DAGMAR BRUNNER
Musealer Kulturaustausch.
Was hat Birsfelden mit Grenzach-Wyhlen zu tun? Die beiden Gemeinden sind Nachbarn, wenn auch getrennt durch den Rhein und je anderen Ländern zugehörig. Der Hafenlärm sorgt zwar immer wieder für Zwist, doch gibt es auch positiv Verbindendes. Diesem sowie den Unterschieden und Besonderheiten ist ein Ausstellungsprojekt auf der Spur, das grenzüberschreitend erarbeitet wurde und individuell bestückt gleichzeitig hier wie dort stattfindet.
Auf eine akademische Schau wurde indes verzichtet. Unter dem Titel ‹Musée sentimental› zeigt jede Gemeinde eine Auswahl historischer Objekte und Dokumente, die vom Leben beidseits des Rheins erzählen. Es sind meist Alltagsgegenstände – der Säbel, mit dem der letzte Nachtwächter durch Birsfelden schritt, die Ziegel, die zur Römerzeit eine vornehme Villa in Grenzach bedeckten, der Schuh eines Flössers oder einer Gemüsefrau –, Dinge, an denen sich Erinnerungen entzünden und die zum Weitererzählen anregen wollen. So erfährt man z.B. einiges über das Grenzacher Freibad, über Gold-Transporte per Velo, Zeppeline und die deutsche alte Schrift oder über Lachsfischerei, die Seidenband-Industrie und den Baselbieter Schnaps.
Das Birsfelder Museum als Schweizer Partner feiert mit dieser Ausstellung sein 20-jähriges Bestehen. Es wird von der gemeinderätlichen Kulturkommission geführt und verfügt über ein Archiv zur Dorfgeschichte, eine ansehnliche Kunstsammlung und attraktive Ausstellungsräume, in denen regelmässig Werke regionaler Kunstschaffender, thematische und historische Ausstellungen sowie Begleitveranstaltungen präsentiert werden. Im ‹Musée sentimental› wird nun noch mehr kulturelle Vielfalt sichtbar.
‹Musée sentimental›: bis So 6.11., Birsfelder Museum und Zehnthaus, Grenzach-Wyhlenl → S. 34
(Heft Oktober 2011, S. 24)




