Hauskultur

Voilà, hier ist er, unser neuer Verlagsleiter, noch etwas abseits stehend, aber offenen Blicks, und ihm zur Seite ein motiviertes Team, das sich auf einen kompetenten und angenehmen Kollegen freut.

Verteidigung der Vielfalt | Editorial

Liebe Kaserne, jetzt hat es dich aber bös erwischt! Erst liessen dich deine Hüter allzu lange dämmern, nun wurdest du unsanft geweckt...

vom Wirrwarr zum Zerwürfnis | Kaserne Basel

Der Disput um die Zukunft der Kaserne Basel gebar viele Konzepte und gipfelte im Zerwürfnis zwischen Vorstand und Direktion. Im kommenden Jahr bereits steht mit der Erneuerung des Subventionsvertrags eine wichtige kulturpolitische Weichenstellung bevor.

Gestalten statt verwalten | Visionen für ein lebendiges Quartier

Wie könnte die Zukunft der Kaserne bzw. des Kasernenareals aussehen? Ein paar Alternativen zur aktuellen Debatte.

Ode an die Bodenhaftung | Dokumentarfilm ‹Das Erbe der Bergler›

Erich Langjahr gelingt mit einem präzisen, poetischen Porträt der letzten Wildheuer vom Muotatal ein magistrales Werk.
Kann ein Dokumentarfilm das dramaturgische Spannungspotenzial eines Spielfilms erreichen?

Multipler Wohlfühlort | Eröffnung Pathé Küchlin

Basels erstes Multiplexkino mit 8 Sälen und 2300 Sitzplätzen will sich als multifunktionale Unterhaltungsstätte etablieren.

Stadt und Theater verbinden | Neustart am Theater Freiburg

Barbara Mundel, die neue Intendantin am Theater der Stadt Freiburg, will ihr Haus entschieden zur Stadt hin öffnen.

Theater im freien Fall | 20 Jahre Od-theater

Das Od-theater feiert sein Jubiläum mit einer neuen Inszenierung von Sophokles’ ‹Antigone›.

Litera-pur | Basel erlesen

1997 startete Lojze Wieser in seinem Klagenfurter Verlag die schöne Buchreihe ‹Europa erlesen›...

Reiselust | Buchbesprechung

Geografie ist die Wissenschaft von der Erdkunde. Das aus dem Griechischen stammende Wort bedeutet salopp übersetzt: ‹Erde-Schreiben›.

Verbarium | scharf machen
Es ist doch so: Ein stumpfes Messer taugt nichts. Die Tomaten werden mehr zerdrückt als geschnitten, und am Steak säbeln wir solange rum, bis wir es entnervt auseinander reissen.
Ars moriendi | Kongress und Ausstellungen zum Tod

Nichts ist so gewiss wie der Tod ...

Spiel mir das Lied vom Tod | Festival ‹Diesseits vom Jenseits›

Viva la vida! Viva la muerte! Ein interdisziplinäres Projekt lädt ein zum Vergleich des Totengedenkens in Mexiko und der Schweiz.

Scheiternd weiterkommen | Atelierbesuch bei Hildegard Spielhofer

Hildegard Spielhofer war kürzlich im Kunsthaus Baselland präsent, nun sind auch Werke von ihr in Basel zu sehen.

Aufbruch im St. Johann | Stiftung Habitat

Vor fünf Jahren erwarb die Stiftung Habitat die Liegenschaften an der Elsässerstrasse 5, 9, 11 und 11a; insgesamt ein Areal von knapp 3000 Quadratmetern.

Überraschende Allianzen | Singer & Songdays

Was geschieht, wenn zwei KünstlerInnen, die ganz unterschiedlich arbeiten, zusammen auftreten?

Wortgast | Nicht nur ein Kostenfaktor

‹Kultur› aus grossrätlicher Perspektive ist leider häufig nur ein weiterer Kostenpunkt in der Staatsrechnung, im Budget oder auf der Traktandenliste.

Tüfteln mit Ton und Bild | Festival ‹sinus-series 06›

KlangkünstlerInnen aus dem In- und Ausland präsentieren aktuelle Performances mit ‹Electronic Music, Visuals and Sounds›.

Gastro.sophie | Rösti fürs Kind

Unglaublich, was man sich alles merken kann und zeitlebens mit sich rumschleppt. Zum Beispiel, dass Hummeln zu schwer sind zum Fliegen, eigentlich gar nicht fliegen können dürften, dass Tomaten zu den Nachtschattengewächsen gehören...

Notizen Oktober 2006

Kulturpolitik im Gespräch
db. Seit geraumer Zeit gibt es in Basel keine kontinuierliche Plattform mehr für aktuelle kulturpolitische Fragen. Der einst vom Ressort Kultur initiierte ‹Jour fixe› für die Insiderszene ist ebenso eingegangen wie die öffentliche ‹Denkbar› der Kaserne. Gerade die Debatte um dieses Haus aber zeigt, dass solche Gesprächsrunden wichtig wären. Das haben einige Leute erkannt und neue Foren gegründet, etwa der Verein Durchzug, der, clubartig organisiert, jeden zweiten Monat zu einem Treffen einlädt, bei dem jeweils zwei Gäste mit Moderation ein brisantes Thema diskutieren. Auch das Publikum ist gefragt, und nachher speist man zusammen, lernt sich kennen, tauscht sich aus. Am ersten Abend etwa sprachen Georges Delnon und Susanne Winnacker über Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten von etablierten Theatern und Theaterfestivals. Weitere Runden sind dem Stadtcasino, der Viper, der Kaserne Basel und der Regio gewidmet.
Verein Durchzug: Mi 22.11., Do 25.1., Do 22.3., Do 31.5., jeweils ab 18.15, Literaturhaus Basel




Visionen für die Stadt
db. Wie soll unsere Stadt in 15 bis 20 Jahren aussehen? Was würde die Lebensqualität ausmachen? Finden wir darauf überhaupt noch gemeinsame Antworten? Welche Werte liegen unsern Vorstellungen zugrunde? Wie viel Vergangenheit ragt in unsere Zukunft hinein? Solchen Fragen ist die neue Gesprächsreihe ‹Basel ist morgen› gewidmet, die das Theater Basel in Zusammenarbeit mit dem Forum für Zeitfragen und weiteren Partnern (u.a. der ProgrammZeitung) lanciert hat. Dabei stehen nicht die Tagesaktualität und die Probleme, sondern vielmehr das Wünschbare, die Visionen im Zentrum. Jeden dritten Donnerstag des Monats trifft man sich an einem grossen runden Tisch bei Brot und Wein im umgebauten Raum des Klosterberg 6. Drei Basler Persönlichkeiten verschiedener Lebensbereiche (Berühmte und Unbekannte) werden zu ihren Zukunftswünschen an und für die ideale Stadt befragt und miteinander ins Gespräch gebracht. Die Anlässe werden moderiert, die Gespräche dokumentiert und später publiziert.
Gesprächsreihe ‹Basel ist morgen›: ab Do 19.10., 20.00, Theater Basel, Klosterberg 6.
Infos:
www.forumbasel.ch




Quartierführer und Raumbörse
db. Im Rahmen der Umgestaltung der Klybeckstrasse wurde auch ein aktuelles Quartierporträt gewünscht, das nun als attraktive, handliche Broschüre vorliegt. Cristina Stotz, Tumasch Clalüna und Pascal Storz zeigen mit Texten, Fotos und Stadtplan kurz, präzis und anregend die reizvollen und schwierigen Seiten dieses Quartiers auf und geben viele gute Tipps zu Gastronomie, Läden, Kultur- und Sozialeinrichtungen. – Eine weitere innovative Dienstleistung wird ab November zugänglich sein: eine Internetplattform für Raumsuchende und -anbietende in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland. Sie wird zwei veraltete Publikationen ersetzen und wurde vom ‹büro metis› erarbeitet. Das Portal bietet Infos und Kontakte zu über 600 Räumen, zum Bewilligungswesen sowie zu Catering und Unterhaltung; es wird von einem Trägerverein betrieben. Beide Projekte wurden unter anderem vom Lotteriefonds und der GGG unterstützt.
Quartierführer ‹Klybeckstrasse im Quadrat›, 14 x 14 cm, broschiert.
Raumbörse Region Basel:
www.raumfinder.ch



Regionale Videotage
db. Ende Dezember finden die 5. Videofilmtage Basel statt, diesmal auf dem ‹Schiff› in Kleinhüningen. Noch bis 25. Oktober können Videoschaffende der Region ihre Werke einreichen. Eine fünfwöchige, öffentliche Ausstellung in Form einer ‹Videolounge› wird zur Selektion beitragen. Am Festival werden diesmal auch ein Förder- und ein Publikumspreis vergeben.
Videolounge: Sa 25.11. bis Do 28.12.; 5. Videofilmtage: Fr 29. bis So 31.12., Schiff, www.videofilmtage.ch




Kinomonster
db. Die Basler ‹kult.kinos› präsentieren sich mit neuen Ideen und Partnerschaften und möchten damit zusätzliches Publikum gewinnen. Im September etwa stellten sie eine gemeinsam mit Ramstein Optik realisierte Broschüre vor, die über die beiden Firmen und ihre Sehkulturen informiert. Im Oktober ist der Basler Comicszeichner und Kinderbuchillustrator Nicolas d’Aujourd’hui zu Gast. Während einer Woche wird er für Kinder und Erwachsene interaktives, live gezeichnetes Kino zum Thema Monster anbieten. Per Videokamera und Beamer werden die Zeichnungen und Geschichten, die er zusammen mit dem Publikum entwickelt, projiziert. Parallel dazu erscheint ein 32-teiliges Monster-Kartenspiel, und der Comix-Shop organisiert eine Ausstellung mit den Monstern, die übrigens so poetische Namen wie Speier, Wurzler, Schlicker und Pixler tragen.
‹Monster monstern›: Do 19. bis Mi 25.10., Kultkino Atelier, Theaterpassage
Kartenspiel ab 19.10. an der Kinokasse oder im Comix Shop, Theaterpassage
Ausstellung: ab Do 26.10., Comix Shop




Attraktives Filmfestival
db. Eine Woche lang wird in Zürich ein grosses Filmfestival zelebriert. Es sind u.a. über 50 Filme aus aller Welt, Begegnungen mit internationalen FilmemacherInnen, Preisvergaben und eine Masterclass mit hochkarätigen Dozierenden angekündigt. Das Festival wird ausschliesslich mit privaten Mitteln finanziert, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter ist der Schauspieler Karl Spoerri (geb. 1973).
2. Zurich Film Festival: Mo 2. bis So 8.10., www.zurichfilmfestival.org




Junges Theater
db. Zum zehnten Mal begegnen sich in Lörrach Amateure und Profis beim Internationalen Theatertreff. An vier Tagen sind in verschiedenen Spielstätten Theaterproduktionen von Darstellenden aller Altersgruppen und aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Ungarn und Iran zu sehen. Die Räume des Kulturzentrums Nellie Nashorn dienen dabei als Treffpunkt, die Leitung des Festivals liegt bei Vaclav Spirit und Ingrid Weinmann-Zöllin. – Der Theaterkurs am Gymnasium Liestal bringt anlässlich von Ibsens 100. Geburtstag eine aktualisierte Version seines Werks ‹Die Stützen der Gesellschaft› von 1877 zur Aufführung, Regie führt u.a. der Lehrer und Jazzveranstalter Urs Blindenbacher.
Intern. Theatertreff: Mi 18. bis Sa 21.10., Nellie Nashorn, Lörrach, www.nellie-nashorn.de
Ibsens ‹Stützen ...›: Fr 27. bis Mo 30.10., 20.00—22.00, Aula Gymnasium Liestal, Friedensstr. 20




Märchenfest für alle
db. Figurentheater-, Schauspiel- und Märchenaufführungen, dazu Bücher, Puppen, eine Kleiderbörse, Workshops und Kulinarisches aller Art hat das diesjährige ‹Märchenfest› der Rudolf Steiner Schule Münchenstein zu bieten. Gäste sind u.a. die Tösstaler Marionetten mit einer Inszenierung des Schellen-Ursli und das Duo Thorgevsky/Wiener mit einem Tschechow-Stück für Jung und Alt.
Märchenfest: Sa 21./So 22.10., www.muenchensteinerschule.ch




Schreiben lernen
db. Schreib-Ausbildungen und -kurse sind begehrt: Ende Oktober wird die Hochschule der Künste Bern HKB das Schweizerische Literaturinstitut in Biel eröffnen, das den Bachelor-Studiengang ‹Literarisches Schreiben› startet; 15 Studierende sind zugelassen, 85 haben sich angemeldet. Das Handwerk des Schreibens vermitteln möchte auch eine neue ‹Schule für Texte› in Zürich, die der Publizist Frank Lübke ins Leben gerufen hat und in der Profis Lehrgänge für alle Textsorten anbieten. Im Literaturhaus Basel schliesslich findet an fünf Montagabenden ein Poesie-Schreibkurs mit dem Lyriker Urs Allemann statt; ferner kann man sich noch bis Mitte Oktober an einem Schreibwettbewerb zum Thema ‹Ich arbeite, also bin ich› beteiligen. Im Januar werden dann die fünf besten Essays öffentlich präsentiert.
Schweiz. Literaturinstitut: www.hkb.bfh.ch
Schule für Texte:
www.schule-fuer-texte.ch
Poesie-Schreibkurs und Wettbewerb, Literaturhaus Basel,
www.literaturhaus-basel.ch




Flüchtlings-Alltag
db. Mit einer Wanderausstellung macht die private, internationale Organisation Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) auch in Basel Station und vermittelt Einblicke in ihre Arbeit. Unter dem Titel ‹Überleben auf der Flucht› informiert sie über die Situation von Flüchtlingen und ihren Alltag in den Auffanglagern. Gezeigt wird etwa, wie typische Unterkünfte für Flüchtlinge aussehen, wie die Wasserversorgung funktioniert, wie mangelernährte Kinder betreut und Cholera-PatientInnen behandelt werden. Erfahrene Mitarbeitende von MSF bieten Führungen an und erzählen von ihren Einsätzen; Fotos, Videos und Infostände dokumentieren und ergänzen die Berichte. MSF Schweiz wurde 1981 als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Genf gegründet und zählt etwas über 400 Mitglieder, die meisten von ihnen sind im medizinischen Bereich tätig.
Ausstellung ‹Überleben auf der Flucht›: Mi 18.10. bis Mi 15.11., Voltahalle Basel, Eintritt frei. Mo bis Fr 9.00—18.30, Sa/So 12.00—16.00, www.msf.ch, www.voltahalle.ch




Männerpalaver & Frauenrat
db. ‹Platzhirsch› steht selbstironisch auf der Postkarte, mit der die neue Gesprächsreihe ‹Männerpalaver› angekündigt wird. Initiiert von Peter Loppacher und mit Unterstützung von zehn weiteren Männern, wurde im Frühjahr der Verein Basler Männerpalaver gegründet. In Bern und Zürich gibt es dieses Forum schon länger, in Afrika, z.B. Mali, gehört das ‹Maison des Palabres› zur festen Dorfeinrichtung. Das Basler ‹Männerpalaver› ist eine
niederschwellige öffentliche Diskussionsplattform für Männer jeden Alters, die Lust
haben, ihre Artgenossen und sich selbst besser kennenzulernen und eine konstruktive Gesprächskultur zu pflegen. Einmal im Monat wird mit Moderation ein bestimmtes Thema besprochen, etwa Mann und Gesundheit,
Männerfreundschaften, Mann und Aggression etc. Die Teilnahme ist jederzeit ohne Voranmeldung und Verpflichtung möglich.
Die Damenwelt ihrerseits feiert: Der Frauenrat
Basel-Stadt wird zehn Jahre alt und begeht das Jubiläum mit zehn persönlichen Stadtrundgängen und allerlei Festivitäten.
‹Männerpalaver›: ab Mo 16.10., 19.30 (Apéro), 20.00—22.00 (Palaver), Mitte, www.baslermaennerpalaver.ch
Zehn Jahre Frauenrat: Sa 21.10., Programm: www.frauenrat-bs.ch




Kunst aus Polen und Iran
db. Die Kunst Polens ist in der Schweiz kaum bekannt und Gleiches gilt für die iranische Kunst. Ersterer hat das Maison 44 einige Veranstaltungen gewidmet, u.a. eine Ausstellung, die Arbeiten von elf polnischen KünstlerInnen verschiedener Richtungen präsentiert. Die ‹Expressions Polonaises› zeugen von einer vielfältigen und lebendigen Szene und regen zu weiteren Begegnungen an.
Zum interkulturellen Dialog beitragen möchte auch das Projekt ‹iran.com›, das in der Stadt Freiburg lanciert wurde, die mit Isfahan die einzige deutsch-iranische Städtepartnerschaft pflegt. Im Zentrum steht eine Ausstellung mit zeitgenössischer iranischer Kunst, die Werke von 15 Teilnehmenden aus allen Bereichen der bildenden Kunst zeigt. Parallel dazu finden in ganz Freiburg weitere Veranstaltungen statt, die Kultur und Alltag Irans beleuchten und den Austausch fördern.
Ausstellung ‹Expressions Polonaises›: bis Sa 8.10., Projektraum M54, Mörsbergestr. 54 und bis Sa 28.10., Maison 44, Steinenring 44.
Projekt ‹iran.com›: Sa 21.10. bis So 28.1.07, Ausstellung im Museum für Neue Kunst, Freiburg (D),
www.freiburg.de/iran.com




Antike Himmelskunde
db. Der Welt um 1600 vor unserer Zeitrechnung ist die neue grosse Sonderausstellung des Historischen Museums Basel gewidmet. Im Zentrum steht eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen unserer Zeit, die Himmelsscheibe von Nebra. Sie gilt als weltweit älteste Darstellung des Kosmos und nach neuesten Erkenntnissen als astronomische Uhr. Ein Hamburger Astronom entschlüsselte nämlich auf dem kostbaren Objekt eine Schaltregel, die es den Menschen damals ermöglichte, ohne mathematische Kenntnisse das Sonnen- und das Mondjahr in Einklang zu bringen. Die Bronzescheibe mit Goldauflagen wurde vor 3600 Jahren auf einem Berg bei Nebra (D) vergraben, von Schatzsuchern geraubt und konnte 2002 in Basel sichergestellt werden, bevor sie illegal weiterverkauft wurde. Nun gewährt der exquisite Fund zusammen mit rund tausend weiteren hochkarätigen Exponaten aus über 30 europäischen Museen Einblick in bronzezeitliche Mythen und Riten. Die Schau wird mit Filmen, Vorträgen und Exkursionen in die Sternwarte ergänzt. Parallel dazu zeigt das Antikenmuseum eine Sonderausstellung über die Nachtfahrt der Sonne bzw. zu altägyptischen Jenseitsvorstellungen.
Ausstellung ‹Der geschmiedete Himmel. Religion und Astronomie vor 3600 Jahren›: Fr 29.9. bis Mo 29.1.07, Barfüsserkirche.
Ausstellung ‹In Pharaos Grab. Die verborgenen Stunden der Sonne›: bis So 21.1., Antikenmuseum Basel




Einblicke ins Kunstschaffen
db. 1997 lancierten drei Künstlerinnen und ein Kunsthistoriker die ersten ‹portes ouvertes›, die seither alle zwei Jahre stattfinden. Kunstschaffende aus Basel und Umgebung öffnen während eines Wochenendes ihre Ateliertüren und laden zu Austausch und Begegnung, zu Reflexion und Vernetzung ein. VertreterInnen aller Sparten, sei es bildende Kunst, Architektur, Design etc., können sich ohne Jurierung am Anlass beteiligen, die Zahl der Teilnehmenden ist allerdings auf rund 200 beschränkt. Viele präsentieren kleine Ausstellungen und bieten ihren Gästen auch kulinarische Häppchen an. Zudem sind sieben Ateliergespräche mit Fachpersonen sowie Apéros, Performances und Überraschungen aller Art angekündigt. Eine einfachere Möglichkeit, die hiesige Kunstszene kennenzulernen, gibt es nicht.
portes ouvertes›-Eröffnung: Fr 20.10., 20.00, Sudhaus im Warteck
Offene Ateliers: Sa 21.10., 14.00—21.00 und So 22.10., 11.00—18.00
Ausklang: So 22.10., ab 18.00, Alpenblick
Programm:
www.portesouvertes-basel.ch




Lebendige Kunstfabrik
db. Zwischen Hegenheim und Basel liegt das Kulturzentrum Fabrik, das schon heute vielseitig als Atelierhaus, Ausstellungsraum und Veranstaltungsort für junge experimentelle Kunst genutzt wird. Durch Schaffung weiterer Ateliers soll das Spektrum der Künste erweitert werden, insbesondere sind auch VertreterInnen von Performing Arts, Videokunst, Musik etc. willkommen sowie Projekte mit und für Schulen. Es werden grenz- und spartenübergreifende Kooperationen angestrebt oder wurden bereits durchgeführt, etwa mit der Bildungseinrichtung ‹artworx› und dem trinationalen Medien-Austauschprogramm ‹streetwise›, das Matthias Branger derzeit als Diplomarbeit am Hyperwerk realisiert. An einem Tag der offenen Tür werden die aktuellen Projekte präsentiert, verbunden mit der Einweihung der neu gestaltete Fabrikfassade und der Vernissage des Malers Stipo Pranyco.
‹FABRIKouverte›: Sa 21.10., ab 19.00, Fabrik, Hégenheim (F), www.fabrik-hegenheim.net
‹streetwise›-Art Events: Mi 18. bis Fr 20.10., Das Schiff, Basel; Fr 21.10., Fabrik, Hégenheim; Fr 3.11., Union, Basel




Edles Kunsthandwerk
db. Zwölf kreative Frauen aus der Region zeigen am Wochenende der ‹portes ouvertes› ihr Können in der gemeinsam konzipierten Schau ‹Facetten›, darunter Strickwaren, Hüte, Schmuck, Papierdesign, Glaskunst, Keramik und Textiles. Am selben Termin ist zum vierten Mal in Folge ‹Artichoses› zu Gast in Basel. An der von der Westschweizerin Annie Delessert organisierten Ausstellung präsentieren sich über 30 ausgewählte KunsthandwerkerInnen aller Kategorien und Landesteile. Ihre meist aufwändig und in edlen Materialien gestalteten Objekte sind nicht nur nützlich, sondern eine Augenweide und prima Geschenkideen. Dies trifft auch auf die Produkte zu, die am 4. Postkartenfestival zu sehen sind.
‹Facetten›: Fr 20.10., 18.00—21.00, Sa 21.10., 11.00—18.00, So 22.10., 11.00—17.00, Visarte-Projektraum M54, Mörsbergerstr. 54.
‹Artichoses›: Fr 20.10., 17.00—20.00, Sa 21.10., 10.00—20.00, So 22.10., 10.00—18.00, Saalbau Rhypark, Mülhauserstr. 17.
‹Postkartenfestival›: Fr 27.10., 16.00—22.00 und Sa 28.10., 10.00—20.00, Mitte




Musik-Jubiläum
az. In Zeiten der raschen Veränderungen ist es bemerkenswert, wenn eine künstlerische Partnerschaft zwei Jahrzehnte hält und dabei fruchtbar bleibt. Zu Recht feiern daher der Basler Bach-Chor und sein Leiter Joachim Krause ihre zwanzigjährige Zusammenarbeit. Im Herbst 1986 hatte der Dirigent sein Amt angetreten und bald mit seinen ungewöhnlichen Programmen Furore gemacht. Natürlich pflegte er die Tradition, vor allem die grossen Chorwerke des Namenspatrons, doch daneben ging es ihm darum, das Repertoire zu erweitern. Immer wieder grub er vergessene Kompositionen aus, Max Bruchs Oratorium ‹Moses› beispielsweise, ein Requiem von Gaetano Donizetti und letzten März jenes von Franz von Suppé. Dazu kam die Musik des 20. Jahrhunderts, mit Uraufführungen von Jost Meier und Paul Suits. Besonders kühn war die Idee, Bachs nur in Fragmenten rekonstruierbare Markus-Passion durch den Basler Komponisten Matthias Heep ergänzen zu lassen. Diese Produktion wird im Frühjahr 2008 wieder aufgenommen. Das künstlerische Niveau, das Joachim Krause in diesen Jahren mit ‹seinen› SängerInnen erreicht hat, belegt eine Reihe von CD-Einspielungen. Als nächstes wird der Chor unter Krauses Leitung Bachs h-moll-Messe singen.
Konzert Bach-Chor: Fr 3.11., 20.00, und Sa 4.11., 19.00, Martinskirche




Tanz-Jubiläum
az. Ein doppeltes Jubiläum begeht Marianne Forster, Basels Pionierin des zeitgenössischen Tanzes. Als Rechtsträgerin für ihre verschiedenen Aktivitäten hat sie vor 25 Jahren The Dance Experience gegründet. Die Einzelfirma veranstaltete im Lauf der Jahre zahllose Workshops und Tourneen sowie drei Festivals ‹Tanz im Wenken› für die Alexander Clavel-Stiftung, förderte junge Talente und holte amerikanische TänzerInnen in die Schweiz. Vor 20 Jahren kam das Dance Experience Studio dazu, wo seither zahllose Interessierte Unterricht in Modern Dance, klassischem Ballett und weiteren Tanzrichtungen erhielten. Marianne Forster feiert mit einer Reihe von Veranstaltungen, deren wichtigste im Oktober im Theater Basel stattfindet. Zu Gast ist das neu gegründete Atempo Repertory Ensemble aus Bern, das sich der Rekonstruktion von Schlüsselwerken des zeitgenössischen Tanzes widmet. Auf dem Programm stehen ‹Magritte, Magritte› der Amerikanerin Anna Sokolow und eine Choreografie des früheren Béjart-Tänzers Serge Campardon, der heute seine Compagnie Nomades in Vevey leitet. Diese ist übrigens Ende Oktober in Riehen zu sehen.
Atempo Repertory Ensemble: Di 24.10., 20.00, Theater Basel, Kleine Bühne
Cie. Nomades: Sa 28.10., 19.30, Fondation Beyeler, Riehen