Haare
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Im Grunde sind Haare nichts weiter als ‹fadenförmige Gebilde aus Hornsubstanz›. So ein Lexikonartikel auf ‹wissen.de›, einem schier unerschöpflichen Quell des Populär- und Allgemeinwissens. Die Hornsubstanz schützt vor Kälte, Regen und UV-Einstrahlung, und sie tut das am besten, wenn zahlreich vorhanden. Bis zu 150'000 Haare sind denn auch auf einem Kopf versammelt, sagt das Lexikon, wobei nur Blonde auf diesen Spitzenwert kommen. Braunhaarige bringen es auf 110'000, wer schwarze Haare hat, kommt auf etwa 100'000, und echt Rothaarige müssen sich mit nur 90'000, dann allerdings deutlich dickeren Haaren begnügen. Doch dem menschlichen Haar kommt man nicht nur mit Zahlen und Zweckmässigkeit bei. Haare sind schliesslich auch Schmuck und Zier, Spiegel und Ausdruck der je eigenen Person bzw. Persönlichkeit. Sie stehen für Kraft (siehe Simson) und Macht (siehe Allonge-Perücken), symbolisieren Männlichkeit oder Weiblichkeit, Sex und Verführung (‹locken› kommt von ‹Locke›), leider aber eben auch Verlust (60 bis 100 täglich) – insgesamt also weit mehr, als man fadenförmigen Gebilden aus Hornsubstanz zutrauen würde. Und wenn wir schon bei Verlust, Schwund, in gewisser Weise Ab- und Hinschied sind: Infolge einer genetischen Dominanz dunkler Haare wird gemäss Berechnungen der WHO in ca. 200 Jahren in Finnland die letzte Naturblondine geboren (das weiss nur ‹wissen.de›!) |
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