|
Seit der Vertreibung aus dem Paradies, als Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis assen und genau in dem Moment erkannten, dass sie nackt waren, sich deshalb schrecklich schämten und dann eben den Paradiesgarten verlassen mussten (um fortan im Schweisse ihres Angesichts zu ackern und unter Schmerzen zu gebären), seit diesem schwarzen Tag ist Nacktheit problematisch … ist die Scham in der Welt. Es gibt wahrhaft genug Gründe, sich zu schämen. Im Tram bei einer Kontrolle unter aller Augen bekennen müssen, dass man schwarzfährt. Oder bei der Arbeit vor versammelter Mannschaft ein Lob freudig auf sich beziehen, das jemand anderem galt. Gekündigt werden, als erster bei der ersten Kündigungswelle. Seinen Kunden Papiere verkaufen, die wertlos sind oder – womöglich dank eigener Mit- und Nachhilfe – in kurzer Zeit ihren Wert verlieren werden. Für all das kann man sich schämen (und im letzten Fall mit vollstem Recht), doch die Körperscham ist von allen die schlimmste. Zu denken gibt dann aber wieder, dass Freizeitbeschäftigungen wie Nacktwandern, Nacktsegeln, Nacktgolfen (was gäb’ man drum, da mal einen schwungvollen Abschlag sehen zu können!) und sowieso das Nacktbaden sich wachsender Beliebtheit erfreuen, was in südlich-katholischen Ferienorten auch schon dazu geführt haben soll, dass Urlauber vom nahen FKK-Strand (so, wie Gott sie schuf) in der nächsten Bäckerei vor der Theke standen – die sollten sich schämen! |
|




