Edle schwarze Kunst | Schul-Druckwerkstatt der Basler Papiermühle
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Die Werbung tönt selbstbewusst und trifft den Nagel auf den Kopf: ‹Das Museum, wo immer etwas läuft›. Denn in der Basler Papiermühle, dem Schweizerischen Museum für Papier, Schrift und Druck, dreht sich nicht nur das charakteristische Wasserrad der Gallician-Mühle, sondern es dröhnt, stampft, klopft, rattert und zischt von allerlei Einrichtungen, Werkzeugen und Maschinen, die es zur traditionellen Papierherstellung, zum Schriftgiessen, Setzen, Drucken und Binden braucht. Und das ist denn auch das Besondere an diesem Ort: dass die Objekte nicht (nur) in Vitrinen stehen und angeschaut werden können, sondern dass sie zu einem schönen Teil noch immer in Gebrauch sind, obwohl die dazu gehörigen Berufe ausgestorben sind oder sich radikal verändert haben. Aber noch gibt es hier Fachleute, die das alte Wissen sorgfältig pflegen und weitergeben, sei es an die Museumsgäste oder an KundInnen in aller Welt, die edle Papiere oder Druckerzeugnisse bestellen. Und das Aufregendste ist, zumindest für Kinder, dass man all dies unter Anleitung selber ausprobieren darf!

Vor einem knappen Jahr hat die Papiermühle als Pilotprojekt auch eine Schul-Druckwerkstatt eingerichtet, an dem sich fünf Basler Primarschulen mit insgesamt acht Klassen beteiligten. Über 160 SchülerInnen setzten und druckten einen Vormittag lang eigene Texte und illustrierten sie mit Karton- und Linolschnitten; die Ergebnisse durften sie mit nach Hause nehmen. Die Aktion war überaus erfolgreich, sowohl die Lehrkräfte wie die Kinder äusserten sich begeistert, so dass das Museum beschloss, diese Einrichtung aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen. Die Druckstube wird ehrenamtlich von einer Fachperson betreut, und es können sich Gruppen bis zu zehn SchülerInnen anmelden; der Unkostenbeitrag beträgt zehn Franken pro Kopf. Geplant ist, dieses Angebot für ganze Klassen bereitzustellen, doch dafür reichen derzeit weder Personal noch Finanzen.

Überhaupt sieht es für das Museum, das eine private Stiftung ist, ausgerechnet in seinem Jubiläumsjahr nicht gerade rosig aus; die Mittel sind knapp. So ist man derzeit bemüht, die Finanzierung längerfristig zu sichern und das Fest zum 25-jährigen Bestehen zu planen. Im September sollen ein Handwerkermarkt und ein Tag der offenen Tür stattfinden. Und die Mitarbeit der Freiwilligen und Behinderten soll sichtbarer gemacht werden. Denn das ist noch eine Besonderheit dieses Ortes: Neben altem Handwerk wird hier auch moderne Sozialkunst betrieben. | Dagmar Brunner



Basler Papiermühle/Papiermuseum, St. Alban-Tal 37, T 061 272 96 52. Di bis So 14.00—17.00.