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Sowie zahlreiche weitere
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Mats Staub: Hlengiwe/Sharon © Videostills: Benno Seidel

ProgrammZeitung 06/2019, S. 15

Raum und Zeit zum Zuhören

Dorothea Koelbing

Ein Langzeitprojekt von Mats Staub beleuchtet
‹Death and Birth in My Life›.

Vier Inseln – Teppichkreise mit schönen Holzmöbeln, farbig und bequem – sind in der Reithalle aufgebaut, für jeweils fünf Menschen. ‹Feuerstellen› nennt es Mats Staub. Auf zwei Monitoren sind eine sprechende und eine zuhörende Person zu sehen: «Das erzeugt das Gefühl, wir sitzen hier zu siebt», meint der Künstler. Hierher lädt er ein, sich auf die Themen Tod und Geburt einzulassen. Man bucht zwei Filme, dazwischen kann man mit den anderen darüber sprechen oder einfach schweigen. Mit der Videoinstallation im Theaterraum will Staub einen Ort schaffen, der Intimität zulässt und zugleich ein gemeinschaftliches Erlebnis an-bietet. Als Gastgeber sind er und sein Mitarbeiter Markus Rehberger anwesend. Über fünfzig Gespräche hat Staub seit mehr als einem Jahr begleitet: «Ich kreiere einen Raum der Begegnung, in dem zwei Menschen sich frei und geschützt über existenzielle Erfahrungen austauschen, die in der Gesellschaft eher ausgeklammert werden.»

Begegnungskunst.
Zwei Personen sitzen sich gegenüber, in einer Atmo­sphäre geborgener Offenheit können sie sich wohl und sicher fühlen. Der Regisseur und der Kameramann sind hinter einem Vorhang präsent. Das Zuhören ist der wesentliche Teil des Gesprächs, alles darf gesagt werden, denn alles ist Teil des Lebens. Das Gehörte schweben zu lassen, bringt Freiheit von schnellen Kommentaren oder konven­tionellen Floskeln, nichts wird zerredet. Die Frage, ‹Wie sprechen wir miteinander?›, ist das Grundthema des Abends. Die Mitwirkenden machen bereichernde Erfahrungen, mit denen das Publikum nun eigene Momente erfährt. «Wir haben es genossen, dass das einmal möglich war, über ein solches Thema wirklich zu sprechen», beschreiben manche ihr Erlebnis. In den Gesprächen treffen sich Angehörige verschiedener Generationen, Fremde, Verwandte oder Bekannte. Staub sucht möglichst offen und auf breiter Ebene Menschen, die mitmachen möchten; wer gefragt wird, weiss sofort, ob das etwas für ihn ist oder nicht. «Die Gespräche sind ein Geschenk für die Beteiligten, tolle Momente», sagt Staub begeistert, «und ich freue mich darauf, das mit den Gästen am Abend zu teilen.» Mats Staub hat bereits mehrere Kunstprojekte zum Thema Erinnerung entwickelt, zum Beispiel ‹Meine Grosseltern/Erinnerungsbüro›. Mit der Bühnenbildnerin Monika Schori verbindet ihn eine langjährige Erfahrung mit unterschiedlichsten Räumen. Eine australische Zeitung nannte das Geschehen «the art of human connection».


• Death and Birth in My Life›: Do 6. bis Sa 8.6.
  (und Sa 7./So 8.12.), Kaserne Basel

• Ausserdem: Festival Belluard Bollwerk International:
   Do 27.6. bis Sa 6.7., Fribourg. Mit Konzerten, Theater,
   Tanz, Performances, Partys etc., www.belluard.ch

 

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Ein Langzeitprojekt von Mats Staub beleuchtet ‹Death and Birth in My Life›.