«Kulturpolitik ist immer auch Sozialpolitik» | Im Gespräch mit Michael Koechlin
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«Kultur ist kein Luxus, Kultur ist ein

notwendiges Lebensmittel. Für Kulturleute

ist sie ein bestimmendes Element des

Lebens. Aber in einer Gesamtsicht der Dinge kommen wir nicht zuvorderst vor ...»



«Kultur heisst immer auch, Sachen ausprobieren müssen. Kultur, bei der nichts

in die Hose geht, hat ihren Auftrag verfehlt.»



«Bei der aktuellen Bevölkerungsbefragung Basel-Stadt, warum es ihr in Basel

gefalle, wird das Kulturangebot an allererster Stelle genannt. Kultur ist neben Verkehrspolitik, Sicherheit und Bildung ein

ebenso bedeutendes Argument für das

Wohlbefinden, und das ist eine Erkenntnis,

die sich erst langsam durchsetzt.»



«Ich wünsche mir, dass sich die Kultur wieder stärker in den gesellschaftspolitischen

Diskurs in der Stadt und in der Region einmischt und einbringt. Neben ihren internationalen Ambitionen sollen Kulturschaffende auch das Publikum hier wirklich ernst

nehmen und die Beziehung zu dieser Stadt pflegen, und sich weniger auf leidende

Art mit Basel als Provinz herumschlagen.»



«Es gibt eindeutige Tabus in der Basler

Kultur. Man setzt sich z.B. nicht mit der Rolle der Chemie als wirtschaftlich absolut

schicksalbestimmender Industrie auseinander. Wir haben über 40 Museen in Basel,

aber es gibt kein Museum für die

Basler Chemie und Arbeitsgeschichte, kein

Industriemuseum ...»



«Wenn ich, statt sechs Millionen sparen zu müssen, sechs Millionen mehr hätte?

Dann würden wir die ganzen Strukturanalysen

und Arbeiten, die wir jetzt beim Theater

und beim Orchester machen, trotzdem durchführen, aber wir könnten dort etwas zurücknehmen, das ist das eine.

Das andere: Ich habe eine Liste mit den

wirklich Bedürftigen im Kulturbereich,

die mit selbstausbeuterischen Löhnen Dinge machen, wo man vom Ökonomischen

her sagen muss, dass sie gar nicht gehen.

Da würde ich schauen, dass wir ihnen durch dieses Geld etwas mehr Luft verschaffen,

eine bessere Existenz ermöglichen

könnten. Kulturpolitik ist in einer Stadt wie Basel immer auch Sozialpolitik.»