Basler Filmer – ab nach Zürich? | Verein Balimage
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Eine Studie untersucht das Filmschaffen in der Region Basel.
Die Basler Filmszene lebt und wächst. Im Dokumentarbereich, im Spielfilm und in der Medienkunst entstehen filmische Werke, die national und international für Aufmerksamkeit sorgen und ihr Publikum finden: Stefan Schwietert etwa verzaubert uns regelmässig mit feinfühligen Musikfilmen (‹Heimatklänge›, ‹Accordion Tribe›, ‹A Tickle in the Heart›), Edgar Hagen spürt eindringlich den Bruchstellen zwischen Individuum und Gesellschaft nach (‹Someone beside you›, ‹Zeit der Titanen›, ‹Markus Jura Suisse›), Vadim Jendreyko sichert sich mit ‹Bashkim› den Schweizer Filmpreis, und Armin Biehler reüssiert mit seinem ersten Spielfilm ‹Chicken mexicaine›. Das Plug.in als feste Institution und die frühere Viper bzw. das heutige Shift als Festivals bieten wichtige Plattformen für die Entwicklung der neuen Medienkunst.
Und trotzdem ist Basel nicht wirklich zur Medienstadt geworden, von der Kulturförderer noch in den Neunzigerjahren träumten. Das hat vielerlei Ursachen. Ein handfester Grund liegt zweifellos in der finanziellen Situation der aktuellen Filmförderung. Während Basel-Stadt und Baselland zusammen jährlich gerade mal eine halbe Million Franken aufwerfen, fördert Zürich das Filmschaffen mit acht Millionen, also mit 16 mal mehr. Hinzu kommt die Sogwirkung des in Zürich konzentrierten Fernsehens mit seinem immensen filmischen Auftragsvolumen. Was Basel mittelfristig droht, ist die Abwanderung eines wesentlichen Teils des hiesigen Filmschaffens nach Zürich. Denn jeder Zürcher Filmförderfranken muss, so lauten die Bedingungen, zu 150 Prozent in Zürich reinvestiert werden. Was tun aus Basler Sicht?


Offensiveres Auftreten erwünscht
Ein wichtiger Anstoss kommt von Basler Filmschaffenden selber. Der im Herbst 2007 gegründete Verein Balimage hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutung des Film- und Medienkunstschaffens für Basel und die Nordwestschweiz stärker bewusst zu machen. So wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die grundlegende Zahlen und Fakten liefern soll zur vielfältigen Struktur, zu den konkreten Bedürfnissen und zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des regionalen Filmschaffens. «Die Filmszene ist stark segmentiert. Es geht auch darum, dass wir uns, ob freie ProduzentInnen oder Auftragsfirmen, mehr als einheitliche Branche verstehen», sagt der Basler Filmverleiher, Produzent und Balimage-Mitbegründer Pascal Trächslin. «Die Studie soll die Stossrichtung aufzeigen, wie sich die Szene am besten weiterentwickeln kann.»
Zum Beispiel weg von den vielen Kantonstöpflein? Und hin zu einem kantonsübergreifenden Förderpool, wie es die Westschweiz vormacht – und so immerhin knapp sechs Millionen Franken für die Filmförderung zusammenbringt? Rund 200 Filmbetriebe und Filmschaffende sind in die Studie, die von NonproCons Basel erarbeitet und u.a. von Branchenverbänden und der CMS mitfinanziert wird, einbezogen. Im Spätsommer werden die Ergebnisse vorliegen. Und was sich Pascal Trächslin schon lange wünscht und gar nicht viel kostet: «Die Basler Fördergremien sollten offensiver auftreten an Festivals und in der Öffentlichkeit, wie es die Zürcher und Berner tun: Das haben wir gefördert und sind stolz darauf!» | Alfred Schlienger

Balimage, Verein für Film und Medienkunst, Hüningerstr. 85, 4056 Basel, www.balimage.ch

(Heft Juni 2008)