Alles neu macht der Mai! Wir haben unseren Webauftritt mit vielen attraktiven Accessoires völlig neu gestaltet. Unsere Internet-Plattform wird Sie ab Anfang Mai 2006 noch umfangreicher über das vielfältige Kulturangebot im Raum Basel informieren.
Genau vor einem Jahr haben wir ihn in dieser Rubrik vorgestellt, jetzt heisst es leider schon wieder Abschied nehmen.
Der Basler Journalist Dieter Kohler stellt sein Buch über die Westschweizer Musikszene bei einer ‹Soirée Romande› vor.
Der Trompeter Feya Faku wird erster Artist in Residence im Bird’s Eye und vermittelt in Konzerten und Workshops südafrikanischen Sound und Alltag.
db. Eine achtzigjährige Filmperle ist demnächst zu geniessen: ‹The General› von Buster Keaton. Und zwar mit Livemusik, die der leidenschaftliche Stummfilm-Liebhaber und Komponist Carl Davis 1987 dafür schrieb, und die stark zur Wiederbelebung dieses Werks beitrug.
Michael Winterbottom zeigt die Leidensgeschichte mutmasslicher Al-Kaida-Terroristen im Umfeld des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba.
Mit einer speziellen Produktion verabschiedet sich die Schauspielcrew des Theaters Basel von ihrem Publikum.
Im Rahmen der 10. Ausgabe des internationalen Tanzfestivals Steps präsentiert Raimund Hoghe seine Version von Strawinskys ‹Sacre du Printemps›
Annemarie Pieper zeigt in ihrem ersten Roman ‹Die Klugscheisser GmbH› Chancen und Grenzen philosophischer Praxis.
Der Basler Historiker Daniel Hagmann hat eine etwas andere Art von Marienforschung betrieben. Das Ergebnis: ‹Ach Maria›.
Teniente Mario Conde ist ein melancholischer Nostalgiker. Er hadert mit dem Leben im Allgemeinen und insbesondere mit dem eigenen. Dem vorrevolutionären Kuba der Fünfzigerjahre trauert er ebenso nach wie seinen jung-idealistischen Träumen, die irgendwo verloren gingen zwischen politischer Realität und privatem Schicksal.
Dem «sprach- und bildmächtigsten Autor» der deutschen Nachkriegszeit ist eine grosse Sonderschau gewidmet.
Als ich gefragt wurde, ob ich diese Kolumne schreiben würde, fiel mir zunächst etwas ein, das ich kürzlich an einer Eröffnungsrede gehört hatte: Was soll man noch Gescheites über Literatur sagen? Es wurde bereits alles gesagt – und das von Menschen, die hier mehr zu bieten haben als ich.
Solange man das noch darf, möchte ich hier ein kleines Ständchen darbringen, ein Loblied soll es sein. Eines auf jene Radfahrer – tatsächlich sind es hier praktisch ausschliesslich Männer –, die gemütlich rauchend die Wettsteinbrücke runter- und (seltener) raufpedalen...
db. An sechs Orten des Landes wird demnächst ‹hip hop on tour› präsent sein. Im Rahmen des Pro Helvetia-Programms ‹swixx› zum Kulturenmix in der Schweiz realisiert der in Basel domizilierte Verein ‹beat on the street› diverse Konzerte mit vorgängigen Workshops, in denen die Grundelemente der Hip-Hop-Kultur – Graffiti, Rap, DJ’ing und Break Dance – erarbeitet werden können. Junge Frauen sind dabei besonders willkommen, «um frauenfeindliche Barrieren abzubauen».
Von Jugendlichen und ehrenamtlichen Fachleuten bestritten wird auch das Musikfestival ‹Springtime› in Münchenstein. Der erste Abend steht ebenfalls im Zeichen des Hip-Hop, am zweiten gibts mehr Abwechslung.
‹hip hop on tour›: Sa 27.5., ab 14.00, Schiff, Westquaistr. 19, www.beatonthestreet.ch
‹Springtime›-Festival: Sa 5./So 6.5., ab 18.00, Walzwerk, www.springtimefestival.org
Musikalisches Stedtli
db. Ein Open-Air-Musikfestival für kleine und grosse Menschen wird Ende Mai Liestal beleben. Organisiert vom Zürcher Michael Furger, startet dort bereits zum dritten Mal die ‹Kinderkonzerte›-Tour, die in zwölf weiteren Schweizer Orten gastieren wird. Dabei treten bekannte Namen mit pfiffiger Unterhaltung auf, neben Linard Bardill etwa Gardi Hutter und Erika Stucky. Abends dann wird die Infrastruktur für das erste ‹LiestalAir› genutzt, an dem sich drei Formationen der Region präsentieren: Baith Jaffe (Klezmer), Limon y Menta (Salsa) und Famara (Reggae). Dieses ‹Erwachsenenprogramm› mit so genannter Worldmusic verdankt sich einem engagierten Verein und dürfte ein breites Publikum ansprechen.
Kinderkonzerte: Sa 27.5., 14.30 (Hutter und Stucky); So 28.5., 15.00 (Linard Bardill). Infos: www.kinderkonzerte.ch
LiestalAir: Sa 27.5., 19.30
Musik und Kunst
db. Sie wurde zwar nicht demokratisch gewählt, ‹regiert› aber schon seit 25 Jahren und mit grossem Erfolg: Die Regierung. Sie besteht aus fünf Männern mit einer Behinderung und einem ‹normal behinderten› Mann, die im Toggenburg eine Kunst- und Lebensgemeinschaft bilden. Mit Akkordeon, Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Perkussion, Stimme und Bass erzeugen sie eigenwillige Improvisationen zwischen Rock und Jazz. Neben der Musik sind sie vielfältig künstlerisch tätig. Mittlerweile fast alle über 40, haben sie etliche spannende Projekte realisiert, u.a. an der Expo, sowie einen Regierungstausch mit St. Galler PolitikerInnen. Christian Davi hat einen preisgekrönten Videofilm über sie gedreht, und auch ein reich illustriertes Buch ist erschienen. Zu seinem Jubiläum präsentiert das Kollektiv im ‹kulturpunkt› ein Konzert und eine Ausstellung. Sie wird von Fotos aus der Bandgeschichte und einer Gesprächsreihe zum Thema ‹Kunst und Behinderte› ergänzt. Zudem tritt die Basler Gruppe Die Einweicher auf, die auch schon seit zehn Jahren zusammen musiziert.
25 Jahre Die Regierung — Musik und Bilder:
Sa 29.4. (18.00 Vernissage, 20.30 Konzert Die Regierung) bis Sa 20.5., ‹kulturpunkt› im Walzwerk, Münchenstein. www.die-regierung.ch
Seneparla-Gastmahl-Gespräche: Di 2./9.5. und 6./20.6., jeweils 19.30. Konzert Die Einweicher: Sa 13.5., 19.00. www.kulturpunkt.ch
Frühlings-Sehnsucht
db. Der Schnittstelle zwischen Kunst und Musik ist auch der ‹Service de Sanglier› von Tina Z’Rotz und Nicole Boillat gewidmet. Ein Gefäss für bildende KünstlerInnen, die in ihren Performances, Videos oder Installationen auch mit Worten, Klängen, Geräuschen und Sound arbeiten. Diese Tonkunst wird kaum je archiviert und stellt im Grunde eine eigene Gattung dar. ‹Service de Sanglier› vergibt Aufträge für Kompositionen zu bestimmten Themen und bringt innovative Hörstücke als CD heraus, aktuell etwa zu Sehnsuchtsvisionen des Frühlings, an der sich über 20 Kunstschaffende beteiligten.
‹Spring bring me melancholic›: Fr 5.5., 19.00 (Apéro), Lodypop, St. Johanns-Vorstadt 72;
Sa 6.5., 17.00 (CD-Release und Performances), Via, Uferstr. 90
Politisches Kino
db. Wer den ‹Tag der Arbeit› passend beschliessen will, findet im Stadtkino das entsprechende Angebot: Unter dem Titel ‹Hoch die! Nieder mit! Kampf dem!› sind Filmbeispiele aus Arbeiter- und Gewerkschaftskreisen zu sehen. Die Schweizerische Arbeiterbildungszentrale (SABZ) engagierte sich ab 1911 für ‹wertvolle› Filme, welche die Massen nicht zerstreuen, sondern bilden sollten. Es werden Ausschnitte von den krisenhaften Dreissigerjahren bis zur beginnenden Hochkonjunktur der Nachkriegszeit gezeigt und von drei Experten erläutert und diskutiert. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe ‹Erlebte Schweiz›, die thematische Reprisen aus alten Film- und Tonbeständen organisiert.
Gewerkschaftsfilme: Mo 1.5., 17.30, Stadtkino. Mit Christian Koller, Herrmann Strittmatter und Gregor Dill (Moderation).
Nacherzählte Filme
db. Es kann ätzend, lustig, spannend oder bewegend sein, wenn jemand einen Film nacherzählt, je nach Fantasie und Talent. Der Musiker Axel Ganz und der Filmer Bernd Terstegge haben für diese spezielle Kunst ein Festival kreiert, das nach sieben Ausgaben in Düsseldorf und Berlin nun erstmals auch in der Schweiz durchgeführt wird. An ‹Total Recall› kann jede/-r teilnehmen und bekommt zehn Minuten Zeit, einen (Lieblings-)Film zu schildern. Ob Pantomime, Stand-Up-Comedy, Märchenerzählung oder Filmanalyse – alles ist erlaubt, nur keine Hilfsmittel. Das Publikum entscheidet über den besten Beitrag, dem die ‹Silberne Linde› verliehen wird.
‹Total Recall›, Internationales Festival des nacherzählten Films: Sa 20.5., Theaterhaus Gessnerallee, Zürich (Anmeldung bis 1.5.), Infos: www.total-recall.org
Schwullesbisches Kino
db. Passend zu den diversen Gay-Festivals finden im Mai und Juni auch spezielle schwullesbische Filmfestivals statt. In Zürich und Frauenfeld etwa zeigt ‹Pink Apple› über 80 Kurz- und Langfilme aus aller Welt, die meisten davon als Premieren. Das grösste Homo-Filmfestival der Schweiz erwartet gegen 6000
Gäste. In Freiburg i.Br. wird die ‹Schwule Filmwoche› durchgeführt, die trotz knapper Mittel ein vielfältiges Programm mit Dokumentar- und Spielfilmen präsentiert. Und auch die ‹Freiburger Lesbenfilmtage› haben wieder einige Überraschungen anzubieten.
9. ‹Pink Apple›: Do 4. bis Mi 10.5., Arthouse Movie, Zürich; Fr 12. bis So 14. und Fr 19. bis 21.5., Frauenfeld, www.pinkapple.ch
22. Schwule Filmwoche: Do 4. bis Mi 10.5., Freiburg, www.schwule-filmwoche.de
16. Freiburger Lesbenfilmtage: Do 15. bis So 18.6., www.freiburger-lesbenfilmtage.de
Feuriger Flamenco
db. Auf 20 Jahre Bühnentätigkeit und Flamencotanzschule kann die Tänzerin und Tanzpädagogin Tina Wyss zurückblicken. 1962 in Liestal geboren und u.a. in Madrid ausgebildet, eröffnete sie 1986 ihre Tanzschule La Tina und 1997 das eigene Tanzstudio La Rosa im Werkraum Warteck. Dort werden wöchentlich mehrere Klassen aller Niveaus unterrichtet, die Fortgeschrittenen tanzen zur Live-Begleitung eines Gitarristen. 1999 gründete Wyss das Ensemble La Tina, heute The Amber Ensemble, dem versierte MusikerInnen verschiedener Stilrichtungen aus Spanien, Osteuropa und der Schweiz angehören und das vom Gitarristen Michael Abramski geleitet wird. Die Gruppe veröffentlichte eine hörenswerte CD und arbeitet auch mit einem Feuerkünstler zusammen. Tanz, Musik und Feuer verbinden sich zu einer expressiven Bühnenschau.
Jubiläumsfest Tanzschule: Sa 6.5., 20.30. Theater Scala
La Tina & The Amber Ensemble: Sa 13.5., 20.30, Theater Scala, www.flamenco-rosa.ch, www.theamberensemble.com
Oltner Kabarett-Tage
db. Die Satire mache den Menschen erst zum Menschen, heisst es im Programmheft der Oltner Kabarett-Tage. Rund ein Dutzend Frechdachse aus dem deutschsprachigen Raum geben während fünf Tagen ihre bissigen Kommentare zu privaten und politischen Befindlichkeiten zum Besten. Mit von der Partie ist u.a. das Trio Birkenmeier/Vogt/Birkenmeier mit seinem neuen, ebenso spielerisch-poetischen wie pointierten Programm ‹schillernd›. Ergänzend zu den Live-Auftritten ist der Dokumentarfilm ‹Es lebe das Kabarett!› von Werner Zeindler zu sehen. Und mit dem diesjährigen ‹Cornichon› wird das Berliner Lästermaul Martin Buchholz ausgezeichnet.
19. Oltner Kabarett-Tage: Mi 17. bis So 21.5., Stadttheater, Kino Lichtspiel, Olten. Vorverkauf: 079 222 27 38, www.kabarett.ch, www.martinbuchholz.de
Frauenstadtrundgänge
db. Stadtgeschichte aus Frauensicht ist das Anliegen des Vereins Frauenstadtrundgang, der seit 16 Jahren Alternativen zu herkömmlichen Führungen anbietet. Auf anschauliche Weise vermitteln Studierende und Wissenschaftlerinnen verschiedener Fachrichtungen einem breiten Publikum damit auch Einblicke in die aktuelle Frauen- und Geschlechterforschung. 28 thematische Rundgänge und 10 Publikationen wurden bisher erarbeitet, u.a. zu Frau und Mode, berühmten Paaren oder Frauen und
Religion. Zwei neue beschäftigen sich mit Frauenrechten und mit dem ‹Geschlecht› von Berufen. Die Rundgänge finden bei jeder
Witterung statt und können auch für Privatanlässe gebucht werden.
Neue Rundgänge ‹FrauenStimmen!›: Sa 6.5., 14.00 und ‹Berufin und Berufer›: So 14.5., 14.00. Vorverkauf: Das Narrenschiff, Basel und Rapunzel, Liestal. www.femmestour.ch
Stadtgeschichten
db. Mit einem szenischen Stadtrundgang zum Thema Liebe hat das Theater ‹ex/ex› im letzten Jahr viel Erfolg gehabt. Die Historikerin und Schauspielerin Satu Blanc erzählt an den Schauplätzen von Freud und Leid namhafter Paare. Und die Stadtführerin Helen Liebendörfer hat in Buchform einen Stadtspaziergang für Kinder (und Begleitpersonen) verfasst. Auf der Suche nach einem besonderen Tier, das die verzauberte Stadt erlösen kann, lernen Michi und Anna Teile der Altstadt aus ungewohnter Optik kennen.
Theater ‹ex/ex› spielt ‹Wo die Liebe hinfällt›: 2.5.—25.7. und 5.9.—24.10., jeden Di, 20.00, Standesamt, www.exex.ch
Helen Liebendörfer, ‹Basel, die verzauberte Stadt›, Friedrich Reinhardt Verlag, 2006. 48 S., 22 Farbfotos und Stadtplan, gb., CHF 19.80
Urban Islam und Poesie
db. Zahlreiche AutorInnen aus aller Welt gastieren in den nächsten Wochen in der Schweiz, u.a. im Rahmen der Solothurner Literaturtage und der ‹BuchBasel› bzw. des Literaturfestivals. So findet in Zusammenarbeit mit der Erklärung von Bern und dem Museum der Kulturen auch eine ‹Urban Islam Literaturnacht› statt, zu der drei Schreibende mit Wurzeln in der Türkei (Esmahan Aykol), Senegal (Aminata Zaaria) und Marokko (Yassin Adnan) sowie der bernisch-kosovarische Rapper Lulzim Axhami & Friends vielfältige junge Literatur vorstellen, die hierzulande noch wenig bekannt ist. Dabei werden auch Migrationserfahrungen und der Islam aus ihrer Optik thematisiert. Ein Beitrag zu interkultureller Verständigung jenseits von Klischees, gewürzt mit einem arabischen Buffet.
‹Urban Islam Literaturnacht›: Fr 5.5., 19.00, Museum der Kulturen
Dichterstimmen
db. Im März stand sie auf Platz 1 der Hörbuch-Bestenliste – sehr verdienterweise. Denn die Anthologie ‹Anna Blume trifft Zuckmayer›, nach zweijähriger, akribischer Recherche herausgegeben von Stefan Bertschi und Ingo Starz, ist ein ganz besonderes Dokument. Auf zwei CDs sind die Stimmen von 60 deutschen SchriftstellerInnen zu hören, es sind Originalaufnahmen von 1901 bis 2004. 145 Minuten mit Ausschnitten aus z.T. unveröffentlichten Texten bzw. Lesungen, Reden, Gesprächen. Es rauscht und knackt bisweilen, nicht jede/-r spricht deutlich und nicht alle haben etwas Bedeutendes zu sagen, aber gerade das macht den Reiz der Sammlung aus. Und dass neben Legendärem auch Abseitiges zu hören ist, ist ebenso erfreulich wie das umfangreiche und höchst informative Booklet. Ingo Starz, der das Material u.a. für eine Ausstellung im Strauhof zusammentrug, wird die Sammlung sowie weitere Ton- und Filmdokumente in der Hörbuchhandlung Lausch vorstellen.
Hörbuch ‹Anna Blume trifft Zuckmayer› mit 2 CDs und Booklet, Der Hörverlag, ca. CHF 44
Präsentation: Do 4.5., 20.00, Totengässlein 15
Grausame Märchen?
db. Viele Märchen schildern Grausamkeiten: Rotkäppchen wird vom Wolf verschlungen, Hänsel und Gretel sollen gesotten und gebraten werden, Schneewittchens Stiefmutter muss sich in glühenden Pantoffeln zu Tode tanzen. Wie gehen wir als Erzählende damit um? Was ‹verbirgt› sich hinter diesen Szenen? Wie wirken sie auf Kinder? Und was unterscheidet das Märchen von andern Geschichten? Die diesjährige Märchentagung am Goetheanum beleuchtet diese Fragen in Vorträgen und Arbeitsgruppen, begleitet von Erzählabenden und einem Puppenspiel.
Märchentagung: Do 11.5. bis So 14.5., Goetheanum. Anmeldung: T 061 706 44 44, CHF 190
Verdichtete Alpenliebe
db. Sie staunten über die Schönheit der Gletscher und ärgerten sich über die «hässlichen Menschen», schwärmten von der bunten Landschaft und der «freien, scharfen Alpenluft», entwickelten Verkehrsvisionen für die Bündner Täler oder sahen in den Bergen gar einen Ausdruck für Freiheit und Demokratie. Sechs Autoren und eine Autorin (u.a. die Herweghs, Widmann und Spitteler), die zwischen 1839 und 1934 die Schweizer Alpen bereisten, notierten ihre Beobachtungen, die nun im Zentrum einer Ausstellung stehen, ergänzt von Hörtexten, Bildern und Objekten. Sie regen zu literarischen und realen Reisen in die Alpenlandschaft an.
Ausstellung ‹Alpenliebe. Augen- und Ohrenreisen ins helvetische Gebirge›: Sa 13.5. bis So 1.10., Dichter- & Stadtmuseum, Liestal
Begleitpublikation: Sabine Kronenberg und Hans R. Schneider (Hg.), ‹Alpenliebe. Lesereisen ins helvetische Gebirge›, Christoph Merian Verlag, 2006. 176 S., br., CHF 22
Schweizer Hörspielreise
db. Statt ein Buch zu lesen, kann man auch mal eines hören, und das erst noch in Gesellschaft. Die ‹Schweizer Hörspielreise› machts möglich: Mit Kissen und Decken in einen Liegestuhl gebettet, lassen sich die Romane, Krimis, Schreckmümpfeli oder erotischen Bettmümpfeli bequem geniessen. Und an der Hörbar gibt es passende Getränke und Geräusche. In fünf Städten wird die Produktion gastieren, die von Tilo Ahmels in Kooperation mit Schweizer Radio DRS und dem Christoph Merian Verlag organisiert wurde.
Hörspielreise in Basel: Sa 6.5., 20.00 und So 7.5., 11.00, Schällemätteli
Ausserdem: Der nächste ‹Hörpunkt› auf Radio DRS 2 ist dem Radio im Radio gewidmet: Di 2.5.
Internationales Spektakel
db. Nach dem Vorbild des Berliner ‹Karnevals der Kulturen› ist auch in Basel ein grosses Fest mit und für alle Kulturen, die hier beheimatet sind, geplant. Das erste ‹respekTakel› wird im Kleinbasel durchgeführt und soll die kulturelle Vielfalt der Region widerspiegeln. Zum Auftakt findet in den Quartieren und Gemeinden eine Kulturwoche mit Workshops, Filmen, Lesungen etc. statt. Sodann wird ein dreitägiges Strassenfest mit internationalem Bazar, Infoständen, Konzerten, Bars und diversen Küchen das Kasernenareal beleben. Und zur grossen Parade durch die Klybeckstrasse
haben sich 60 Gruppen mit rund 1600 Teilnehmenden angemeldet.
‹respekTakel 06› mit Strassenfest: Fr 26. bis So 28.5., Kasernenareal und Umzug: Sa 27.5., 15.00—19.00, Klybeckstrasse, Party: 23.00, Kaserne, www.respektakel.ch
Kulturwoche: Fr 19. bis So 28.5., Quartiere und Gemeinden
Buntes Kulturfestival
db. Rheinfelden ist im Mai immer besonders belebt, weil dann das ‹Festival der Kulturen› Innen- und Aussenräume der Stadt mit vielfältigen Attraktionen bespielt. Die 12. Ausgabe stellt ‹Tanz und Spiritualität› ins Zentrum und bietet in Ausstellungen, Konzerten, Filmen, Parties und Workshops Unterhaltung und Einblicke in verschiedene Kulturen. Vor allem der grosse Markt am Auffahrtswochenende mit Waren aus aller Welt und exotischen Speisen zieht ein breites Publikum an. Dieses Jahr wird er erstmals durch das ‹respekTakel› konkurrenziert.
Festival der Kulturen: Mo 1. bis Mi 31.5., Markt: Sa 27./So 28.5., Rheinfelden, www.kulturen.ch
Attraktive Bazare
db. Die Bazare der Steiner-Schulen sind eine Augenweide und laden oft mit Workshops zu aktiver Teilnahme ein. Die Birseck-Schule in Aesch feiert ihr grosses ‹Fest der Kulturen› zum Thema Irland. Geboten werden passende Musik, Tanz, Literatur, Puppenspiel, Film, Kunst, Antiquariat, Flohmarkt, Kleiderbörse, Schafschur, Pflanzen und allerlei Kulinarisches. Die Steiner-Schule in Münchenstein zelebriert ihren Frühlingsbazar mit einem
attraktiven Handwerkermarkt und einem
Matinée-Konzert mit dem Baith Jaffe Klezmer Orchestra.
Fest der Kulturen: Mo 1.5., 10.00—18.00, Rudolf Steiner Schule Birseck, Aesch (beim Bahnhof), www.steinerschule-birseck.ch
Frühlingsbazar mit Handwerkermarkt: Sa 6.5., 10.00—18.00 und So 7.5., 10.00—17.00 (Brunch ab 9.00, Konzert 11.00) www.muenchensteinerschule.ch
Museum für Junge
db. Der Museumstag, der seit bald 30 Jahren unter dem Patronat der Unesco weltweit durchgeführt wird, ist dieses Jahr speziell auf Kinder, Jugendliche und Familien ausgerichtet. In der Schweiz laden rund 200 Museen mit vielfältigen Programmen, die zum Teil von Jungen gestaltet werden, zu Entdeckungen oder neuen Sichtweisen ein. In Workshops und Führungen sollen Räume, Sammlungen und Museumsleute sicht- und erlebbar werden. Der Wettbewerb ‹Mein Museum› schickt die Kids auf Schatzsuche nach ihrem Lieblingsort oder -objekt; ihre Wahl sollen sie zeichnen und begründen. Eine nationale Jury begutachtet die Arbeiten der 4- bis 19-Jährigen, die originellsten Beiträge werden Ende September im Zentrum Paul Klee ausgestellt; als Preise gibts Farbstifte, Museumspässe und Reisen.
Internat. Museumstag: So 21.5., 10.00—17.00, www.museumstag.ch, www.museenbasel.ch
Kinder und Kreativität
db. Was braucht es, damit Kinder (und Erwachsene) in Freiheit schöpferisch sein können? Diese Frage hat Arno Stern mit einem Konzept beantwortet, das durch Einfachheit besticht und weltweit erfolgreich angewendet wird. In seinen Malräumen bekommen die Malenden weder ein Thema noch werden sie angeleitet, belehrt oder bewertet, nur für die Infrastruktur wird gesorgt, und die Betreuungsperson achtet darauf, dass sich alle druckfrei ausdrücken können. Üblicherweise werden die Bilder weder besprochen noch öffentlich gezeigt. Für eine Ausstellung wurde nun eine Ausnahme gemacht, um Einblicke in das künstlerische Potenzial von Kindern zu geben. Zwei bei Stern ausgebildete Malpädagoginnen präsentieren zudem ihr soeben erschienenes Buch ‹Sehreise›.
Ausstellung ‹Kinder und Kreativität›: bis Januar 2007, Kultur- und Gasthaus Der Teufelhof. Tag der offenen Tür und Buchvernissage: So 21.5., 14.00—17.00. Buch: Elisabeth Walder und Beatrice Zschokke, ‹Sehreise — In Kindern Malfreude wecken›, Haupt Verlag, Bern. 160 S., 150 farb. Abb., gb., mit DVD, CHF 52
Hauptsache Holz
db In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung präsentieren Ina Kunz und Stefan Hübscher Objekte, die aus demselben Grundmaterial – Holz – entstehen. Die in Reinach lebende Ina Kunz gestaltet seit vielen Jahren vielschichtige, verspielte Werke aus Papier, neuerdings auch aus geschredderten Schweizer Geldscheinen. Stefan Hübscher arbeitet meist mit der Kettensäge und verwandelt Baumstämme in Skulpturen. Seine schlanken Baumfrauen, Liebespaare oder Holzköpfe aus Linde, Pappel oder Erle wirken archaisch und erstaunlich lebendig. In der Ausstellung treten die so unterschiedlichen Arbeiten in einen poetischen Dialog. Beide Kunstschaffenden veranstalten je eine Feuer-Performance.
‹Paper Art und Skulpturen› von Ina Kunz und Stefan Hübscher: Fr 28.4., 19.00 (Vernissage) bis So 21.5., Sprützehüsli, Oberwil. Geöffnet: Fr 17.00—20.00, Sa 14.00—17.00, So 11.00—17.00. ‹FeuerKunst› mit Hübscher: So 14.5., 20.00; ‹FeuerSchein› mit Kunz: So 21.5., 16.30
Paradiesische Kunst
db. Seit einem Vierteljahrhundert gibt es die Gruppenpraxis Paradies, ein genossenschaftlich organisierter Betrieb für Frauenheilkunde, wo neben schulmedizinischen auch komplementäre Methoden zur Anwendung kommen. 1999 wurde die Praxis für ihr bedürfnisorientiertes, kostengünstiges Angebot sowie für ihre frauenfreundlichen Arbeitsstrukturen mit dem Chancengleichheitspreis ausgezeichnet. Engagiert versucht sie sich stets zu erneuern und ihre Angebote auszubauen. Sie hat eine grosse Stammklientel, darunter etliche (Basler) Künstlerinnen. Seit Februar werden die Räume auch für Ausstellungen genutzt; jeweils drei Monate lang zeigen Frauen ihre Werke, die man auch ohne medizinischen Termin besuchen kann. Den Auftakt machte Monika Dillier, es folgen Marie-Louise Leus und Lena Eriksson. Die Werke beleben die Praxisräume und machen den ‹Ort von Frauen für Frauen› noch attraktiver.
Ausstellung von Marie-Louise Leus: Fr 19.5., 18.00—20.00 (Apéro), Gruppenpraxis Paradies, Paradiesstr. 11, Binningen, T 061 421 21 22
Tausend Friedensfrauen
db. Nur gerade ein Dutzend Frauen haben seit 1901 den Friedensnobelpreis erhalten, was über das reale Friedens-Engagement von Frauen freilich nichts aussagt. Um dieses sichtbarer zu machen, gründete die Nationalrätin und Ethnologin Ruth-Gaby Vermot-Mangold 2003 den Verein ‹1000 Frauen für den Friedensnobelpreis›. Es galt, weltweit tausend Friedensaktivistinnen zu finden und zu porträtieren. Ein Frauenteam aus 20 Weltregionen erstellte zusammen mit lokalen Gremien das Dossier der Kandidatinnen, das im Januar 2005 dem Nobelpreiskomitee überreicht wurde. Unter den Nominierten sind auch fünf Schweizerinnen, aus Basel etwa die Soziologin Anni Lanz. Den Preis hat das Projekt dann nicht erhalten, aber immerhin beträchtliche mediale Aufmerksamkeit. Zudem ist ein umfangreiches Buch erschienen, und eine Wanderausstellung, die letztes Jahr in Zürich startete, ist jetzt in Basel zu sehen. Sie besteht aus 1000 Porträtkarten und kann überall ohne grossen Aufwand inszeniert werden.
Ausstellung ‹1000 PeaceWomen across the Globe›: Mo 15.5. bis Do 8.6., Kollegiengebäude der Uni Basel, Petersplatz 1, Mo bis Fr 7.00—21.00. Buch im Scalo Verlag, Zürich. 2200 S., 800 s/w Fotos, CHF 58
Kunst von Frauen
db. In vier Galerien sind derzeit eigenwillige und anregende Kunstwerke von Frauen zu
sehen: Ruth Berger präsentiert Zeichnungen, Aquarelle und Fotografien von organischen Formen und kosmischen Dimensionen; Johanna Gerber (Abb.) verwebt vielfältige und poetische Inhalte zu filigranen Netzwerken, und Claudine Marzik bringt Wesenhaftes der australischen Landschaft zum Ausdruck. Ilse Ermens Element ist die Sprache, sie macht
Zitate zu Kunstgegenständen und zeigt, was man mit Worten ‹anrichten› kann.
Ruth Berger, ‹Kosmisches Universum›:
Fr 12.5., 17.00 (Vernissage) bis So 4.6., Galerie Karin Sutter, St. Alban-Vorstadt 10
Johanna Gerber, ‹Vernetztes›: Fr 12.5., 19.00 (Vernissage) bis So 21.5., Trotte, Arlesheim
Claudine Marzik, ‹Australien›: So 28.5., 11.00 (Vernissage) bis So 11.6., Galerie Haus am Bach, Zunzgerstr. 5, Sissach
Ilse Ermen, ‹How to do Things with Words›:
Do 11.5., 19.00 (Vernissage) bis Mo 22.5., Projektraum M54, Mörsbergerstr. 54




