Vieles spricht für Italien. Eine Sprache wie Musik, die Sonne, das Meer und dieses Vermögen, sich wie kein anderes Land im Chaos einzurichten. Und vergessen wir nicht Italiens Küche. Kaum eine andere kann mit wenigen Grundprodukten eine solche Fülle von Geschmack, Sinnenfreude und Glück auf die Teller bringen. Glück – zu hoch gegriffen? Hier nicht, handelt es sich doch nach unserer Überzeugung um das echteste aller echt italienischen Lokale, die man in Basel finden kann. Und ich schwöre es: Als wir das Bella Italia verliessen, waren wir richtig glücklich. Okay, man soll die Potenz eines Espressos nicht unterschätzen. Aber da war mehr als dieser auch andernorts in ansprechender Qualität zu findende Glück- und Muntermacher.
Da sind zuallererst Patron Giovanni und die famose Augusta am Herd. Wie Giovanni Furiato hinter der Theke die dampfende Pasta schöpft, Landsleute begrüsst oder ein schlecht gelauntes Baby mit einem herzhaften mediterranen Backenkniff augenblicklich zum Lachen bringt: Das macht ihm so schnell keine/r nach. Schon gar nicht ohne italienisches Blut im Leib. Da sind weiter dieser mittags bis auf den letzten Platz besetzte Saal, eine Kantine, das Leben darin, das Lachen und an nicht wenigen Tischen eben diese Sprache, die Musik sehr nahe kommt. Was in toto zu einem, sagen wirs technisch, fantastischen Geräuschpegel führt. Von dem unvermeidlichen Fernseher in der Ecke oben lässt sich daher nicht sagen, ob er stumm gestellt ist oder nicht. Da sind schliesslich Maler- und Mechanikerhosen neben der üblichen Bürokluft, junge Leute und Ältere – ein prächtig gemischtes Publikum, an dem jeder Meinungsforscher seine Freude hätte. Und da ist nicht zuletzt die lange Geschichte des Lokals, in dem die Missione Cattolica über Jahrzehnte italienischen Gastarbeitern einmal pro Tag eine warme Mahlzeit anbot.
So, und jetzt können wir finalmente zur Hauptsache kommen, zum Essen. Abends findet der Gast mittels Speisekarte zu seinem Glück – pasta, pesce, pizze, carne etc., aber auch manch anderes, nicht Speisekarten-Notorisches, das Augusta und Giovanni in petto haben. Sie sind gut italienisch superflexibel. Mittags aber wird alles ganz einfach: Salat und Antipasti, drei Sorten Teigwaren, ein Hauptgang mit Fisch oder Fleisch und ein Dessert. Und was für eine Pasta! Genau so, wie sie sein muss, tutto fatto in casa, das merkt man. Wie überhaupt alles ausgezeichnet ist, das sieht und schmeckt man. Wenn ich Ihnen jetzt noch den Menüpreis verrate: 20 Franken, ohne den Hauptgang nur 15 – was gibts da noch zu überlegen? | Oliver Lüdi, glücklich
Restaurant & Pizzeria Bella Italia, Rümelinbachweg 14, T 061 281 01 06
So bis Fr 11.30—14.00, Mi bis Fr auch 17.30—22.00, Sa nur abends
Restaurant Bella Italia, Foto: Susan K. Cooperville




