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Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Gauri Gill, Untitled, from Acts of Appearance, 2015, © Gauri Gill

ProgrammZeitung aus dem Oktoberheft 2019, S. 21

Schutz, Verwandlung, Spiel?

Isabel Zürcher

Zum Thema Maske legt das Aargauer Kunsthaus prominente künstlerische Positionen aus.

Vor Kurzem legte meine bald 14-jährige Stieftochter die noch feuchte, gallertartige Haut einer Einweg-Gesichts-maske erfreut in die Verpackung zurück: Das kosmetische Produkt habe die Gesichtserkennung des Smartphones ihres jüngeren Bruders überlistet und versprach Zugang zu seinen personifizierten Daten. Das hat noch nichts mit Kunst zu tun, erzählt aber einiges darüber, wie Masken zu Schlüsseln werden können. Etwas Verführerisches ist ihnen eigen, etwas Verspieltes, Unheimliches, Zwiespältiges auch. Die Maske ist so alt wie die Kultur überhaupt, und sie hat in allen Gesellschaften ihre eigenen Funktionen und Wirkungskreise. Ob wir es mögen oder nicht, verraten wir unmaskiert etwas über unsere Herkunft und unsere Verfassung. Das Motiv birgt alle Potenziale von Schutz und Verwandlung. Aus seinen vielschichtigen Facetten zwischen Ritual und Projektion, Übermut und Verletzlichkeit gerinnt denn auch die Partitur der Ausstellung in Aarau.

Thematische und mediale Vielfalt.

Ein eigentliches Kaleidoskop an Werken der jüngeren und mittleren Generation haben Madeleine Schuppli und Yasmin Afschar ausgelegt. Der österreichische Maler Markus Schinwald versieht historische Porträts mit Spangen, Klammern, Bügelchen; seine Prothesen verleihen jedem idealtypischen Antlitz eine Ahnung von Anomalität. Das eigene Gesicht liegt den ‹Selfies› von Aneta Grzeszykowska zugrunde; in akribischer Tiefenschärfe fotografiert, versuchen ihre analogen Nachbildungen eine Antwort auf den inflationären Drang zur digitalen Selbstveräusserung. Nicht selten muss sich ein Entwurf des heutigen Ichs an Rollen abarbeiten: Gillian Wearings Selbstporträt überlagert die Fotografie der Mutter, von Diane Arbus oder Robert Mapplethorpe. Mit Kriegsverletzungen und ihren einschneidenden psychosozialen Folgen konfrontiert uns die Arbeit von Kader Attia. Simon Starlings Installation schlägt wirkungsvoll die Brücke zwischen dem japanischen No-Theater und der europäischen Plastik der Nachkriegszeit.

Global, allgemeingültig, ortlos.

Mehrteilige und serielle Werke laden zum Vergleichen ein. Zur eigentlichen Antho­logie gelang der Begleitkatalog, der allen 36 Künstlerinnen und Künstlern eigene Seiten widmet. Darin verhehlt das Aargauer Kunsthaus nicht seine Ambition: Gross ist die Auslegeordnung und international die Reichweite fast aller Positionen. Das verschafft der Aktualität des Themas Nachdruck «in einer Gesellschaft, in der die gekonnte Selbstdarstellung als Gradmesser des persönlichen Erfolgs gehandelt wird» (Pressetext). So einfach wie bestechend schön sind die aus Landschaften oder Stillleben geschnittenen Masken der Brasilianerin Laura Limas; die Götter müssen ihre Freude haben an Gauri Gills Porträts, die westindischen Leuten vom Land das Recht zu anderen Identitäten zugesteht; Schwarz und Weiss geht unter die Haut vor der Projek­tion von Theaster Gates’ Ausschnitten aus dem Filmklassiker ‹The Littlest Rebel› (1935). Allerdings büsst Aaraus ‹Maske› im Nachweis des überall und allgemein gültigen Rollenspiels ein Stück Dringlichkeit ein, mit der das Haus ein so grossartig sensibles Motiv für sich und für uns beanspruchen könnte: den Bezug zur eigenen Geschichte und Sammlung, deren Aktualität sich immer auch an heutigen Themen messen will.

•  ‹Maske›: bis So 5.1.2020, Aargauer Kunsthaus, Aarau.
    Mit  Begleitveranstaltungen, u. a. Kollektivperformance ‹Schraffur›
    von Fritz Hauser: Fr 1./Sa 2.11., jeweils 18 h und 19.30
    Katalog (D/E), Verlag Scheidegger & Spiess, 2019. 312 S.,    
    zahlr. Abb., gb., 24 x 32,5 cm, CHF 49

• Ausserdem in Aarau: Ausstellung ‹Paul Nizon. Arm in Arm
   mit der bildenden Kunst: bis So 5.1.2020, 
   www.forumschlossplatz.ch 
   Lesung und Chansons zu Paul Nizon: Fr 29./Sa 30.11.,
   www.tuchlaube.ch

• Ausstellung ‹Play› zum Thema digitales Spielen: bis So 29.12.,
    www.stadtmuseum.ch

 


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