Die neue Produktion des Choreografen und Tänzers Philippe Olza thematisiert persönliche wie öffentliche Aspekte der Lebensmitte. ‹Halbzeit für Mensch und Körper›, heisst es denn auch im Untertitel. «Viele Bekannte haben zu mir gesagt: Aber du bist doch noch gar nicht so alt», erzählt der 44-Jährige schmunzelnd. Die Lebensmitte werde eben sehr unterschiedlich wahrgenommen. Rein körperlich gesehen habe ein Tänzer oder Sportler seine Halbzeit sehr früh. Olza selbst musste merken, dass ihm bestimmte Bewegungen nicht mehr so leicht fallen wie früher. Von diesen aus entwickelte er sein Tanzsolo, in dem er an seine Grenzen geht, sie aufzeigt, aber auch mit ihnen spielt.
Entstanden ist aus diesen Studien ein tragikomisches und ziemlich absurdes Stück. Hans Koch komponierte dazu die Musik, vieles aus den Geräuschen des Staubsaugers, der im Stück eine wichtige Rolle spielt. Der dritte Akteur ist der rote Teppich, auf dem alles stattfindet und der auf die offizielle Ebene der Thematik anspielt: Denn es geht auch um die Rolle, die man in der Öffentlichkeit spielt. Insofern kann man ‹Voilà!› als Bestandesaufnahme lesen: «Ich habe mit 15 Jahren an der Scuola Dimitri angefangen, beschäftige mich also seit fast 30 Jahren mit Bewegung!»
Nicht nur das Leben, auch das Stück besteht aus zwei Halbzeiten. In der zweiten ist das Tanzsolo zu sehen, in der ersten aber werden je zwei bekannte Persönlichkeiten, die «auf ganz unterschiedliche Weise einen Draht zu diesem Thema haben», mit Moderator Roger Ehret auf dem roten Teppich diskutieren. Jeder Abend wird so ganz anders ausfallen – das Publikum hat die Qual der Wahl.
| Felizitas Ammann
‹Voilà! Halbzeit für Mensch und Körper›: Mi 14. bis So 25.9., Sudhaus Warteck, weitere Infos: www.voila-basel.com




