Kurzfilmnacht
db. Zum sechsten Mal schickt Swiss Films die besten Kurzfilme auf Tournee. In 16 Städten wird eine Auswahl erfolgreicher, aussergewöhnlicher und spannender Produktionen aus dem In- und Ausland gezeigt; in jedem Ort gibt es zudem eine Premiere eines lokalen Werks. Das Programm ist in vier Kategorien eingeteilt: Es enthält u.a. die Perlen, die für den Schweizer Filmpreis 2008 nominiert waren, darunter den Siegerfilm ‹Auf der Strecke› von Reto Caffis, eine Reihe von Musik-Kurzfilmen, Werke zur Zukunft unserer Arbeitswelt und unter dem Titel ‹Servus Sissi› ein paar (nicht ganz jugendfreie) österreichische Schmankerln. Ein Gastro- und Barbetrieb begleitet den Anlass bis in den frühen Morgen.
6. Kurzfilmnacht Basel: Fr 11.4., ab 20.45, Kultkino Atelier, Ticket CHF 30.
Programm: www.kurzfilmnacht-tour.ch
Ausserdem für Freunde des Dokumentarfilms: Internationales Festival ‹Visions du Réel› in Nyon: Do 17. bis Mi 23.4., www.visionsdureel.ch
Antike im Kino
db. Passend zur aktuellen ‹Homer›-Schau im Antikenmuseum präsentiert die mit ihr assoziierte Skulpturhalle Basel eine Sonderausstellung zum Thema ‹Antike im Kino›. Seit dem Erfolg von ‹Gladiator› im Jahr 2000 ist das Interesse der Filmindustrie an Geschichten, die in der griechischen und römischen Antike spielen, wieder erwacht. Bereits in den ersten drei Jahrzehnten des Kinos (1895–1925) wurden zahlreiche ‹Sandalenfilme› gedreht, und in den Fünfzigern entstanden Monumentalwerke wie ‹Quo Vadis?›, ‹Ben Hur› und ‹Cleopatra›. Doch wieso faszinieren uns diese Spektakel voller Klischees und haarsträubender Rollenbilder? Die Schau zeigt neben einer Auswahl von Filmausschnitten bunte Filmplakate und bietet ein Begleitprogramm mit Filmabenden und Workshops sowie einen Katalog an.
‹Antike im Kino›: Mi 16.4. bis So 2.11., Skulpturhalle Basel, Mittlere Str. 17
Geistige Fitnesszentren
db. Die Unesco hat 1995 den 23. April zum Welttag des Buches und des Urheberrechts erklärt: Einen Tag lang machen Buchhandlungen, Bibliotheken und Bildungseinrichtungen mit Anlässen weltweit auf das Medium Buch, die Kulturtechnik des Lesens und den Schutz des geistigen Eigentums aufmerksam. Die nationale Aktion ‹Buchstart› etwa setzt sich dafür ein, dass Kinder möglichst früh in Kontakt mit Büchern kommen – Bilder-, Guckkasten- und Fühlbüchern zunächst. Es ist nämlich erwiesen, dass Buch- und Lesekundige leichter lernen, rascher verstehen und klarer denken. Die Allgemeinen Bibliotheken der GGG (ABG), beteiligen sich an dieser Aktion. Zudem nutzen sie den Weltbuchtag mit anderen Bibliotheken der Region, um sich als ‹geistige Fitnesszentren› zu präsentieren. Mit Spielen, Literatur und anderen Medien laden sie zur ‹Fitness fürs Hirn› ein. Die Kantonsbibliothek Baselland bietet darüber hinaus attraktive Veranstaltungen an, etwa Wortspielereien mit Musik, orientalische Geschichten und sogar ein Literaten-Fussballspiel A–CH.
Welttag des Buches/Bibliothekstag beider Basel: Mi 23.4., Infos: www.weltbuchtag.ch, www.bibliothekstag.ch, www.abg.ch, www.kbl.ch
Literarische Spaziergänge
db. Das Literaturhaus Basel bietet unter der Leitung von Albert M. Debrunner monatlich an einem Sonntag eine einstündige literarische Führung durch Basel an. Dabei erfährt man z.B. Erhellendes über literarische Salons, Rilkes Basel-Bezug, die (wenigen) Dada-Spuren, die Präsenz angelsächsischer Literatur, den Dichterfriedhof Hörnli und das Münster bzw. die literarische Welt des Mittelalters.
Literarische Führungen: ab So 20.4., 11.00, www.literaturhaus-basel.ch
Mittelalter-Funk
db. Bereits zum 5. Mal veranstaltet Ann Allen, künstlerische Leiterin von ‹morethanmusic›, das Alte-Musik-Crossover-Festival ‹Nox Illuminata›. Die aus England stammende und in Basel ausgebildete Barockoboistin und Schalmeispielerin hat ein eigenes Ensemble namens Mediva und war auch schon als Opernregisseurin tätig. Zusammen mit z.T. namhaften Profis verschiedener Sparten und Musikrichtungen präsentiert sie während einer Woche ein vibrierendes Programm mit höfischen Tänzen, Jazz und Minimal Music, Gesang und Lyrik, Schauspiel und Performance. Die Veranstaltungen finden in verschiedenen Lokalitäten statt, Zentrum ist die Imprimerie. Mitgrooven ist ausdrücklich erwünscht!
Festival ‹Nox Illuminata›: Do 10. bis Do 17.4., Imprimerie, www.noxilluminata.com
Welt-Bewegend
db. In vielen alten Mythen wird geschildert, dass die Welt sich erst allmählich aus einer schwingenden, klingenden, flüssigen Urmasse zu einer festen Form verdichtete. Der Philosoph und Psychologe Alexander Lauterwasser beschäftigt sich seit langem mit Fragen nach dem Ursprung der Formen und den Gestaltungsprozessen von Schwingungen, Klängen und Musik. Von seinen Forschungen hat sich das Toggenburger Ensemble ‹Rigolo Nouveau Cirque› um Mädir Eugster und Lena Roth zu seiner spektakulären Jubiläumsproduktion ‹beautiful turns› inspirieren lassen. Sie feiern ihr 30-jähriges Bestehen und machen auf ihrer Tournee durch die Schweiz auch Halt in Basel. Mit einer Truppe innovativer junger ArtistInnen zeigen sie sieben Nummern in einer sinnlichen Mischung aus Tanz, Akrobatik, Theater, Musik und Kunst – darunter Derwisch-Kreistänze. Mit stimmungsvollem Ambiente, speziellen Kostümen und raffinierter Bühnentechnik erzeugen sie eine poetische Bilderwelt.
Rigolo Nouveau Cirque zeigt ‹beautiful turns›: Fr 25.4. bis Sa 17.5., 20.30, Voltahalle, www.rigolo.ch
Tanz-Bilder-Worte
db. Wenn die Badener Truppe Flamencos en route auftritt, sei Flamenco vom Besten zu erleben, schwärmt die NZZ. Die Compagnie wurde 1984 von Brigitta Luisa Merki gegründet, die zehn Jahre später auch die künstlerische Leitung von ihrer langjährigen Lehrmeisterin Susana übernahm. Die mehrfach ausgezeichnete Tänzerin und Choreografin lässt sich gerne von Lyrik und bildender Kunst anregen, was auch in ihrer neuen Produktion ‹A solas y a dos› zum Ausdruck kommt.
Flamencos en route: Fr 4. und Sa 5.4., 20.00, Theater Roxy, Birsfelden
Musik im Museum
db. Die Konzertreihe ‹les muséiques› präsentiert heuer in einem Dutzend Museen und Kulturräumen der Region Basel über 20 Konzerte mit prominenten InterpretInnen. Im zweiten Jahr unter der Leitung des Münchner Perkussionisten Peter Sadlo will das Festival noch stärker auf die gastgebenden Häuser und ihre Programme eingehen; neu wird auch das Architekturmuseum bespielt. Neben ‹klassischen› Klängen sind u.a. Werke der beiden Composers in Residence zu hören, der aus Sibirien stammenden Lera Auerbach (Jg. 1973) und dem Deutschen Moritz Eggert (Jg. 1965). Weitere Konzerte thematisieren z.B. Kindergeschichten, das Fussballfieber und die Zeit, oder sind Homer, Chaplin und Rostropowitsch gewidmet. Zudem werden zwei besondere Musikfilme gezeigt: Fernand Légers ‹Le ballet mécanique› mit Musik von George Antheil sowie Jackson Pollock in ‹Action Painting› mit Musik von Morton Feldman. Neben Abend- angeboten gibt es auch Mittags- und Late-Night-Konzerte.
7. Festival ‹les muséiques›: 17. bis 27.4.,
www.lesmuseiques.ch
Blues Festival Basel
db. Seit vielen Jahren leitet Louis van der Haegen erfolgreich den Jazzclub Aesch/Pfeffingen (JAP) und den Verein Blues Festival Basel. Der rührige Jazzfan organisiert etliche Musikanlässe in der Region und managt u.a. Othella Dallas, die Chicago Dave Blues Band und die junge Alphornistin Eliana Burki. Am diesjährigen Blues Festival Basel treten namhafte Acts aus dem In- und Ausland auf, darunter Paul Camilleri, Thomas Moeckel, Sam Burckhardt und der ehemalige TV-Sprecher Heinrich Müller mit seiner Band. Auch eine Ladies Soul & Blues Night ist angekündigt: mit Shemekia Copeland aus den USA und Manu Hartmann aus Laufen. Vier Abendkonzerte finden im Kleinbasel statt, und zuletzt wird noch der Swiss Blues Award verliehen – für besondere Verdienste in Sachen Blues in der Schweiz. Reservation empfohlen.
9. Blues Festival Basel: Mo 7. bis Sa 12.4., Grand Casino, Sudhaus, Volkshaus,
www.jazzandblues.ch, www.bluesbasel.ch
Expressive Grafik
db. Seit 1993 pflegt Olten eine Partnerschaft mit der nahe Leipzig gelegenen ehemaligen Residenzstadt Altenburg, die als Wiege des Skatspiels gilt und sich mit der Produktion von Spielkarten einen Namen gemacht hat. Das dortige Lindenau-Museum beherbergt zudem eine hervorragende Sammlung von figurativer und sozial engagierter Grafik und Malerei vom Expressionismus über die DDR-Zeit bis heute. Aus diesem Fundus zeigt das Kunstmuseum Olten, das ja mit der Sammlung des politischen Zeichners Martin Disteli begründet wurde, einige Beispiele, die z.T. erstmals in der Schweiz zu sehen sind, darunter Arbeiten von Conrad Felixmüller und Otto Dix. Damit zusammenhängend und passend zum Jahresthema ‹Sammeln› präsentiert das Museum ferner eine Kabinettausstellung mit Originalgrafiken aus dem Bestand des kommunistischen Basler Sammlerpaars Erika und Ruedi Bantle, z.B. Werke von Paul Camenisch, Heiri Strub, George Grosz, Käthe Kollwitz – Bilder, die oft mehr als Worte sagen.
Grafik aus Altenburg: bis So 20.4., Kunstsammeln als Stellungnahme: bis Mi 18.6., Kunstmuseum Olten, Kirchgasse 8
Visuelle Grammatik
db. Man kann die Mentalität einer Stadt tiefer erfahren, wenn man sich in ihr aufmerksam treiben lässt. Diese Methode haben u.a. schon die ‹Situationisten› angewendet, wie die Ausstellung im Museum Tinguely zeigte. Ganz ähnlich sind Kathrin Schulthess und Daniel Spehr während zwei Monaten durch Buenos Aires gestreift und haben dabei mit zwei Digitalkameras Tausende von Fotos von unspektakulären Dingen gemacht, die ihnen dennoch als Besonderheiten auffielen: Türen, Fenster, Hausnummern, besprayte Wände, Essen, Müll etc., die sie zu Serien ordneten. Via Internet nahmen sie Kontakt auf zum argentinischen Künstler und Verleger Guido Indij, der schon lange an derselben Idee arbeitete, und gestalteten gemeinsam ein Buch, eine Art visueller Grammatik dieser Metropole.
Einige Fotos und das Buch werden nun in der neuen Basler Galerie von José Manuel vorgestellt, die offen ist für lokales unkonventionelles Kunstschaffen.
‹Buenos Aires – Fuera de Serie›:
Do 10.4., 17.00—21.00 (Vernissage) bis Sa 19.4., 270floor ban-art gallery, Erlenstr. 5, www.270floor.com
Exklusiver Schmuck
db. In ihrem winzig-charmanten Atelier-Laden zeigt die Goldschmiedin Anna Schmid neben eigenen Kreationen jeweils in Wechselausstellungen auch Arbeiten von DesignerInnen anderer Sparten der angewandten Kunst. Die nächste ist den ausserordentlichen Schmuckobjekten von Giovanni Corvaja gewidmet. Der aus Padua stammende und bei Perugia lebende Goldschmied (geb. 1971) realisiert Einzelstücke in Edelmetallen, die er in aufwändigster Handarbeit und technischer Perfektion herstellt; das Werkzeug dazu muss er oft erst erfinden. Seine in feinstem Golddraht gestrickten oder mit Hunderten von winzigen Niello-Kügelchen versehenen Kleinodien verbinden traditionelle Handwerkskunst mit einer zeitgenössischen Formensprache und haben eine faszinierende Ästhetik. Sie sind weltweit in Museen und Galerien anzutreffen. Nicht für jedes Budget bestimmt, kann man die Preziosen doch immerhin bewundern.
Giovanni Corvaja bei Anna Schmid: Fr 4.4., 16.00 (Vernissage) bis Sa 26.4., Schneidergasse 14. Ausserdem: ‹Baselworld›: Do 3. bis Do 10.4., Messe Basel. Täglich 9.00—18.00