Novitäten | Musik-CDs aus Basel
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Ensemble Phoenix

az. Jürg Henneberger und sein vor drei Jahren gegründetes Ensemble Phoenix haben ihre erste CD publiziert. Sie enthält fünf Werke von Detlev Müller-Siemens. Der 1957 in Hamburg geborene Komponist, Schüler unter anderen von György Ligeti und Olivier Messiaen, unterrichtet Komposition und Musiktheorie an der Basler Musik-Akademie. Der 1992 bis 1995 entstandene Zyklus ‹Phoenix 1–3› ist das gewichtigste Werk dieser Einspielung. «Ein frei gewähltes Ausgangsmaterial wird so oft nach einer bestimmten Regel auf sich selbst ‹abgebildet›, bis der Anfangszustand wieder erscheint», erklärt der Komponist. Das Resultat ist eine geschäftige Musik, in der sich kurze, oft heftige Klangfiguren zu komplexen, stetem Wandel unterworfenen Strukturen verbinden. Überraschungsreicher und spannender ist ‹Cuts› für Saxophon und Ensemble, in dem der Solist am Schluss vom Kollektiv mundtot gemacht wird. Klangliche Sensibilität charakterisiert das reizvolle ‹Light blue, almost white›. Henneberger und seine meist solistisch geforderten MusikerInnen sind vitale, kompetente InterpretInnen (wer 6648 2).



Caspar Kittel

az. Weibliche Schönheit, Liebeslust und vor allem Liebesleid – das sind die Hauptthemen der 1638 in Dresden erschienenen ‹Arien und Cantaten› von Caspar Kittel. Die seinerzeit sehr populären Kompositionen des 1603 geborenen Schülers von Heinrich Schütz sind heute nur noch SpezialistInnen bekannt. Eine Wiederentdeckung ermöglicht nun eine von der Schola Cantorum Basiliensis herausgebrachte CD mit elf Stücken aus dieser Sammlung, ein- und mehrstimmigen strophischen Gesängen auf Gedichte von Martin Opitz und anderen. Für Abwechslung sorgen die wechselnde Besetzung der Stücke und die formale Bandbreite, die Kittel der durch die Vorlagen vorgegebenen Strophenform abgewinnt. Während etwa das Männerterzett ‹Ein jeglich Ding hat seine Zeit› den Charakter eines Scherzliedes hat, entwickelt er in der Klage eines abgewiesenen Liebhabers aus reich verzierten Variationen der Grundstrophe eine Vorform der Solokantate. Die berührende Interpretation durch die Mezzosopranistin Bernarda Fink führt vor, dass die hier geforderte Virtuosität ganz im Dienst der Textausdeutung steht. Die Strophen Kittels wurden durch instrumentale Vor- und Zwischenspiele anderer Komponisten organisch ergänzt. Unter der Leitung von René Jacobs musizieren fünf SängerInnen und ein kleines Instrumentalensemble lebendig, klangvoll und mit hörbarem Vergnügen an dieser Musik (hmc 905247).