Klangraumbilder | ‹Konstellationen 08› im Maison 44
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Die Pianistin und Galeristin Ute Stoecklin bringt mit den Komponisten Alfred Knüsel und Alfred Zimmerlin Haus und Kunst zum Klingen.
Man müsse mal was mit dem Treppenhaus machen, meinte vor zwei Jahren der Komponist Alfred Knüsel, als die Konzert-Galerie Maison 44 um ein Stockwerk und damit um neue Galerieräume erweitert werden konnte. Was als begeisterte und begeisternde Idee begann, wird jetzt mit einem gross angelegten interdisziplinären Projekt als nachträgliche Einweihung verwirklicht. Und zugleich ganz im Geiste des im Herbst 2002 eröffneten Veranstaltungsortes, dessen Konzept von Anfang an spartenübergreifend war. Mit Ausstellungen, moderierten Konzerten, Lesungen, Vorträgen, Filmen und Podiumsdiskussionen, bei denen die Kunstgattungen der Gegenwart in Dialog gebracht und neue Formen erforscht und erprobt werden. So ist es kein Wunder, dass sich das stilvolle Haus am Steinenring 44 zu einem kleinen Zentrum für zeitgenössische Musik und Kunst entwickelt hat, in dem auch die Reflektion über diese ihren festen Platz hat: als Wissenschaft im Sinne von «Kunst zu denken».
‹Konstellationen 08› nennt sich das neueste Projekt des initiativen Teams um Ute Stoecklin. Dazu haben die KünstlerInnen Marlise Mummenthaler, Kitty Schaertlin, Gert Handschin, Giovanni Di Stefano und Ludwig Stocker das ganze Maison 44 – vom Keller bis in den ersten Stock und selbst den Garten – mit ihren Werken auf jeweils eigene, die Verschiedenartigkeit der Räume reflektierende Weise gestaltet. In fünf Veranstaltungen werden diese mit Wort und Musik zu Klangraumbildern vereint.

Dialog der Künste
Der Begriff Konstellationen wurde dem Werk des ‹Vaters der konkreten Poesie›, Eugen Gomringer, entnommen. Texte von Gomringer, Jandl und anderen werden am Eröffnungs-Cortège, neben musikalischen Improvisationen durch das Trio Selbstdritt, von Marianne Schuppe und Sebastian Mattmüller interpretiert. Dazu erklingen Kompositionen von Alfred Knüsel, die gemeinsam mit den Texten als ‹Wort-Klang-Staffette› in die einzelnen Zimmer führen und in kurzen Stockwerk-Konzerten sowie verteilt auf alle drei Etagen die Räume miteinander und mit dem ganzen Haus zu einem ‹Klangpavillon› verbinden.
Diesem Eröffnungsevent folgen vier Konzerte, die auf immer neue Weise Bezüge zu den präsentierten Objekten und Kunstwerken herstellen. Besonders deutlich wird dies an der Matinée vom 16. März, einer ‹Hommage an die darstellenden KünstlerInnen›. Vier Uraufführungen von Alfred Knüsel und Alfred Zimmerlin –  speziell für diesen Anlass auf Anregung von Ute Stoecklin entstandene Kompositionen – sowie eine Sprechimprovisation von Michèle Salmony widmen sich jeweils einer der Werkgruppen. Dieser kreative Dialog zwischen Musik, Sprache und Kunstwerken zieht sich durch alle Anlässe und lotet in immer neuen Variationen – Musik/Film, Stimme/Klavier/Tonband, Musik/Kunst u.a. – das Thema ‹Konstellationen› aus.

| Christopher Zimmer

‹Konstellationen 08›: Sa 23.2. (Vernissage 15.00, Eröffnung mit Musik 16.15), bis Sa 29.3., Maison 44, Steinenring 44, www.maison44.ch

(Heft Februar 2008)