Kulturministerium | Innovatives Webprojekt
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Nicht erst der Fall Hirschhorn bzw. Pro Helvetia verdeutlichte den Mangel einer ausgeprägten Schweizer Kulturpolitik. Es gibt zwar mit Pascal Couchepin einen ‹Kulturminister›, doch die Kultur fristet im weitläufigen Departement des Innern ein eher marginales Dasein.

Darum geht es auch den Luzernern Adi Blum, Beat Mazenauer und Urs Hofer mit ihrer Website für die Wahl eines ‹Kulturministers›. Zentral sind für sie aber Fragen und Ideen zum Stellenwert der Kultur in der Schweiz. Mazenauer: «Es geht um das, was die Kultur leistet, aber auch um die Freiheit der Kultur.» Die Seite www.kulturministerium.ch soll in der Aufmachung den offiziellen Bundesseiten gleichen und, da als ‹achtes Departement› verstanden, als Plug-In zur Bundeswebsite führen. Wenn alles rund läuft, wird die Plattform laut Mazenauer Anfang März im Web aufgeschaltet. Sie werde vorerst editorische Monatsberichte und Kolumnen der WahlbeobachterInnen enthalten. Diese werden aus Kreisen der Schweizer Künstlerverbände gesucht. Über ein Weblog können sich alle Kulturengagierten als KandidatInnen anmelden und ihr Programm als ‹Kulturminister› auf dem Netz zur Diskussion stellen.

«Wir haben mit smartvote.ch bestausgewiesene Wahlhelfer, deren neutrales System auch bei anderen grossen Wahlen geschätzt ist», sagt Mazenauer als Leiter des Wahlausschusses. Das ‹Kulturministerium› ist als Programmteil integriert im ‹forum des artistes bienne› (fab), das aus dem Fest der Künste entstand. Die Hälfte des Budgets von rund 40 000 Franken kommt vom ‹forum› (das u.a. auch von Pro Helvetia unterstützt wird), die andere Hälfte vom Werkbeitrag, den das ‹Kulturministerium› von Stadt und Kanton Luzern erhielt.

Der oder die übers Netz gewählte ‹KulturministerIn› wird im September am fab die Antrittsrede halten. Denn das ‹Kulturministerium› soll danach weiter bestehen und ein Budget erhalten.

«Die heisse Wahlphase erwarten wir für den August. Doch zuerst wollen wir mal einen fairen, freien, fundierten Wahlkampf führen», so Mazenauer. Nach der Wahl will das ‹Kulturministerium› auch das Gespräch mit Bundesrat Couchepin suchen. | Erich Hirtler



Infos: www.kulturministerium.ch