Treffpunkt kreativer Köpfe | Wiedergeburt des Kulturbüros Basel
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Nach Zürich, Bern und Genf bekommt nun endlich auch Basel (wieder) eine Anlaufstelle für Kulturschaffende.
Kulturbüro? Da war doch mal was! Vor knapp 20 Jahren hatte der Kanton Basel-Stadt eine Informations- und Beratungsstelle für Kulturschaffende mit dem Namen Kulturbüro ins Leben gerufen. Doch 1991 strich der Grosse Rat die Betriebsgelder bereits wieder. Wer heute die Website www.kultuerbuero.ch aufsucht, trifft auf Informationen über die Kulturbüros in Zürich, Bern und Genf; Basel als vierte grosse Kulturstadt fehlt in dieser Auflistung. Anfang Jahr machte nun aber die Ausschreibung einer 50-Prozentstelle für die Ko-Leitung des neuen Basler Kulturbüros die Runde.
Das Kulturbüro, das 1992 verschwand, ohne dass die freie Kulturszene in sich zusammenbrach (sie durchlebte im Gegenteil u.a. im Werkraum Schlotterbeck und in all den Folgeprojekten ein regelrechtes Hoch), soll nun also eine Wiedergeburt erleben. Eine Gruppe von Kulturschaffenden aus verschiedenen Sparten will damit «Hilfe zur Selbsthilfe» sowie «niederschwellig Rat und Unterstützung für die Planung und Organisation selbstinitiierter Kulturprojekte aus Tanz, Theater, Musik, Design, Kunst und neuen Medien» bieten.
Nadja Solari, Videokünstlerin, Grafikerin, eine der InitiantInnen und designierte Ko-Leiterin des Kulturbüros, ist überzeugt, dass es diese Institution in Basel braucht: «In Bern zum Beispiel läuft das Kulturbüro extrem gut», sagt sie. Und auch in Basel habe sich sehr rasch gezeigt, dass der Bedarf nach konkreter Hilfeleistung im Beratungs- und Infrastrukturbereich gross sei – obschon, wie Annina Zimmermann vom Trägerverein einräumt, das professionelle Dienstleistungsangebot in Basel gut ausgebaut sei.

Breites Angebot
Das neue Kulturbüro will wie sein Vorgänger aus den Neunzigerjahren Treffpunkt und Kontaktbörse sein, für Beratung u.a. bei Raum- und Geldsuche zur Verfügung stehen und Weiterbildungsmöglichkeiten vermitteln. Bei einem weiteren wichtigen Standbein geht aber das Angebot des neuen weit über das des alten Kulturbüros hinaus: nämlich bei der Vermittlung und Vermietung von Geräten und Infrastruktur. Zur Verfügung stehen sollen Computerstationen, Kopierer, Audio- und Videokopierstrassen, ein Videoschnittplatz, ein Kleinbus sowie ein kleiner Pool an professionellen Geräten im audiovisuellen Bereich (Videokamera, Fotokamera, Beamer etc.).
Im Frühsommer dieses Jahres soll das neue Kulturbüro – «am liebsten im Kleinbasel, in der Nähe der Kaserne Basel» – seine Pforten öffnen, sagen die InitiantInnen mit einer gewissen diplomatischen Unschärfe. Das nötige Startkapital und die Betriebsbeiträge sind beinahe vollständig gesprochen. Die Anfangsinvestitionen belaufen sich auf etwa 200000 Franken, das Jahresbudget beträgt gut 300000 Franken. Ein Drittel der Betriebsmittel will das Kulturbüro selbst erwirtschaften, für den Rest haben der Kanton Basel-Stadt, die Christoph-Merian-Stiftung und das Migros-Kulturprozent Beiträge bereits ge- oder doch zumindest versprochen. Der Kanton Basel-Landschaft will sich über Lotteriefondsbeiträge an den Anfangsinvestitionen beteiligen. | Dominique Spirgi

Die Kulturbüros in der Schweiz

ds. Den Anfang machte, wenn man mal vom ersten Basler Kulturbüro (1989–1992) absieht, Zürich: Ende 1998 öffnete in der grössten Schweizer Stadt die erste Filiale des niederschwelligen Dienstleistungsunternehmens für Kulturschaffende seine Tore. Das Zürcher Projekt wird neben den Eigeneinnahmen ausschliesslich vom Migros-Kulturprozent finanziert. Im Jahr 2000 folgte das Berner Kulturbüro, das zusätzlich zu den Migros-Beiträgen von der Stadt und vom Kanton Bern unterstützt wird. Und im Frühling 2006 nahm in Genf das dritte Kulturbüro seinen Betrieb auf. Auch in der Westscheizer Filiale teilt sich das Migros-Kulturprozent die Kosten mit Stadt und Kanton Genf.

(Heft April 2008)