‹Adventskalender›: Fr 1. bis Fr 22.12., 17.30, Theater Basel
Theaterlegende
db. Werner Düggelin ist auch Menschen, die seine Direktionszeit am Theater Basel von 1968 bis 1975 nicht selbst erlebt haben, ein Begriff, die ‹Ära Dügg› unvergessen. Der 1929 im Kanton Schwyz geborene Regisseur hat Theatergeschichte geschrieben, vor allem durch sein leidenschaftliches Wirken in Basel und Zürich. Die Publizistin und Kritikerin Beatrice von Matt hat über den grossen Theatermann ein kenntnisreiches Buch verfasst, das nun in Anwesenheit von Düggelin vorgestellt wird; der Basler Kritiker Alfred Schlienger führt durch den Abend.
‹Die Ära Düggelin›: Do 7.12., 19.00, Literaturhaus Basel. Buch: Beatrice von Matt, ‹Werner Düggelin – Porträt und Gespräche›, NZZ Libro, Buchverlag Neue Zürcher Zeitung, 2006. 344 S., gb., CHF 44
Familienabgründe
ds. Eine wahrhaft unangenehme Stimmung geht von der Patchwork-Familie aus, die uns Jon Fosse in seinem Stück ‹Besuch› vorführt: Die Tochter, Opfer eines sexuellen Übergriffs durch ihren Stiefvater, vegetiert in apathischer Absonderung dahin. Ihre Mutter hält in an Hysterie grenzender Selbstlüge zu diesem Mann, der weniger Unhold als die personifizierte Frustration ist. Nur der Sohn kämpft noch gegen die Selbstaufgabe an, allerdings mit wenig Erfolg. Der neue Schauspielchef Elias Perrig hat sich etwas Zeit gelassen für seinen Basler Einstand als Regisseur. Mit seiner überaus sorgfältigen und dichten Inszenierung vermag er nun den durchzogenen Eindruck, den der Schauspiel-Neustart hinterliess, zu korrigieren. Das Stück, das sieben Jahre nach seiner Entstehung erst jetzt seine deutschsprachige Erstaufführung hatte, gehört sicher nicht zum Besten, was der norwegische Star-Dramatiker geschrieben hat. Zu erleben ist aber ein Abend, der zu packen und zu berühren vermag.
‹Der Besuch›: Fr 1., Mi 6., Mi 13., Mo 18., Mi 20., Do 21.12., Schauspielhaus
Literatur-Kalender
db. Seit Jahren gibt der Arche Verlag Kalender heraus, die in Haushalten von Bücherwürmern zum Inventar gehören. Der Literatur-Wandkalender für 2007 ist dem Thema Erfolge und Misserfolge gewidmet und zeigt mit wöchentlich wechselnden Bildern und Zitaten von Schreibenden, was deren Karrieren beflügelt und bedroht hat. Ein neuer Kalender in ähnlicher Aufmachung führt durch die viersprachige Kulturlandschaft der Schweiz. Texte und Bilder von Schweizer Literatur- und Kunstschaffenden und solchen, die hier heimisch wurden, geben Einblicke in Land und Leute. Der Arche Küchen Kalender schliesslich enthält Statements von DichterInnen über Tafelfreuden aus Vergangenheit und Gegenwart sowie passende Rezepte. – Eine Augenweide sind auch die Kalender, die Kinder in Leipzig mit eigenen Geschichten und Linolschnitten gestalten; der neue schildert farbenfroh einen Spaziergang im Zoo.
Arche Literatur Kalender 2007, CHF 33
Kalender Schweiz 2007 CHF 29.95
Küchen Kalender 2007, CHF 35
Buchkinder-Kalender 2007, Leipzig, CHF 21, www.buchkinder.de
Bibel neu gelesen
cz. Begleitet von viel Vorabkritik, ist diesen Bücherherbst ein Grossunternehmen abgeschlossen worden: die ‹Bibel in gerechter Sprache›. Über 50 ÜbersetzerInnen aus dem Umkreis der feministischen Theologie und des christlich-jüdischen Dialogs haben eine Bibel für heute verfasst, die in den Gemeinden fortlaufend auf ihre Praxistauglichkeit überprüft wurde. Dem amerikanischen Vorbild der ‹inclusive language› folgend, meint gerecht eine nicht ausgrenzende, nicht diskriminierende Sprache. Die neue Bibel will gender- und sozialgerecht sein und sich mit dem christlichen Antijudaismus auseinandersetzen. Sichtbare Lesevarianten zeigen auch das Mitgemeinte, Nichtausgesprochene der Texte. Ob dieser ‹politisch korrekte Eifer› und die eigene Zeitbrille nicht den, historisch bedingten, Originaltext verfälschen, muss sich im Diskurs zeigen. Den möchte die neue Bibel fördern, um Wegbereiterin für künftige Übersetzungen zu sein.
‹Bibel in gerechter Sprache›, Gütersloher Verlagshaus, 2006. 2400 S., gb., CHF 44.60
Adventsmeditationen
db. Einen kleinen, feinen und ansprechend gestalteten Adventskalender haben die Mitarbeitenden des Basler Forums für Zeitfragen zusammengestellt. Sie haben sich ganz individuell mit Weihnachts- und Adventsliedern auseinandergesetzt und ihre Gedanken dazu in Kommentaren, Gedichten, Erzählungen, Gebeten etc. festgehalten. Für jeden der 35 Tage, vom ersten Adventssonntag bis zu Epiphanias, erhält man so eine Reihe von Anregungen, die Vorweihnachtszeit bewusster zu gestalten. Z.B. mit ‹Stille Nacht› auf hawaianisch:
Po hamau, po hemolele
Malie na mea a pau a ke`alohi
E puni Laua `ano Akua
Keiki Hemolele me lauoho pi`ipi`i
Moe me ka maluhia lani
Moe me ka maluhia lani
Adventskalender ‹O du fröhliche› vom 3.12. bis 6.1., Hrsg. Forum für Zeitfragen, Verlag TVZ, 2006. CHF 14. www.forumbasel.ch
Friedensfrauen
db. Zu allen Zeiten hat es Frauen gegeben, die sich gegen die herrschenden Machtstrukturen aufgelehnt und für Veränderungen gekämpft haben. Auch in der Schweiz taten sich vor 25 Jahren Frauen zusammen, weil sie nicht mehr schweigen wollten zum Kalten Krieg, zur atomaren Aufrüstung, zu einer lebensfeindlichen Politik und Wirtschaft – und um ihrer Hoffnung auf eine friedliche Welt Ausdruck zu verleihen. Es war der Beginn einer Bewegung, die sich später ‹Frauen für den Frieden› nennen sollte. In Basel entstand sie aus einer Hilfsaktion für Frauen in Chile und vereinigte von Beginn weg Frauen mit verschiedenen Hintergründen und Weltanschauungen. Die Geschichte dieser Bewegung liegt nun als reich bebilderte Dokumentation vor, erstellt von sieben Autorinnen, die in neun Kapiteln Denken und Wirken der ‹Frauen für den Frieden› anschaulich schildern und dazu einladen, die Arbeit weiterzuführen.
‹Friedfertig und widerständig›, Frauen für den Frieden Schweiz, Verlag Huber, Frauenfeld, 2006. 303 S., zahlr. Abb., kt., CHF 36. Infos: www.frauenfuerdenfrieden.ch
Liebestrünke
db. Wermutblätter, Fenchelkraut, Lakritze-Wurzel, getrockneter Sternanis und Alkohol sind die Zutaten zur Herstellung von Absinth. Seit 2005 ist die ‹Grüne Fee› wieder legal erhältlich, nachdem das stimulierende Getränk während fast hundert Jahren in der Schweiz verboten war. Seine bewegte Geschichte sowie viele weitere Informationen zu stärkenden, berauschenden, geheimnisvollen Trünken und Elixieren finden sich im Band ‹Liebestrünke› von Kurt Lussi. Mit Text- und Bildbeiträgen werden Mythen, Riten und Rezepte vorgestellt, die zum Teil seit Jahrhunderten von Liebenden und solchen, die es gerne wären, angewendet und gepriesen werden. Zimt und Sandelholz, Muskatnuss und Nelkenöl, Anis und Ingwer, selbst Cannabis, Moschus und Ambra spielen dabei eine Rolle. Mit Mass genossen wirken sie in Kräuter- und Gewürzweinen, Likören und Schnäpsen anregend, heilend und haben heute noch einen festen Platz in Küche und Medizin.
Kurt Lussi, ‹Liebestrünke›. Mythen, Riten, Rezepte. AT-Verlag, Baden 2006. 120 S., Abb., gb., CHF 36
Sinnesfreuden
db. Mehr als nur Gaumenfreuden bietet das vor einem halben Jahr eröffnete Restaurant Les Gareçons im Badischen Bahnhof an. Im grossen rauchfreien Saal finden, wenn das Restaurant geschlossen ist und die Küche mit reduzierter Karte arbeitet, Tanzabende in Kooperation mit Tango- und Salsaschulen und der Danzeria statt. Ausserdem kann man sich neu an bestimmten Tagen gratis den Kopf, Nacken oder Rücken massieren lassen. Auf die leckeren Gerichte macht schon die Website Appetit.
Les Gareçons Basel, im Badischen Bahnhof, Schwarzwaldallee 200, T 061 681 84 88, www.lesgarecons.ch
Leidenschaften
db. Anfang Jahr wurde im Unternehmen Mitte die Weinbar mit dem neuen Namen ‹vino & altre passioni› und neuem Konzept eröffnet; Ende Oktober startete sie in die Wintersaison. Jeden Freitagabend präsentieren die drei Gastgeber Michael Harr, Christoph Honegger und Thomas Haag in rauchfreiem, gemütlichem Ambiente eine Auswahl an feinen Weinen mit passenden kleinen Leckerbissen. Und ab und zu erzählt ein Gast auf Einladung und ohne kommerzielle Absicht von der eigenen Passion, seinem feu sacré.
‹vino & altre passioni›: jeden Fr ab 19.30, Mitte, Weinbar, 1. Stock
Kunstplattform Delta
db. Ausstellungsräume scheint es nie genug zu geben, und erst recht keine non-profit-Galerien. Genau eine solche aber werden drei kunstsinnige Freunde eröffnen: der Kurator Heinz Stahlhut und der Restaurator Reinhard Bek, die beide am Museum Tinguely tätig sind, sowie der Pianist Stefan Hoeltz. Vier Ausstellungen pro Jahr haben sie sich vorgenommen, jeder organisiert eine mit KünstlerInnen oder zu einem Thema seiner Wahl, und zum Jahresende machen sie eine gemeinsam. An ihrer ersten zeigen sie unter dem Motto ‹Line and Color› einen Zyklus von grossformatigen Serigrafien Sol Lewitts von 1991 und Bilder des im Basler Bollag-Areal arbeitenden Künstlers Jürgen Schmid. Der Erlös aus verkauften Werken geht jeweils direkt ohne Abzug an die Kunstschaffenden.
Eröffnung: Sa 16.12., 17.00, Delta Galerie und Kunstraum, Mülhauserstr. 98
Ausstellung Lewitt/Schmid: bis Feb. 2007
Kunst & Handwerk
db. Wohl in keiner anderen Strasse Basels befinden sich auf nur wenigen Metern so viele Kleingeschäfte mit Schmuck und Kunsthandwerk wie in der St. Alban-Vorstadt. Und statt Konkurrenz bevorzugen die Ansässigen gemeinsame Aktionen, etwa am ersten Adventssonntag, an dem sie ihre Türen öffnen und ihre Trouvaillen und neuen Kreationen präsentieren: Ethno-Textilien, antiken Schmuck sowie eine breite Palette edler zeitgenössischer Goldschmiedearbeiten.
Ebenfalls eigene Werke – filigrane Figuren und Gewebe, Körper- und Raumobjekte – zeigen die Glaskünstlerin Marianne Kohler und die Textilschaffende Marlise Steiger in einer gemeinsamen Ausstellung.
‹7 mal Schmuck auf 150 Metern›: So 3.12., 12.00—17.00, St. Alban-Vorstadt (Carambol, Jean-Pierre Keller, Margie Landolt, Chantal und Marcus Keller, Chantal Kraus, Rigobert Keller und Raphael Schicker)
Ausstellung Marlise Steiger und Marianne Kohler: Do 30.11., 17.00 (Vernissage) bis Sa 23.12., Mo bis Fr 14.00—19.00, Sa 11.00—17.00
Matthäus-Zimtmarkt
db. Seit Mitte August wird der Matthäusplatz im Kleinbasel samstags von einem bunten Gemüse- und Obstangebot aus der Region belebt. Nun kommen beim ersten ‹Zimtmarkt zu Weihnachten› kunsthandwerkliche Produkte von GestalterInnen und sozialen Einrichtungen aus dem Quartier und der Nordwestschweiz dazu. Mode, Lederwaren, Glaskunst, Gewürze, Kinderspielzeug, Holzarbeiten, Kerzen, Christbäume und Kulinarisches erwarten die Gäste. Die Mischung von Erzeugnissen verschiedener Kulturen und Traditionen wird für ein spezielles Ambiente sorgen.
Obst- und Gemüsemarkt: jeden Sa 8.00—13.00, Matthäusplatz; ‹Zimtmarkt›: Sa 16.12., ab 10.00—17.00, Infos: www.matthaeusmarkt.ch
Ausserdem: Adventsmarkt: Di 5. bis Fr 8.12., ab 10.00, Rümelinsplatz
Basler Weihnachtsmarkt: bis Sa 23.12., 11.00—20.00, Barfüsserplatz




