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‹CezaryIdzie Na Wojne›, Foto: Pat Mic

ProgrammZeitung aus dem Oktoberheft 2019, S. 14

Protest, Erinnerung, Spiritualität

Christoph Dieffenbacher

Culturescapes 2019 stellt die aktuelle
Kulturlandschaft Polens vor.

Die frühesten Vorzeichen des Berliner Mauerfalls vor
30 Jahren liessen sich in Polen beobachten: Die Streiks im Danziger Hafen und die erste freie Gewerkschaft hinter dem Eisernen Vorhang waren 1980 die Vorboten, bevor
die kommunistischen Staaten Osteuropas reihenweise umfielen. Heute sind viele Menschen in Polen stolz darauf. Das sechstgrösste EU-Mitglied wird von einer rechten, nationalkonservativen Partei regiert, gegen die derzeit Zehntausende demonstrieren. Jetzt, kurz vor den Parlamentswahlen im Oktober, ist die Gesellschaft des Landes tief gespalten.

Polen mit seiner bewegten Geschichte, seinem vielfältigen Kulturschaffen und seiner dynamischen Kulturszene ist dieses Jahr Gastland von Culturescapes. Das Konzept der 15. Festivalausgabe bleibt sich gleich: Mit einem Budget von knapp zwei Millionen Franken bauen die Veranstalter erneut auf vielfältige Kooperationen. Mit dabei sind re­nommierte Schweizer Kulturhäuser und Institutionen – mit Schwerpunkt in der Region Basel –, zudem offizielle VertreterInnen des jeweils eingeladenen Landes. Als neue Partner kommen diesmal etwa das Théâtre Vidy Lausanne, die Filature Mulhouse und das Konzert Theater Bern dazu. Kulturaustausch.

Von Musik über Theater, Tanz, Film, bildende Kunst, Handwerk, Literatur bis zu den neuen Medien – die über 200 Veranstaltungen in knapp drei Monaten dürften ein reichhaltiges Bild von Polens zeitgenössischem Kultur-schaffen vermitteln. Umgekehrt gehen im Vorfeld Schwei-zer Künstlerinnen und Künstler auf Einladung nach Polen, etwa die Basel Sinfonietta zum renommierten Festival Warschauer Herbst und für Sofalesungen in Warschau und Krakau. Gründer und Direktor von Culturescapes ist der selbständige Kulturmanager Jurriaan Cooiman.

Der Niederländer lebt seit 25 Jahren in der Region Basel, wie er in seinem Büro im Badischen Bahnhof erzählt. In
letzter Zeit war er dauernd zwischen der Schweiz und Polen unterwegs. Die Fäden scheint er jedenfalls mit
Co-Kuratorin Kateryna Botanova zusammenzuhalten – kaum ein Detail zu den Events, das der 52-Jährige nicht
im Kopf hat.

Für Freiheit und Demokratie.
Was treibt die aktuelle Kultur Polens um? «Protest, Erinnerung, Spiritualität» seien die Stichworte, sagt der Festivaldirektor. Das Land, seit Jahrhunderten immer wieder unter Gewalt und Fremdherrschaft, habe eine besondere Protestkultur für Freiheit und Demokratie entwickelt. Noch immer schwierig sei sein Umgang mit Geschichte, die Erinnerung an die Vergangenheit, beson-ders an die kommu­nistische: «Alle paar Jahre werden die Geschichtsbücher aus­gewechselt.» Und trotz der erdrückenden Macht der katholischen Kirche suchen viele Künstlerinnen und Künstler nach eigenen Formen von Spiritualität.

Darauf angesprochen, nennt Cooiman drei Festival-Highlights. Zum einen das Schauspiel ‹Der standhafte Prinz› von Pedro Calderón de la Barca, das der junge Regisseur Michał Borczuch am Theater Basel neu insze-niert. Zweitens die Performances des polnisch-britischen Künstlers und Choreografen Alex Baczynski-Jenkins in
der Kunsthalle Basel. Und drittens die Schriftstellerin und Booker-Preisträgerin Olga Tokarczuk, die zur Eröffnung
der Buch Basel lesen wird. Persönlich freut sich Cooiman auch auf die Filme von Paweł Pawlikowski (‹Ida›) im Stadtkino und die Chopin-Reihe in der Musikakademie.
Mit Polen knüpft Culturescapes an seine Anfänge an: Lud man damals das Kulturschaffen aus dem noch nahezu unbekannten Osteuropa ein (zuerst Georgien 2003), erweiterte sich der Blick später auf Länder wie Island (2015) und Griechenland (2017).

Wie es in zwei Jahren weitergehen wird, will der Direktor noch nicht verraten. Sicher werde das Festival aber in Zukunft statt auf Länder und Orte auf inhaltliche Schwerpunkte setzen. So ist Polen das letzte Gastland von Culturescapes.

 

•  15. Festival Culturescapes, Polen: Sa 5.10., 18 h   
     (Eröffnung Theater Basel), bis Fr 6.12., diverse Orte

•  Festivalreader ‹On the Edge›, Hg. Kateryna Botanova,    
    Wojciech Przybylski, 203 S., Abb., br. (engl.),
    www.culturescapes.ch

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