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Konjunktiv

Ach, du lieber Konjunktiv, was täten wir bloss ohne dich! Wie sonst unsere Wünsche artig äussern, und artig meint nun eben nicht mit «Ich will …» und «Ich brauch’ …» und «Her damit!», sondern in zivilisierter Weise, etwa so: «Ich würde gerne mal eine Giraffe umarmen.» Oder auch, schon etwas mutloser: «Was gäbe ich drum, könnte ich nur einmal eine Giraffe umhalsen.» Doch jetzt lassen wir die Giraffe in Ruh’.


Sie diente ja hauptsächlich zur Illustrierung einer Fallhöhe, und wäre sie, die Giraffe (in Gottes Namen noch einmal) der Konjunktiv, so könnten wir uns an ihrer Seite ein Nashorn vorstellen, das dann – alle echten Nashörner mögen mir das verzeihen – für den Indikativ und damit ein jeglich so Seiendes stünde, in seiner plumpen, platten, unumstösslichen Faktizität: Ein ausgewachsenes, männliches Rhinozeros wiegt bis zu 3000 kg und mehr. Tatsache, Indikativ.


Nicht zu vergleichen damit der schlanke, wendige, elegante Konjunktiv, die Möglichkeits- und somit auch Unmöglichkeitsform, mit der sich allerlei Irreales ausdrücken lässt, auch rückwärtsgewandt: Beinahe hätte mich ein Audi Q7 – eines dieser Sport Utility Vehicle oder kurz SUV – mit seinen 2700 kg Leergewicht und einem zu allem entschlossenen Fahrer, fast hätte mich dieses Ungetüm (SUVs sind die Panzernashörner unserer Strassen) über den Haufen gefahren.


PS Anders als die Panzer auf vier Rädern ist das indische Nashorn vom Aussterben bedroht.


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