Agnes Hofmüller-Schenck vermittelt Einblicke in eine bessere Kommunikation.
Wir sind alle auf irgendeinem Gebiet Fachleute. Wir haben Erfahrungen gemacht, haben Fragen und reden gern – oder weniger gern – in verschiedenen sozialen Kontexten und möchten dabei natürlich auch gehört, wahr- und ernst genommen werden. Doch das Verfügen über die Inhalte allein garantiert noch keine geglückte Kommunikation. Wenn wir nicht wissen, was wir gleichzeitig über unsere Stimme vermitteln, wie unsere Haltung, der Blickkontakt, wie Gestik und Mimik ankommen und wie wir unsere sprachlichen Ausdrucksmittel wirksam einsetzen, können wir das, was wir zu sagen haben, möglicherweise gar nicht richtig zur Geltung bringen.
Stimmbildung und Sprecherziehung heissen die Fachgebiete, die sich mit diesen Ausdrucksmöglichkeiten befassen. Agnes Hofmüller-Schenck hat sie Jahrzehnte lang Studierenden der Uni Basel vermittelt; angestellt war sie als Lehrbeauftragte zwar vom Deutschen Seminar, doch in ihre Kursen kamen auch Juristinnen und Theologen, Pädagogen und Medienwissenschaftlerinnen – Leute, die ahnten, wie sehr sie das, was sie hier lernen konnten, in ihrem Berufsleben später brauchen würden. Ich sass selbst in einem dieser Kurse, zunächst aus reiner Neugier, und habe viel gelernt, nicht zuletzt auch, wann ich besser den Mund hielt, um das, was ich schon gesagt hatte, nicht wieder zu zerreden. Und imponiert hat mir, wie individuell und lustvoll gearbeitet wurde. «Ich gebe keine Rezepte», sagt Agnes Hofmüller denn auch, «ich leite zum Mitdenken und Ausprobieren an und versuche, den persönlichen Erfordernissen und Wünschen der Sprechenden gerecht zu werden.»
Medium der Persönlichkeit
Die gebürtige Münchnerin hat nach einer Schauspielausbildung und Jahren der praktischen Tätigkeit als Schauspielerin und Sprecherin an der Universität des Saarlandes ‹Sprechwissenschaft und Sprecherziehung› studiert; ein vierjähriges Studium, das mit einem Zertifikat endet. Seit über zwanzig Jahren lebt sie in Basel, ihrer Wunschstadt, wie sie sagt, und dozierte hier ab 1985; daneben gab sie auch Workshops (etwa für politisch Tätige) und erarbeitete mit Studierenden Aufführungen, bei denen das Sprechen von literarischen Texten im Vordergrund stand.
Jetzt ist Agnes Hofmüller pensioniert und findet mehr Zeit, die Faszination für die «Erotik der Stimme», wie sie es nennt, und ihre vielfältigen Erfahrungen weiterzugeben. Sie tut es im Einzelcoaching, in Kursen, Vorträgen und ‹Szenario-Seminaren› für Teams und Netzwerke, und wichtig ist ihr dabei vor allem, dass die Einzelnen «ihr eigenes Sprach-Potenzial erkennen und nutzen» lernen: dass sie ihre Stimme und die (Sprech-)Sprache als «Medium der Persönlichkeit» begreifen und einzusetzen wissen «auf der sozialen Bühne». Dass sie die Räume, in denen sie sich bewegen, wahrnehmen, um sie dann auch füllen zu können, um effizienter und ergebnisreicher zu kommunizieren. Denn alles, was wir sagen können, ist letztlich ja immer nur das, was beim Gegenüber ankommt. | Verena Stössinger
Agnes Hofmüller, T 081 681 19 12, agnes.hofmueller@unibas.ch, www.szenario-seminare.ch




