StART in der Oslostrasse
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FRANÇOISE THEIS

 

Weitere Puzzlesteine der Vision Dreispitz werden gesetzt.
Rege wurden während der Museumsnacht Anfang Jahr die Räume der Oslostrasse besucht und besichtigt, welche die designierten Betreiber für diesen Anlass bespielten. In der Zwischenzeit hat man weiter gebaut und geplant, und Ende Mai findet nun die offizielle Eröffnung mit Ansprachen und Fest statt. Als Motor und finanzielle Trägerin der verschiedenen Initiativen an der Oslostrasse betätigt sich die Kulturabteilung der Christoph Merian Stiftung. Langfristiges Ziel der Stiftung ist es, aus dem einst abgeschotteten Areal heraus ein neues Stadtquartier zu entwickeln, das allerdings zu einem grossen Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Münchenstein liegt. Bleiben werden Industrie und Gewerbe, gefördert wird das Wohnen, und als Herzstück soll das Kunstfreilager, mit diversen Ausstellungsräumen an der Oslostrasse und der Schule für Gestaltung und Kunst,  Leben in die Gegend bringen – auch am Abend, da die  vielen Dreispitztore nun während der Nacht nicht mehr verriegelt werden.

 

Terrain-Erkundungen. Das Haus für elektronische Künste Basel, unter dessen Dach neu das etablierte Plug-in und das alljährlich stattfindende Festival Shift zusammengefasst sind, wird ganzjährig Ausstellungen zeigen und damit kontinuierliche Präsenz markieren. Die Eröffnungsschau ‹Together in Electronic Dreams› etwa lotet den paradoxen Zustand der abwesenden Anwesenheit virtueller Kommunikationsformen aus. Da der Direktionsposten nach Abgang von Annette Schindler nicht neu besetzt wird, versucht sich das Team des Hauses in einer kooperativen Leitungsform. Kurator Raffael Dörig kann im Ausstellungsbereich auf die langjährige Pionierarbeit des Plug-ins aufbauen, zudem soll die elektronische Musik verstärkt ins Programm aufgenommen werden.
Erst vor kurzem haben die beiden jungen Kuratorinnen  Simone Neuenschwander und Christiane Rekade den Zuschlag in Form einer zweijährigen Carte blanche für den Ausstellungsraum Oslo 10 erhalten. Mit dem ironischen Leitspruch ‹hotavantgardehothot› ziehen sie an der Oslostrasse ein und lesen dabei Avantgarde als Anspruch des zeitgenössischen Kunstschaffens und als Vorhut auf einem noch unbekannten Terrain. Zunächst werden sie das Gelände mit einmaligen und flüchtigen Performances und Installationen erkunden, um dann ab Herbst auch Ausstellungen zu präsentieren.
Weiter wird das Iaab im Basement punktuell Arbeiten der Beteiligten seines Austausch- und Atelierprogramms ausstellen. Ferner hat sich eine Galerie an der Oslostrasse eingemietet: Oslo 8 – contemporary photography, zeigt seit Mitte April in Kooperation mit einer Basler Galerie Werke von René Burri, zum Eröffnungsfest sind dann Fotografien aus Island der beiden Basler Kunstschaffenden Silvia  Bächli und Eric Hattan zu sehen.

 

Eröffnungsfest: Fr 27.5., 18.30, Oslostr. 8–10, Dreispitz, Tor 13 → S. 31 ‹Together in Electronic Dreams›: Sa 28.5. bis So 18.9.,  Haus für elektronische Künste, Oslostr. 10, www.haus-ek.org,  www.oslo10.ch, www.iaab.ch, www.oslo8.ch

 

Fotos von René Burri: bis Sa 14.5., Galerie Oslo8 (Teil 1 ‹Two Worlds›), und Galerie des 20. Jahrhunderts, Elisabethenstr. 40 (Teil 2 ‹Black & White)

 

Ausserdem: Interdisziplinäres Bühnenstück ‹Lines & Clusters›:  Do 26. bis Sa 28.5., 20.30, Dreispitzhalle, Helsinkistrasse 5 → S. 40

 

(Heft Mai 2011, S. 24)