CHRISTOPHER ZIMMER
Das Integrationsprojekt ‹Mus-E› startet in Basel.
Dass künstlerische Aktivität die Entwicklung von Kindern fördert, ist weitgehend anerkannt. Vielfältig sind die entsprechenden Einrichtungen, auch in den beiden Basler Kantonen: Education Projekte, Gare des Enfants, das Theaterprojekt ‹fremd?!› (s. auch S. 14, 15), K’Werk Bildschule, Theater- und Medienfalle oder ‹kis› (Kulturelles in Schulen) Baselland, um nur einige zu nennen. Ganz abgesehen von den zahlreichen integrativen Angeboten, die sich z.B. bei Wildwuchs präsentieren (s. S. 16).
Als Novum für Basel kündigt sich nun ‹Mus-E› (Multikulturelles und soziales Schulprojekt für Europa) an. 1993 auf Initiative des Geigers Yehudi Menuhin und des damaligen Leiters der Musikschule am Konservatorium Bern, Werner Schmitt, ins Leben gerufen, hat sich dieses Programm die soziale, emotionale und körperliche Sensibilisierung von Schulkindern im Rahmen einer ganzheitlichen Bildung zum Ziel gesetzt. Dafür werden Theater, Tanz, Musik, bildende Kunst oder Film während zwei Jahren mit zwei Wochenstunden in den Primarschulalltag integriert. Die ‹Mus-E›-Lektionen ersetzen nicht den Musik-, Zeichen- oder Turnunterricht, sondern sind Teil des regulären Stundenplans. Durchgeführt werden sie von professionellen Kunstschaffenden, die bereits Erfahrung in der Arbeit mit Kindern haben und die Lektionen im Teamteaching mit der jeweiligen Lehrperson leiten.
‹Mus-E› richtet sich ganz gezielt auch an Kinder mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Familien. Die Kontinuität des zweijährigen Programms soll dabei die Nachhaltigkeit gewährleisten, die Freiheit vom Notendruck das Selbstwertgefühl der Kinder stärken. Davon verspricht man sich, wie bei vergleichbaren anderen Projekten, das Wecken kindlicher Potenziale, die Förderung des Sozialverhaltens und der Konzentrationsfähigkeit, Gewaltprävention und bessere schulische Leistungen.
Die bisher gemachten Erfahrungen bestärken diese Hoffnung und haben zu einer breiten Unterstützung, auch von Seiten der Politik, geführt. Das Programm ‹Mus-E› gibt es aktuell in 12 europäischen Ländern und in Israel, und hat auch in der Schweiz eine steile Zielvorgabe. Waren es 2009/10 noch 18 Klassen in Bern, werden es 2010/11 bereits 92 Klassen in mehreren Kantonen sein, 2011/12 sollen gar 200 Klassen mitmachen. Im kommenden Schuljahr wird neu auch Basel-Stadt dabei sein, das Erziehungsdepartement ermöglicht die Teilnahme von 7 Primarklassen.
Weitere Infos: www.muse.ch
Anmeldeschluss für interessierte Schulen: 31.5. Bewerbungsformular: http://sdu.edubs.ch/projekte (› Mus-E)
(Heft Mai 2011, S. 10)




