Kultureller Spagat
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CHRISTOPHER ZIMMER

 

Jugendliche aus OS-Klassen erzählen von ihrem Alltag zwischen zwei Kulturen. Seit bereits vier Jahren findet alljährlich das transkulturelle Theater- und Bildungsprojekt ‹fremd?!› statt, initiiert von der Regisseurin undSchauspielerin Anina Jendreyko. Einbezogen werden jeweils 7. Klassen an Orientierungsschulen mit hohem Migrationsanteil. Ausgangspunkt der Arbeit ist der tägliche Spagat der Schüler-Innen zwischen ihrer Herkunftskultur und der Mehrheitskultur in Schule und Freizeit. Dieses Verankertsein in zwei unterschiedlichen kulturellen Kontexten bildet, so die Projektbeteiligten, «ein unerschöpfliches Reservoir für spannende Geschichten».
Betreut werden die SchülerInnen von Profis aus Theater, Tanz und Musik, die z.T. selber einen interkulturellen Hintergrund haben. Spielvorlage und Texte werden von den Jugendlichen entwickelt. So entstehen Aufführungen, in denen Familie, Freunde, Wünsche, Träume und Probleme authentisch lebendig werden. Höhepunkt der sich über ein halbes Jahr hinziehenden Arbeit bilden Auftritte an öffentlichen Bühnen.
War im letzten Jahr nur das Vorstadttheater beteiligt, so sind heuer noch die Kaserne und die Theaterfalle dazugekommen. In einer Pilot-phase soll künftig je ein Projekt pro Jahr an drei verschiedenen Schulhäusern realisiert werden; 2010 aus den Quartieren Kleinhüningen, Drei-rosen und dem ‹Gündülü›. Verstärkt wird dieser Verbund durch den im vergangenen Jahr gegründeten Verein ‹fremd?!›, dem auch die mitwirkenden Kulturhäuser beigetreten sind, und über den die drei Produktionen organisiert und finanziert werden.

 

‹fremd?! – Kleinhüningen›: Do 27.5. bis Mo 31.5., Kaserne Basel → s.S. 27

 

‹fremd?! – Gündülü›: Mi 26.5. bis Mo 31.5., Theaterfalle Basel → S. 28

 

‹fremd?!› – Dreirosen›: Do 27.5. bis Mo 31.5., Vorstadttheater Basel → S. 29

 

(Heft Mai 2010, S. 10)