Film-Publikationen
db. Die unabhängige Schweizer Filmzeitschrift ‹Filmbulletin›, die bisher viermal jährlich erschien, konnte ausgebaut werden und wird ab 2007 neun Ausgaben produzieren. Angekündigt sind mehr luxuriös illustrierte Themenschwerpunkte und mehr Filmkritik. Das Januarheft war zum Beispiel, passend zu den Solothurner Filmtagen, dem aktuellen Schweizer Filmschaffen gewidmet.
Ebenfalls zu den Filmtagen wurde das Schweizer Filmjahrbuch ‹Cinema› publiziert, dessen 52. Ausgabe das Thema ‹Sicherheit› vielseitig beleuchtet und die Schweizer Filmproduktion 2006 kritisch kommentiert.
Ein Filmführer für (nicht nur) Jugendliche wird Anfang Februar erhältlich sein. Der Filmkritiker Thomas Binotto stellt hundert Filmperlen vor, mit unterhaltsamen Geschichten zu Entstehung, Technik, Pannen und Stars. Darüber hinaus betreibt der studierte Philosoph den Online-Newsletter ‹abspann›, der 14-täglich aktuelle Filmbesprechungen anbietet.
www.filmbulletin.ch
www.cinemabuch.ch
www.abspann.ch
Thomas Binotto, ‹Mach’s noch einmal, Charlie!›, 100 Filme für Kinofans. Verlag Bloomsbury, 2007. Ca. 324 S. mit zahlr. Abb., gb., CHF 26.80
Dramenentwicklung
db. Wer Theaterstücke schreibt, braucht Möglichkeiten, ihre Bühnentauglichkeit zu testen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Die Gruppe Dramatik innerhalb des Verbandes Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) bietet in Koordination mit dem Literaturhaus Basel einmal monatlich öffentliche Arbeitstreffen an. Dabei werden neue, im Entstehen begriffene Stücke gemeinsam gelesen und diskutiert. An den Abenden können sich Schreibende, Theaterleute, KritikerInnen und alle an aktueller Dramatik interessierten Personen beteiligen. Als nächstes werden Arbeiten von Simon Froehling und des Baslers Lukas Holliger besprochen. Letzterer hat 1999 im ‹Raum33› selber eine Dramatiker-Nachwuchsreihe mit aufgebaut.
Dramatikertreffen: Mo 12.2. Simon Froehling, ‹Feindmaterie› und Mo 12.3. Lukas Holliger, ‹Angst verboten›. Jeweils 19.15—22.00, Literaturhaus Basel
Buchtipp: ‹Stück-Werk 4›, Deutschschweizer Dramatik, Hg. Veronika Sellier und Harald Müller. Theater der Zeit, ISBN 3-93434455-0
Verlagsgründung
db. Mit vier Titeln startet Anfang Februar ein neuer Basler Verlag, der vom Grafikbüro Müller & Hess ins Leben gerufen wurde. Ihre Stellung als Art Director und Gestalter (u.a. der Weltwoche, des Tages-Anzeiger Magazins, des ‹du› und der Theaterzeitung des Theater Basel) verschafften ihnen etliche gute Kontakte, u.a. zu versierten Medienleuten, was sich nun im Verlagsprogramm niedergeschlagen hat: Das erste Buch ist Michael Schindhelms Verarbeitung seines ‹Abenteuers Schweiz›, gemäss Klappentext «eine Art Liebeserklärung». Das zweite, vom Verlagsmitinhaber Markus Schneider, berichtet von aktuellen Tellerwäscherkarrieren in der Schweiz, das dritte sind Wanderkolumnen von Thomas Widmer und im vierten porträtiert Jörg Becher, rechtzeitig zur ‹Art›, die angeblich ‹50 wichtigsten Künstler der Schweiz›. Die Bücher sind gewiss edel und ungewöhnlich gestaltet und so zeitgeistig wie der Name des Verlags: ‹Echtzeit›.
Echtzeit Verlag GmbH, www.echtzeit.ch
Lesung Michael Schindhelm: Sa 3.2., 18.00,
Theater Basel, Nachtcafé
Arabische Poesie
db. Zweimal jährlich erscheint in Basel und auf Deutsch eine Zeitschrift für arabische Gegenwartsliteratur: ‹Lisan›, was soviel wie Zunge, Sprache bedeutet. Herausgeber des Magazins ist der aus Ägypten stammende Literaturwissenschaftler Hassan Hammad, der vor drei Jahren den Lisan Verlag gründete und seither eine Handvoll Bücher publizierte, darunter einen Roman, Erzählungen und Lyrik. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift ist eigentlich ebenfalls ein Buch und behandelt das Schwerpunktthema Kairo in der (vorwiegend ägyptischen) zeitgenössischen Literatur. Es enthält u.a. Porträts, Interviews und Nachrichten über arabische Kulturschaffende, Kairo-Impressionen von verschiedenen AutorInnen sowie zahlreiche Kurzgeschichten, Gedichte und Fotos. Und es vermittelt einen Eindruck vom Reichtum dieser Kulturwelt, die hier immer noch weitgehend unbekannt ist. Das nächste Heft wird u.a. libanesische Schreibende vorstellen.
Lisan Magazin Nr. 2, 2006, Kairo, 176 S. mit Abb., kt., CHF 29, www.lisan.ch
Anthologien
db. Seit 1993 wird der Schreibwettbewerb ‹Die Basler Eule› durchgeführt, den die Basler Jugendschriftenkommission und der Basler Buchhändler- und Verleger-Verein ins Leben gerufen haben. Über 150 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren haben sich 2006 daran beteiligt und Texte zum Thema ‹WendePunkt› eingeschickt. Sie wurden nach drei Alterskategorien bewertet und die 20 besten Beiträge in einem Buch versammelt. Sie erzählen von Liebe und Leid, Umzug und Umsturz, Letzteres etwa im Bericht eines Steins der Berliner Mauer. – Um ‹Tierisches› geht es in einer Anthologie von 16 Autorinnen des Netzwerks schreibender Frauen, Femscript. Die Texte wurden am Basler Femscript-Schreibtisch erarbeitet, Lyrik und Prosa, z.T. in Mundart und mit überraschenden Einfällen.
‹Wendepunkt›, Geschichten von Jugendlichen, Christoph Merian Verlag, Basel, 2006. 140 S., kt., CHF 16.80
‹Tierisches›, Prosa und Lyrik von Femscript-Autorinnen, OSL-Verlag, Basel, 2006. 136 S., kt., CHF 20
UB-Streifzüge
db. Die Universitätsbibliothek Basel ist die älteste Unibibliothek der Schweiz und birgt heute mehr als drei Millionen Werke, darunter kostbare Handschriften, Frühdrucke und Karten. Im letzten Jahr lancierte sie versuchsweise die Veranstaltungsreihe ‹UB-Streifzüge›, die auf ein enormes Interesse stiess und deshalb fortgeführt wird. Überhaupt sind die Führungen, Ausstellungen und Anlässe der Bibliothek beliebt und haben neben der universitären Kundschaft ein breites Stammpublikum, das die Entwicklung der UB interessiert begleitet. An den monatlichen ‹Streifzügen› stellen ExpertInnen jeweils einen Sonderbestand vor und berichten z.B. über autobiografisches Schrifttum, Kuriositäten, Buchbindetechniken, Kartografie, frühe Flugschriften oder die Virtuelle Bibliothek. Die Teilnahme an den Themenabenden ist kostenlos, eine Voranmeldung jedoch notwendig.
UB-Streifzüge 2007: jeweils Mi, 18.00 (31.1., 21.2., etc.), T 061 267 31 00, www.ub.unibas.ch
Büchermarkt
db. Ein Paradies für Bibliophile (und eine monetäre Gefahr) ist der jährlich stattfindende Antiquariatsmarkt. Rund ein Dutzend HändlerInnen der Region zeigen ihre Schätze und laden zum Stöbern ein. Neben Büchern zahlreicher Fachgebiete – darunter Erstausgaben, illustrierte Werke, Raritäten und Kostbarkeiten – sind auch Autografen, Kunstdrucke und Stiche aus verschiedenen Jahrhunderten sowie Kuriositäten erhältlich. Die Stände werden von Fachleuten betreut, die auch gerne kostenlos beraten und ihre Besonderheiten präsentieren. Angebote gibt es in allen Preislagen, und bei einem Kaffee kann man sich von der Schnäppchenjagd erholen.
12. Basler Büchermarkt der Antiquare:
Fr 2. bis So 4.2., Zunftsaal des Schmiedenhof, Rümelinsplatz. Fr 17.00—20.00, Sa 11.00—18.00, So 11.00—16.00.
Vorschau: 13. Antiquariats-Messe: Fr 9. bis So 11.3., Kunsthaus Zürich, grosser Vortragssaal (32 Aussteller aus dem In- und Ausland), www.bookfair.ch
Literaturförderung
db. Die Vergabungen der staatlichen Kulturförderstellen werden zwar kommuniziert und doch ist vielen nicht bewusst, dass und wie viele Mittel wohin fliessen. Der Fachausschuss Literatur BS/BL, die kantonale Literaturförderstelle beider Basel, geht neue Wege: Er präsentiert geförderte AutorInnen der Region mit einer Lesung aus noch unveröffentlichten Werken. An der erstmals durchgeführten ‹Lese 06› treten keine gänzlich Unbekannten, aber vier sehr unterschiedliche Charaktere (und Stile) auf: Irena Brezna, Roland Merk, René Schweizer und Daniel Zahno. Die beiden Fachausschussmitglieder Olga Rubitschon und Jürg Seiberth moderieren den Anlass, der von Regula Düggelin, der Beauftragten für Kulturprojekte im Basler Ressort Kultur, eröffnet wird. – Brezna und Zahno sind übrigens mit neuen Texten auch am Baselbieter Lesezyklus ‹auf und davon› beteiligt.
‹Lese 06›: Do 1.2., 19.00, Literaturhaus Basel
‹auf und davon›: Fr 9.2., 19.30, Dichter- und Stadtmuseum, Liestal
Haus auf Wanderschaft
cz. 1928 erstellte die erste selbständige Architektin der Schweiz, Lux Guyer (1894–1955), für die Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit (Saffa) in Bern ein Fertighaus mit einer wegweisenden Holzkonstruktion: ein Pionierwerk zwischen bürgerlicher Wohnkultur und radikaler Moderne. Nach der Ausstellung wurde das Haus abgebaut und diente, wieder aufgerichtet, in Aarau 70 Jahre als Wohnhaus. 1999 drohte der Abriss. Doch dem 2002 gegründeten ‹Verein prosaffahaus› gelang es, die Gelder für Demontage, erneuten Wiederaufbau und Restaurierung dieses baugeschichtlichen Denkmals zu beschaffen. Heute dient das Saffa-Haus in Stäfa als Eltern-Kind-Zentrum. Ein wunderschön gestaltetes und reich illustriertes Buch schildert nun seine wechselvolle Geschichte und den historischen Kontext. Beigelegte Pigmenttafeln machen die Farbgestaltung sinnlich erfahrbar.
‹Die drei Leben des Saffa-Hauses›. Gta Verlag, ETH Zürich, 2006. 100 S., gb., CHF 38.00, mit DVD von Renata Münzel: ‹Frauen bauen —Schweizer Architektinnen›
Aktuelles Design
db. Einblicke in das zeitgenössische Schaffen im Bereich der angewandten Kunst vermittelt das ‹Form Forum Schweiz›, dem über 700 GestalterInnen aus allen Landesteilen angeschlossen sind. Rund 40 von ihnen zeigen an der Muba neue Kreationen (Schmuck, Möbel, Mode etc.) in Keramik, Glas, Papier, Textil, Metall und Holz.
Form Forum Schweiz: Fr 2. bis So 11.3., Muba/Wohnsinn, Halle 1.1, Stand K60, täglich 10.00—18.00. Infos: www.formforum.ch
Stephanie Grob
db. Eigentlich mache sie immer dasselbe, sagt Stephanie Grob, und das stimmt gewissermassen. Trotzdem sieht das vermeintlich Gleiche auf ihren Bildern immer wieder anders aus und ist darum stets neu erfahrbar. Eines der Motive, mit denen sie sich in den letzten zwei Jahren intensiv auseinandergesetzt hat, ist eine Muschel, die sich freilich dank einem Bestimmungsbuch erst kürzlich als Purpurschnecke entpuppte. Eine kleine Trouvaille, welche die Künstlerin stets mit sich herumtrug, um ihre komplexe Form zu verinnerlichen. Und die sie in Serie und zunächst blind mit Graphitstift auf Japanpapier zeichnete, dann mit Kohle, Öl-, Pigment- und Aquarellfarben auf andere Papiere und Leinwand malte, von Postkarten- bis Tischtuchgrösse. Manchmal ist die ovale Form mit der hügeligen Oberfläche gut erkennbar, manchmal nur noch angedeutet oder aufgelöst in vertikale oder horizontale Striche. Sie bilden rhythmische Muster, die an Landschaften und Wellen, an Vogelzüge und Sträucher, an Flimmerndes und Felliges erinnern. Dass Stephanie Grob zu allem Kreatürlichen eine innige Beziehung hat, ist auch in anderen ihrer Werke zu erkennen. Eine Auswahl zu den Themen Körper, Räume, Gefässe zeigt eine Doppelausstellung im Birsfelder Museum und bei Franz Mäder, zu der ein Katalog mit einem Text von Annemarie Monteil erscheint.
Stephanie Grob: Fr 9.2., 19.00 (Vernissage), bis So 11.3., Birsfelder Museum sowie Galerie Mäder
Ilse Ermen
db. ‹Während der Belüftungszeiten werden die Leser nicht bedient›, heisst es auf einem Schild in der Staatsbibliothek von St. Petersburg. Dies wurde zur Initialzündung für das neueste Projekt von Ilse Ermen, die seit Jahren mit sprachlichen Phrasen arbeitet – z.B. mit Sprichwörtern, Lehrsätzen, Buchtiteln, Grabinschriften, Zitaten und Schlagwörtern. Mit diesem Material spielt die Sprachwissenschaftlerin, Bild- und Objektkünstlerin souverän, subtil und subversiv zugleich. Sie nimmt Botschaften und Begriffe auseinander und stellt sie neu zusammen, kreiert damit andere, oft irritierende Bedeutungen und ironisierende Formulierungen, die gängige Denk- und Wahrnehmungsmuster unterlaufen. Sie fotografiert oder notiert Texte, überträgt sie auf Post- oder Karteikarten, prägt sie in Kunstharz- oder Stahlplatten. In ihrer aktuellen Installation zeigt sie eine Serie von Verbots- und Hinweisschildern in unterschiedlichen Sprachen. Aus dem Kontext gerissen, hängen sie auf Papierbanderolen als wildes Sprachbabel vertikal nebeneinander: eine Bibliothek unsinniger Verlautbarungen. – Neben dieser Installation im Werkraum Warteck kuratiert Ilse Ermen in ihrem Atelier im Gundeli Veranstaltungen mit anderen Kunstschaffenden.
Installation ‹Während der Belüftungszeiten›: Sa 10.2., 18.00 (Vernissage im Gästeatelier/ Malzrumpf) bis So 18.3.
Anwesenheit der Künstlerin: Mo 12. bis Sa17.2., täglich 17.00—20.00, Gästeatelier Warteck. Weitere Infos: www.ilse-ermen.com
Irène Zurkinden
db. Sie zählt zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Stadt Basel, hatte hier regelmässig viel beachtete Ausstellungen und einen grossen Freundeskreis, und doch ist erst jetzt ein Buch über Irène Zurkindens Leben und Werk erschienen. Die 1909 in Basel geborene und 1987 verstorbene Künstlerin wuchs in einer musisch gesinnten, aufgeschlossenen Familie auf und wusste schon früh, was sie werden wollte. Vorab das Zeichnen und die Mode hatten es ihr angetan, sie besuchte die Gewerbeschule und bildete sich zur Modezeichnerin und Porträtistin aus, Tätigkeiten, mit denen sie sich rasch selbständig machte und die sie lebenslang ausübte. 1929 ging die gross gewachsene Blondine erstmals nach Paris, das zu ihrer zweiten Heimat wurde und wo sie auch Stadtansichten malte. Von der tobenden Zeitgeschichte erzählen ihre Bilder nichts. Mit Meret Oppenheim befreundet, lernte sie zwar die Surrealistenkreise kennen, ging aber stets ihren eigenen Weg, erst später schloss sie sich der Basler Gruppe 33 an. Mit einem Jazzmusiker hatte sie zwei Söhne. Sie arbeitete in einem Larvenatelier, schuf Kostüme, Bühnenbilder, Illustrationen; ihre Zirkus- und Fasnachtsmotive sind nach wie vor gefragt. Neben Freundschaften mit Aussenseitern gewann sie eine treue Kundschaft im Basler Bürgertum. Die Monografie gibt Einblicke in ihr Schaffen und in ein Stück Basler Kunstgeschichte.
Hans-Joachim Müller, ‹Irène Zurkinden›, Friedrich Reinhardt Verlag, 2006. 212 S. mit zahlr. Abb., gb., CHF 68
Sinnliche Fragmente
cz. Wohl jede Antikensammlung zählt den einen oder anderen Torso zu ihren Beständen, versehrte Gestalten ohne Arme, Beine oder Kopf. Noch heute ergänzen wir das Fehlende in einem sinnlichen Prozess reflexartig zur einstigen Form; das skulpturale Fragment als Kunstform ist eine noch junge Erscheinung. Im 19. Jahrhundert muss es also eine ungeheure und wohl auch ungeheuerliche Neuerung gewesen sein, als Künstler wie Rodin den Torso zum ‹vollständigen› Kunstwerk erklärten. Eine soeben erschienene Publikation befasst sich anhand von Werken des Kunstmuseums Basel mit der Thematik und der historischen Entwicklung des Torsomotivs bis hin zur Moderne und bietet damit einen aussergewöhnlichen Führer für einen sehr speziellen Rundgang durchs Museum.
Andrea Schweiger, Heinz Stahlhut, ‹Braucht man zum Gehen einen Kopf?› Torso und Fragment in Skulptur und Plastik des 20. Jahrhunderts. Kunstmuseum Basel, CHF 29
Charismatisches Chartres
db. Wer einmal dort war, will immer wieder hin, denn der Ort hat einen besonderen Zauber, vor allem die berühmte Kathedrale mit ihren leuchtend bunten Fenstern und dem erstaunlichen Labyrinth. Sie gilt als Vorbild für die Gestaltung mittelalterlicher Sakralbauten und war einer der kulturell produktivsten Orte Europas jener Zeit. Im 12. Jahrhundert wurden einige Lehrkräfte der Kathedralschule zum Ausgangspunkt einer philosophischen Bewegung, die einen umfassenden geistigen Aufschwung initiierte. Die Impulse dieser ‹Schule von Chartres› können uns heute noch beeindrucken, wenngleich über die damaligen Texte und Denker bisher nur wenig bekannt ist. Eine Kulturtagung am Goetheanum stellt die geistesgeschichtlichen Hintergründe und Erkenntnisthemen der Schule sowie einzelne Persönlichkeiten vor; dabei wird auch die Kathedrale mit ihren Schätzen stets präsent sein.
‹Vom Denken zum Schauen der Natur: Die Schule von Chartres›: Fr 23. bis So 25.2., Goetheanum, Dornach. Mit Roland Halfen (Dia-Vorträge) und Annette Strumm (Eurythmie). Infos: T 061 706 44 46
Geschichtsbewusst
db. Vor gut 170 Jahren wurde die Historische und Antiquarische Gesellschaft (HAG) gegründet, um – kurz nach der Kantonstrennung von 1833 – das intellektuelle Leben Basels zu bereichern. In- und ausländische Gelehrte wurden zu Vorträgen gebeten, darunter auch Jacob Burckhardt und Johann Jacob Bachofen. Bis heute pflegt und fördert die HAG historisches Wissen im weitesten Sinne und lädt ihre rund 600 Mitglieder im Winterhalbjahr zweimal pro Monat zu Referaten mit anschliesssender Diskussion und Geselligkeit ein; ferner wird jährlich eine Exkursion unternommen. Die HAG vereinigt Fachleute und Laien, die an Geschichte interessiert sind. Sie gibt eine Zeitschrift heraus, beteiligt sich an Editionen und hat eine Bibliothek aufgebaut. Seit 1884 engagiert sie sich zudem für die Römerstadt in Augst. – Im Februar-Vortrag geht es um die chinesische Strategie der List.
HAG-Vorträge: jeweils Mo 12.2. und 5.3., 18.15, Alte Aula d. Museen, Augustinergasse 2




