Ein Ort für Kreative Köpfe | Schule für Gestaltung Basel
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Die einzige Bildungsinstitution der Nordwestschweiz für gestalterische Grund- und Weiterbildung freut sich über ‹externe› Aufträge.

Es gibt immer noch Leute, die monieren, dass die Basler Schule für Gestaltung (SfG, früher Kunstgewerbeschule) nicht mehr die Ausstrahlung habe, die sie von den Sechziger- bis in die Achtzigerjahre hatte, als Persönlichkeiten wie etwa Armin Hofmann unterrichteten. Nun hat sich allerdings die gesamte Bildungslandschaft und damit auch die SfG so gründlich geändert, dass jeder Vergleich mit damals obsolet geworden ist. Ab 1999 wurde die Institution in zwei eigenständige Bereiche aufgeteilt, die Fachhochschule HGK und die Schule für Gestaltung. Erstere kann nur besuchen, wer eine Matura und eine gestalterisch-künstlerische Grundausbildung besitzt; die zweite ist für eben diese Vor- und Ausbildung sowie für die berufliche Weiterbildung im Bereich angewandter Kunst zuständig. Die Schnittstellen zur HGK und zur allgemeinen Gewerbeschule sind heute grundsätzlich geklärt, werden aber in produktiver Kooperation laufend überprüft und angepasst.



Vielfältiges Angebot

Das Herzstück der SfG ist die Fachklasse für Gestaltung, eine dreijährige Vollzeitausbildung, mit der man zusätzlich die Berufsmatura erwirbt, die später bei Bedarf den Übertritt in die HGK erlaubt. Voraussetzung für die Fachklasse ist ein so genannter ‹Vorkurs›, in dem während zwei Semestern Grundlagen im bildnerischen und räumlichen Gestalten vermittelt werden. Hier werden die visuelle Wahrnehmung sensibilisiert, handwerkliche und technische Fertigkeiten geschult, Eigenständigkeit und Sinn für Gestaltungsprozesse gefördert. Nach diesem Jahr kann das erworbene Wissen in der Fachklasse theoretisch und praktisch erweitert und vertieft werden, fächerübergreifendes Denken und Handeln, Reflexion und Selbstkritik, Kenntnis der relevanten Technologien etc. sind Teil des Lehrplans. Die Ausgebildeten sollen schliesselich über eine breite Grundlage für die Umsetzung von Ideen, Aufgaben und Projekten auf den Gebieten der Produkte-, Raum- und Kommunikationsgestaltung verfügen.

Neben der Fachklasse für Gestaltung bietet die SfG auch den Unterricht für Berufslehren an, etwa für Dekorationsgestalterinnen, Drucktechnologen, FotografInnen, Goldschmiede, Grafikerinnen und Polygrafen. Ferner bestehen Weiterbildungsgänge in Textildesign, Typografie und Grafik. Und nicht zuletzt sind rund 70 öffentliche Kurse pro Semester ausgeschrieben, die den SchülerInnen, aber auch Berufsleuten und Laien vielfältige Möglichkeiten bieten, ihre Fähigkeiten zu ergänzen. Ausserdem steht Interessierten eine öffentliche Fachbibliothek mit über 100000 Titeln und rund 200 aktuellen Fachzeitschriften zur Verfügung. Eigene Ausstellungsräume ermöglichen zudem interne und externe Präsentationen (s.u.).



Belebende Konkurrenz

Zum Leistungsauftrag und den Zielen der SfG gehört gemäss Direktorin Dorothea Flury die projektbezogene Zusammenarbeit mit Firmen und Institutionen und die Teilnahme an Gestaltungswettbewerben. So hat die Fachklasse für Gestaltung u.a. schon Logos, Trailers, Plakate und Fasnachtshelge für die Oltner Cabaret-Tage, Pro Juventute, den Kunstkredit und die ‹baz› entwickelt. Und als jüngsten Streich das Cover für die 200. Ausgabe der ProgrammZeitung. Dieser Praxisbezug wird sowohl von Lehrkräften wie Studierenden geschätzt, weil die Schule dadurch Öffentlichkeit und die Auszubildenden ein Gefühl für den späteren Berufsalltag bekommen. Denn obwohl die Ausbildung Gestalter/-in attraktiv ist, werde sie noch zu wenig wahrgenommen, sagt Abteilungsleiter Lukas Zürcher, und Dozentin Liliane Steiner bestätigt, dass die Anmeldungen sich in Grenzen hielten bzw. stagnierten. Die Studierenden haben dadurch zwar räumlich mehr Platz, aber auch weniger Möglichkeiten, sich zu messen. Zuwachs ist also herzlich willkommen. Weitere Aufträge von ‹draussen› ebenfalls.
| Dagmar Brunner



Schule für Gestaltung, Vogelsangstr. 15, T 061 695 67 70, www.sfgbasel.ch

Nächste Infoveranstaltung: Fr 13.1.06, Tag der offenen Tür: Di 24.1.06

Aktuelle Ausstellung in der ‹Maurerhalle› der SfG: ‹50 Jahre lebendige Architektur›, Heidi und Peter Wenger Architekten, Brig (bis Mi 26.10.)

Mo bis Fr 11.00—14.00 und 10.00—21.00, Sa 11.00—16.00