Gemeinsam lachen und weinen
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ALFRED SCHLIENGER

 

Die Kultkinos gründen einen Förderverein und lancieren ein Filmfest. Andreas Bichweiler redet nicht lang um den heissen Brei: «Klar, dass wir den Förderverein ‹kult.amici› jetzt gründen, hängt auch mit der ökonomisch schwierigen Situation zusammen, in der die Kultkinos gegenwärtig stecken.» Schweren Herzens hatten sich die Kinobetreiberinnen entschlossen, vergangenen Juni ihren Saal im Movie zu schliessen. Es bleiben die sechs Kinosäle im Atelier, Club und Camera, und sie ermöglichen immer noch eine Vielfalt cinéastischer Erlebnisse, die für Basel einzigartig ist und unbedingt erhalten werden soll. Bichweiler ist der Initiator von ‹kult.amici› und der Besitzer von Ramstein Optik. Dass er ein Filmbegeisterter ist, konnte man bisher schon an den feinsinnig gestalteten Broschüren sehen, die er mit den Kultkinos herausgegeben hat. «Es ist für mich etwas vom Schönsten, diese hochemotionalen Geschichten gemeinsam mit andern im Kinosaal zu erleben, gemeinsam mit andern zu lachen und zu weinen. Das erlebt man so nicht vor dem Fernseher.»
Ein Blick ins Basler Kinoprogramm von Mitte August zeigt: In den 6 Sälen der Kultkinos laufen selbst in den flaueren Sommermonaten 12 unterschiedliche Filme, ab Herbst sogar 17 bis 19 Filme pro Woche; in den 21 Sälen der übrigen Kinos werden nur 13 Filme gezeigt, weil 7 davon gleich in mehreren Sälen gespielt werden und damit 16 Säle belegen. Ohne die Kultkinos würde das Filmangebot in Basel praktisch auf weniger als die Hälfte reduziert. Kommt hinzu, dass ohne Kultkinos unser Blick auf die Welt massiv verengt würde: Während die Kommerzkinos vornehmlich den Mainstream hollywoodscher Prägung bedienen, sind die Kultkinos spezialisiert auf hochstehende Unterhaltung und künstlerische Perlen aus aller Welt. «Kino für Herz und Kopf», nennen das die beiden langjährigen Geschäftsleiterinnen Romy Gysin und Suzanne Schweizer.
BotschafterInnen für Kinokultur. Für den Vorstand der ‹kult.amici› haben der kulturell engagierte Ramstein-Chef und Ex-Regierungsrätin Barbara Schneider eine bunte Truppe zusammengetrommelt: den Kabarettisten Massimo Rocchi, den Herzspezialisten Dieter Bernoulli, die Historikerin Isabel Koellreuter, den ehemaligen Regierungsrat Remo Gysin, den Marketingdirektor des Theater Basel, Michael Bellgardt, Nelly Riggenbach von Universum Schweiz, den Steuerexperten und AVO-Session-Mitbegründer Stephan Werthmüller, den Architekten Martin Pfister, den BaZ-Journalisten Patrick Marcolli und den Kommunikationsunternehmer Hansmartin Siegrist.
Schon dieser Vorstand bildet ein Versprechen für wirkungsvolles Networking. Und genau darum wird es in diesem Förderverein gehen. «Wir wollen Menschen im Verein, die stolz sind, zu den ‹kult.amici› zu gehören und als BotschafterInnen für eine vielfältige und hochstehende Kinokultur in die Stadt und die Region hinaus wirken», sagt Andreas Bichweiler. Das erste ‹kult.amici›-Filmfest steigt bereits Ende August.

 

‹kult.amici›-Filmfest: Fr 27.8., ab 18 h, Kultkino Atelier

 

‹kult-amici›-Jahresbeitrag: CHF 100. Auszubildende bis 26 J. CHF 40, Firmen CHF 300. Gegenleistung: Jahresgutschein für einen kostenlosen Kinobesuch mit drei FreundInnen sowie Einladungen zu Vorpremieren, Filmgesprächen etc. während des Jahres. Weitere Infos: www.kultkino.ch/amici

 

(Heft September 2010)