Spenden-Tafel

 

 

Stiftung für Medienvielfalt

 

BLKB Jubiläumsstiftung

 

 

Privatpersonen
A.B. aus Kaiseraugst
Anne-Käthi Wildberger
Armin Vogt aus Basel
Atelier für Arbeiten mit Stein
Atelier Gillmann + Co GmbH
B.A. aus Basel
B.K. & B.K.
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Beat Lehmann aus Basel
C. Speitel
C.M. & A.M.
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D.D. aus Basel
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L.B. aus Basel
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M.G.
M.M aus Basel
Marianne Mattmüller
Mathias Bonert
P. Jaccoud
P.S. aus Basel
Regula Rappo-Raz aus Basel
S. Kubli Fürst
S. Scherrer & Benedikt Marzahn
S. Strub aus Basel
S.J. & M.J. aus Therwil
Susanne Wyttenbach
V.S. aus Gattikon

 

Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Markus Öhrns ‹Häusliche Gewalt›, Foto: Nurith Wagner-Strauss

ProgrammZeitung 04/2019, S. 14

Ressource Verwundbarkeit

Verena Stössinger

Das Festival ‹It’s the real thing› – Dokumentartage thematisiert den Körper.
«Positive Propaganda», sagt der Basler Theatermacher
und Kurator Boris Nikitin: Das versuche er auf der Basler ‹Bien- nale für dokumentarische und propagandistische Künste› zu präsentieren. «Künstlerische Dokumentationen sind ja nie objektiv; sie wählen ihr Material aus, ordnen es und formulieren damit eine Aussage. Das muss auch kritisch betrachtet werden.» Thema seines aktuellen Festivals ist – nach Realität/Fälschung 2013, der Inszenierung von Öffentlichkeit 2015 und Satire 2017 –
der menschliche Körper und wie er geformt, zugerichtet, begehrt, präsentiert und mal-trätiert wird. Seine intimste Eigenschaft, die Verwundbarkeit, soll dabei als eine Qualität gesehen und als Ressource diskutiert werden,
«als vulner-ability», wie Nikitin es nennt.

Das dichte, vielfältige Programm der Dokumentartage,
die vor allem auf dem Kasernenareal und im Roxy in Birsfelden stattfinden, besteht aus zwei Strängen: künstlerischen Gastspielen einerseits und diskursiven Formaten anderseits, Vorträgen, Gesprächen und Panels. ‹Offspace› wird es ergänzt um eine Film- und Videokunst-Ausstellung im Kunstraum Salts, die der physischen Vergänglichkeit nachspürt.

Reiskocher und ramponierte Klaviere.
Eröffnet wird, nach dem Vortrag des schweizerisch-indischen Sozialanthropologen Rohit Jain, seinem ‹Aufruf zur postkolonialen Verletzlichkeit›, gleich mit einem Theater- Highlight: dem Stück ‹Cuckoo› des Südkoreaners Jaha Koo, einem Solo aus Musik, Video und Text über Widersprüche und brutale Folgen ökonomischer Globalisierung, in dem neben Koo auch drei Reiskocher mitspielen.

Gob Squad, das Berliner Performancekollektiv, wird
seinen Klassiker ‹Western Society› präsentieren, die szenische Aufbereitung einer normal verrückten Party, «halb soziale Utopie, halb absurder Alptraum». Als aufeinander antwortend können die Produktionen ‹Elegy› der Südafrikanerin Gabrielle Goliath und Markus Öhrns ‹Häusliche Gewalt› gesehen werden, die in unterschied-lichen Settings Schmerz, Fassungslosigkeit und
Gewöhnung thematisieren. Im Konzert des Kukuruz Quartetts, das aus einer Zusammenarbeit mit Ruedi Häusermann entstand, spielen die Musiker auf ramponierten Klavieren Werke des vergessenen schwarzen US-Komponisten Julius Eastman.

Auch bei den Gesprächen und Panels gibt es Hochkarä-tiges. Eine Begegnung mit Didier Eribon etwa, dem fran-zösischen Soziologen und Erfolgsautor, und ‹Versöhnung, nein›, ein Gespräch der französischen Dichterin Marie
Rotkopf mit Klaus Theweleit – und so weiter. Ein reiches Angebot, attraktiv für Augen, Ohren, Herz und Hirn. 

Festival ‹It’s the real thing› – Basler Dokumentartage: 

Mi 10. bis So 14.4., diverse Orte, www.itstherealthing.ch



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