Jetztzeit-Archäologin | Ausstellung Ursula Stalder
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Am Anfang war es ein Spiel, dann wurde es eine Leidenschaft und schliesslich eine Berufung: Die Sammeltätigkeit von Ursula Stalder, die faszinierend und erschreckend zugleich von Überfluss und Vergänglichkeit erzählt. Seit rund 15 Jahren ist die Luzerner Künstlerin unterwegs an Stränden und in Wüsten, in Städten und Randzonen Europas, mit offenbar nie erlahmendem Interesse an Fundstücken aus Natur und Kultur. Stets bereit, dem Unerwarteten zu begegnen, dem Vergessenen, Verlorengegangenen, den Überbleibseln der Zivilisation und den Kunstwerken aus Pflanzen- und Tierreich. In rund 250 Bananenschachteln lagern ihre Schätze mittlerweile, mit zigtausend säuberlich archivierten Objekten, die sie zu ästhetischen Bildern, Installationen oder Bodenarbeiten arrangiert.
Einen Teil dieser Sammlung hat 1994 erstmals Martin Heller in Zürich gezeigt, weitere erfolgreiche Ausstellungen im In- und Ausland folgten, in Basel war das poetisch-skurrile Werk allerdings noch nie zu sehen. Nun bietet die Galerie Armin Vogt eine Plattform für einige ‹Stationen›, zeigt Strandgut und Fundsachen aus verschiedenen Orten als Wandkompositionen und in Schaukästen. Ursula Stalder sammelt weiter, derzeit in der Lagune Venedigs für ein Grossprojekt – ausrangierte Schiffe, Tanks, Bojen –, die sie im Sommer in der Innerschweiz als Open air-Installation präsentieren wird. In ihrer Heimat hat die Jetztzeit-Archäologin bisher erst die ‹Haustiere›, sprich Insekten ihres Ateliers gesammelt. | Dagmar Brunner

 

‹Stationen› von Ursula Stalder: Mi 31.1., 18.00 (Vernissage) bis Sa 24.2., Galerie Armin Vogt, Riehentorstr. 15.
Di bis Fr 14.00—18.00, Sa 13.00—16.00

 

 

(Heft Februar 2007)