Jahresende mit Kunstmarathon
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CLAIRE HOFFMANN

 

Die Regionale gibt während sechs Wochen Einblick ins hiesige Kunstschaffen.
Sie wächst. Nicht nur an Renommee und Teilnehmenden, sondern auch an Formaten und Formen des Austauschs. An der trinationalen Kunstausstellung Regionale, entstanden aus der Tradition der Basler Weihnachtsausstellungen, engagieren sich mittlerweile 15 Institutionen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz.
Auch dieses Jahr haben über 500 Kunstschaffende ihre Dossiers eingereicht, die während zwei Wochen von Fachleuten der beteiligten Institutionen gesichtet wurden. Dies sei eigentlich die spannendste Zeit, während der viel ausgetauscht, ausgebrütet, heftig diskutiert und schliesslich ausgewählt werde, erzählt Felizitas Diering, die Koordinatorin der Grossveranstaltung. KünstlerInnen können aber auch direkt eingeladen werden.
Während die Regionale die Dossiers zentral verwaltet und die Kommunikation organisiert, sind die Ausstellungen voneinander völlig unabhängig und so verschieden wie die einzelnen Räume und Kunstschaffenden. Einige scheinen eher von den Künstlerdossiers auszugehen, ohne ein ausgeprägtes Überthema bedienen zu wollen (Städtische Galerie Stapflehus, Kunst Raum Riehen, Fabrikculture, Projektraum M54) oder werden in Zusammenarbeit mit Kunstschaffenden kuratiert (La Kunsthalle, Mulhouse).
Andere Institutionen treten mit konzeptuelleren Ansätzen auf. Im Kunstraum Klingental wird beispielsweise der Raum architektonisch verändert und bei zwei Anlässen von Performances bespielt. Um die Einsamkeit im Alltag geht es im Kunsthaus Baselland mit ‹meubler la solitude›, und in ‹I did it again› (Kunsthaus L6, Freiburg) wird das Prinzip der Serie in der Kunst in seinen unterschiedlichen Formen beleuchtet, während in Liestal nach den utopischen (Un)Möglichkeiten der Kunst gesucht wird (‹If six was nine›, Kunsthalle Palazzo).

 

Kunst in Innen- und Aussenräumen. Auch regionale Auswahlkriterien können das Programm definieren. Die Kunsthalle Basel besinnt sich auf eine von Jean-Christophe Amman kuratierte Ausstellung von 1981 und zeigt ‹6 Künstler aus Basel x 2›. Über der historischen Konstellation von damals finden im Obergeschoss sechs neue Positionen Eingang. Ebenfalls sechs Kunstschaffende, diesmal aus dem Elsass, bekommen für ‹à 6› (T66 Kulturwerk, Freiburg) eine Carte blanche. Es sei eine bewusste Entscheidung, während der Regionale «nicht die eigene Klientel zu bedienen», erklärt der Direktor des Ausstellungsraums, G. Martin Krauss.
Gespannt darf man sein auf das neue Aussenprojekt (man fühlt sich fast an den Art Parcours erinnert), in dessen Rahmen Videos und Installationen im öffentlichen Raum in Basel, Freiburg, Mulhouse und Strassburg gezeigt werden. Passend zum Austausch-Motto der Regionale stellen die einzelnen KünstlerInnen jeweils in einem Nachbarland aus.
Um dieses reiche und doch regional verstreute Programm zu bewältigen, gibt es vier Shuttle-Bustouren (neu auch ab Strassburg und Freiburg), die dem Publikum diesen Kunstmarathon erleichtern. Achtung, Plätze sind begehrt!

 

Regionale 12: bis So 8.1., www.regionale.org

 

(Heft Dezember 2011, S. 27)