Einblicke in andere Welten | Filme von Indigenen im Stadtkino
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Im Rahmen eines Festivals sind zwölf Dokumentar- sowie Kurz- und Spielfilme von UreinwohnerInnen zu sehen.

Zwei junge Männer rasen mit dem Auto durch Australien – sie sind auf der Kopfjagd und suchen nach Trophäen, nach den Köpfen berühmter Leute. Dabei lassen sie ihrem Zorn darüber freien Lauf, dass sie selbst und ihr Volk – die Urbevölkerung Australiens– ihrer Geschichte beraubt wurden. Im zutiefst ironischen Kurzfilm ‹Confessions of a Headhunter› der Aborigine Sally Riley wird die Geschichte nicht neu geschrieben, aber es wird heftig an den Machtstrukturen gerüttelt, die sie diktieren.

Zum zweiten Mal organisiert die Basler Lokalgruppe der Nichtregierungsorganisation IWGIA (International Work Group for Indigenous Affairs) das ‹Video- and Film Forum for Indigenous Peoples› (VIP). IWGIA unterstützt indigene Völker in ihrem Bestreben nach kultureller und politischer Selbstbestimmung und in ihren Forderungen nach Einhaltung der Menschenrechte.

Hauptanliegen des Filmfestivals ist es, ein Forum für Diskussionen über entsprechende Themen in den Grenzbereichen von Kunst, neuen Medien, Menschenrechten und Wissenschaft zu bieten und den Austausch zwischen indigenen KünstlerInnen und AktivistInnen mit der interessierten Öffentlichkeit und Schweizer Fachleuten zu ermöglichen. Denn noch immer herrschen gängige Klischees vor: So werden Indigene oft als ExotInnen und Ökoheilige bewundert oder als Opfer bemitleidet.


Dialog zwischen den Kulturen

Das Medium Film respektive Video bietet eine hervorragende Möglichkeit, diese Thematik einem breiten Publikum näher zu bringen. Video, im Zusammenhang mit dem Internet, wurde sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene in den letzten fünf bis zehn Jahren zu einem zentralen Instrument indigener AktivistInnen. Deren Anliegen, das geforderte Recht auf Selbstbestimmung auch im Bereich Medien wahrzunehmen, kommt in der folgenden Aussage der Filmemacherin Rachel Perkins deutlich zum Ausdruck: «There’s over 10,000 hours of film on indigenous people, and a large proportion of those, most of them, aren’t by aboriginal people. But in the last ten years we’ve seen a really deliberate program of indigenous people taking control of their own representation.»

Das diesjährige Programm des VIP umfasst Filme und Videos von UreinwohnerInnen aus Nordamerika, Mexiko, Neuseeland und Australien und setzt sich aus einer Auswahl von Beiträgen zusammen, die auf eine weltweite, öffentliche Ausschreibung hin eingereicht wurden. Neben Dokumentarfilmen sind zum ersten Mal auch Kurz- und Spielfilme zu sehen. Dabei werden zeitgenössische künstlerische Mittel verwendet, um den Dialog zwischen Bevölkerungen, Generationen und Traditionen zu fördern. Das Festival findet nach Basel auch in Zürich statt. Einige Filmschaffende respektive indigene ExpertInnen sind persönlich anwesend, um Begegnungen und Austausch anzuregen. Fachleute führen in die Filme ein, und nach den Vorstellungen ist Raum für Diskussionen. | Susan Lüthi, Roger Begrich


Video and Film Forum for Indigenous Peoples: Do 19. bis Sa 21.4., 18.00, Stadtkino Basel (siehe Aprilheft S. 25). Podiumsdiskussion: Sa 21.4., 15.00 (Details siehe Aprilheft Tagespresse).

Programm und weitere Infos: www.unibas.ch/iwgia/vip

Kontakt: VIP 2001, T 261 78 27, F 267 27 47

IWGIA, c/o Ethnologisches Seminar, Münsterplatz 19, iwgia@stud.unibas.ch