ALFRED ZILTENER
Ein Education Projekt des Kammerorchester Basel.
Mit Holz- und Kuhhörnern, Didgeridoos und Trompeten musiziert die Klasse 2B der OS Isaak Iselin beim Education Projekt des Kammerorchester Basel (KOB). Der Clou dabei: Alle diese Instrumente haben die 24 SchülerInnen selbst gebaut! ‹Blowing in the wind› heisst das Projekt in Anlehnung an den berühmten Dylan-Song.
Ausgangspunkt war das Konzert für Alphorn, Büchel und Orchester von Helena Winkelman, welches das KOB im Januar 2011 uraufgeführt hat, mit den Solisten Balthasar Streiff (Alphorn) und Simon Lilly (Solo-Trompeter des KOB). Das Stück bildet das Zentrum von ‹Blowing in the wind›. Zusätzlich konzipierte Winkelman eine Musik, die übergangslos davor und danach gespielt werden kann. Streiff ist der Spiritus rector des Jugendprojekts. Auch Simon Lilly wirkt dabei mit sowie die Lehrkräfte Christa Gloor und Primo Gamma, der selber Trompete spielt.
Stimmungen umsetzen. Im Februar 2011, schildert Streiff, begann die Klasse mit dem Bau der Instrumente – mittels Bambusrohren, Blech, Sperrholz und 20 Kuhhörnern, direkt vom Schlachthof. Diese mussten zunächst gründlich gewaschen und geschliffen werden; dann wurden die Grifflöcher gebohrt – eine Millimeter-Arbeit. Die Didgeridoos entstanden aus den ausgehöhlten Bambusstäben. Besonders aufwändig war die Herstellung der Trompeten: Das Blech wurde zu konischen Röhren gebogen, verzahnt, zurechtgehämmert und gelötet. Diese traditionelle Bauart war bis in die Barockzeit üblich. Das Resultat sind lange, gerade Instrumente mit einem hellen, klaren Klang. Für die Herstellung der Holzhörner entwickelte Gamma eine eigene Methode: Er liess dünnes Sperrholz zu Röhren biegen, diese mit Ringen fixieren und verleimen. So ähnlich wurden früher Instrumente aus Baumrinde geformt, der Klang ist eher dumpf, wie bei einem Horn.
In einem zweiwöchigen Lager wurden die Instrumente sodann erprobt. «Natürlich konnten wir nicht verlangen, dass die SchülerInnen präzis von Noten spielten», erzählt Streiff, «wir haben ihnen aber Themen vorgegeben, ‹Berg-Wind-Wasser› zum Beispiel, die sie in Klänge fassen mussten.» Ähnliche Ansprüche stellt auch Winkelmans Partitur. Mittels grafischer Notation und konkreten Spielanweisungen regt sie die jungen InstrumentalistInnen dazu an, Stimmungen musikalisch umzusetzen und dabei eigene Ideen zu entwickeln. Regisseurin Salomé Im Hof gibt schliesslich dem Ganzen eine szenische Form.
‹Blowing in the wind›: Mo 13., Di 14., Do 16.2., 19 h, Ackermannshof, St. Johanns-Vorstadt 19/21 → S. 36
(Heft Februar 2012, S. 12)




