Spenden-Tafel

 

 

Stiftung für Medienvielfalt

 

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Privatpersonen
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Anne-Käthi Wildberger
Armin Vogt aus Basel
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Atelier Gillmann + Co GmbH
B.A. aus Basel
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Beat Lehmann aus Basel
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C.M. & A.M.
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Franziska von Blarer
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J. Finsterwald
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L.B. aus Basel
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M.G.
M.M aus Basel
Marianne Mattmüller
Mathias Bonert
P. Jaccoud
P.S. aus Basel
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S. Scherrer & Benedikt Marzahn
S. Strub aus Basel
S.J. & M.J. aus Therwil
Susanne Wyttenbach
V.S. aus Gattikon

 

Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Bea von Malchus, «Vier Jahreszeiten. Vegetarisch. Saisonal. Abgefahren. Kochen»

ProgrammZeitung aus dem Dezemberheft 2020, S. 22/23

Lektüre für Winterstunden

Dagmar Brunner (db), Sabine Knosala (skn)

Wortjongleur.

GEDICHTE: db. Kaum jemand kennt ihn noch, den Luzerner Autor Kuno Raeber (1922 bis 1992). Er studierte unter anderem in Basel Deutsch, Geschichte und Philosophie, wurde Direktor der Schweizer Schule in Rom, lehrte in Deutschland und arbeitete ab 1958 als freier Schriftsteller. Sein Werk besteht aus einer Fülle von Gedichten sowie vielfältiger Prosa. Stark religiös geprägt, rechnete er später in seinem Roman «Das Ei» mit der Kirche ab, thematisierte aber vielfach antike Welten und alte Mythen, die er mit Alltagsszenen verband. Von den rund tausend Gedichten gibt es eine Online-Edition mit allen Fassungen und Handschriften. Eine Auswahl davon ist nun in einem Band erschienen und vermittelt erhellende Einblicke in seinen Arbeitsprozess, sein Ringen um gültige Worte und Verse. Obwohl er die Mundart als minderwertig empfand, schrieb er auch grossartige Dialektlyrik. Raeber starb an den Folgen von Aids in Basel.

Kuno Raeber, «Dieses enorme Gedicht ...»: Ausgewählte Gedichte in ihren Fassungen, Hg. Walter Morgenthaler und Thomas Binder, Chronos Verlag, Zürich, 2020. 304 S., Abb., gb., CHF 48, www.kunoraeber.ch/lyrik 

Künstler und Kaufmann.

HISTORISCHER ROMAN: db. In Basel sind sie omni-präsent: die Merians, wobei man wohl zuerst an das Stifterpaar Christoph und Margaretha denkt, dessen Erbe bis heute kulturell so viel ermöglicht. Berühmt geworden ist aber auch die (verwandte) Kupferstecher-Familie von Matthäus Merian (15931650), insbesondere sein Sohn Matthäus d.J. aus erster Ehe und seine Tochter aus zweiter Ehe, Maria Sibylla (die Naturforscherin und Künstlerin). Vater Matthäus wurde im Kleinbasel geboren und in der Theodorskirche getauft, später führte er erfolgreich den Verlag seines Schwiegervaters in Frankfurt. Seine Epoche war geprägt vom Dreissigjährigen Krieg, doch mit Gottvertrauen, Fleiss und Geschäftssinn meisterte er das Leben mit seiner grossen Familie. Deren Geschick widmet die langjährige Basler Stadtführerin Helen Liebendörfer faktentreu und lebendig ihren siebten historischen Roman.

Helen Liebendörfer, «Nun erst recht! Matthäus Merian und seine Familie»: Historischer Roman, Reinhardt Verlag, Basel, 2020. 311 S., 17 s/w-Abb., kt., CHF 24.80, www.reinhardt.ch

Gaumengenuss und Bilderlust.

KOCHBUCH: db. Eine bar­busige Lady der Kunstgeschichte ziert das Cover, und auch der Titel «Vier Jahreszeiten» verrät noch nicht, worum es geht. Doch die Autorin im Sessel, schottisch gewandet mit Schwingbesen, sowie zahlreiche weitere Abbildungen, Texte und 134 Rezepte laden sofort zum Schmökern in diesem besonderen Kochbuch ein. Kundig und charmant, mit heissen Tipps und humorvollen Zitaten, Collagen und Zeichnungen erzählt Bea von Malchus in ihrem zweiten kulinarischen Band von ihren Experimenten und Erfolgen in Koch- und Lebenskunst. Originell und schmackhaft sind die (vegetarischen) Gerichte der Freiburger Bühnenkünstlerin, die derzeit wie viele andere keine Auftrittsmöglichkeiten hat – was sich vielleicht mit Fantasie und Witz besser ertragen lässt.

Bea von Malchus, «Vier Jahreszeiten. Vegetarisch. Saisonal. Abgefahren. Kochen»: 99 S., zahlr. Abb., kt., Format A4, CHF 34/28 Euro. Bezug bei Museum Design Collection, Spalenvorstadt 18, Basel, www.mdc-shop.ch oder über www.beavonmalchus.de

Kunst im Südkaukasus.

SACHBUCH: db. Immer wieder ist das Land in den Medien, aber leider kaum wegen seiner Kulturschätze: Armenien. Geprägt von einer stolzen und tragischen Vergangenheit, befindet sich die ehemalige Sowjetrepublik, die seit 1991 unabhängig ist, in einer schwierigen, leidvollen Gegenwart, da erneut im Krieg mit Aserbaidschan um das vorwiegend armenisch besiedelte Gebiet Arzach/Bergkarabach. Gleichwohl hat sich in Armenien in den letzten Jahren eine lebendige Kunstszene entfaltet und seit 2015 ein Austausch mit Basler Kunstschaffenden entwickelt, der von der Christoph Merian Stiftung unterstützt wird. Marcel Mayer, Initiator des Druckwerks im Werkraum Warteck, erhielt 2017 ein Atelierstipendium und verbrachte ein halbes Jahr in Jerewan, weitere Aufenthalte folgten. Seine Eindrücke und Arbeit – Linolschnitte, Fotografien und Texte – hat er zu einem Buch verdichtet, das informativ und bewegend das komplexe Geschehen bis August 2020 schildert.

Marcel Mayer, «Land der Fülle/Land of Plenty. Armenien 2017–20»: Edition Schwarzweiss, Basel/Aesch. Zweisprachig D/E, 256 S., zahlr. Abb., Format 23 x 16 cm, CHF 28

Neues Bauen.

SACHBUCH: db. Er wollte, «dass die Welt vorwärts statt rückwärts geht» und blieb bis zu seinem Tod ein überzeugter Kommunist. Dafür nahm der Basler Architekt Hans Schmidt (1893 bis 1972) auch gesellschaftliche Ächtung und Boykott seiner Arbeit in Kauf. Nach Studium und Ausbildung ging er zunächst in die Niederlande und betrieb danach mit Paul Artaria ein Architekturbüro in Basel. Als Pionier des Neuen Bauens konnte er in Basel und Riehen mehrere Wohnsiedlungen und Einzelhäuser realisieren. 1930 wurde er als einziger Schweizer zur Mitarbeit bei Planung und Bau neuer Städte in der Sowjetunion eingeladen, wo er bis 1937 mit seiner Familie blieb. Wenig später begründete er die Partei der Arbeit mit und sass lange im Basler Kantonsparlament. 1956 bis 1969 war er erfolgreich in der DDR (Ostberlin) tätig, seinen Lebensabend verbrachte er wieder in der Schweiz. Insbesondere den prägenden Russland-Jahren folgt eine reichhaltige Dokumentation, die in zehn Kapiteln anschaulich und kritisch Schmidts bauliches und politisches Engagement beleuchtet.

Jürg Düblin, «In Stalins Reich. Die Moskauer Jahre des Architekten und Städteplaners Hans Schmidt, 1937–1937»: Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, 2019. 340 S., s/w-Abb., kt., CHF 49, www.scheidegger-spiess.ch

Poetisches Wintermärchen.

BILDERBUCH: skn. «Ein Wunder im Schnee» ist das erste Buch von Sabine Rotach, die Radiojournalistin bei SRF2 Kultur war und jetzt im Museum der Kulturen in Basel arbeitet. Es erzählt die Geschichte vom Nachtigallenjunge Otje, der verletzt zurückbleibt, als seine Familie in den Süden fliegt. Wie gut hat er den Spatz Pirl zum Freund, der ihm im Winter beisteht. Als die Situation lebensbedrohlich wird, holt Pirl Hilfe bei der Fee Miranda …

Anfangs will das Buch etwas gar viel: Es spielt in der Realität, der christliche Nikolaus kommt darin vor, aber auch mystische Naturwesen wie die Feen. Doch je länger man liest, umso mehr gerät man in den Sog dieser poetischen Geschichte, die ein bisschen an ein Märchen von Hans Christian Andersen erinnert – schön, aber mit einem Hauch Melancholie. So wird der Winter in seiner ganzen Schönheit, aber auch seiner ganzen Härte geschildert, wobei die Geschichte positiv endet. «Ein Wunder im Schnee» richtet sich an eine Leserschaft «jeden Alters», wobei Kinder im Primarschulalter und ihre erwachsenen Vorlesenden am meisten profitieren dürften.

Sabine Rotach (Text), Franz Walka (Illustrationen), «Ein Wunder im Schnee»: Bilderbuch, ab 5 Jahren, Baeschlin Verlag, Glarus, 2020.
40 S., gb., farb. ill., CHF 25.80, baeschlinverlag.lesestoff.ch

Dem Glück auf der Spur.

STADTFÜHRER: skn. «Glücksorte in Basel» heisst ein neuer Stadtführer, der 80 besondere Orte in Basel und Umgebung vorstellt. Beschrieben werden klassische Sehenswürdig-keiten wie das Münster, aber auch Läden, Cafés, Restau-rants und einzelne Orte im Umland. Nicht harte Fakten und nackte Zahlen stehen im Vordergrund, sondern das Erlebnis. Autorin Yaël Debelle und Autor Stephan Petersen schildern, wie der Ort auf sie gewirkt hat. Entsprechend atmosphärisch kommen die Texte daher und machen Lust, den Ort selber einmal zu besuchen. 

Empfehlenswert ist das Büchlein vor allem für ausländische Gäste und frisch Zugezogene – idealerweise als Ergänzung zu einem traditionellen Reiseführer. Aber auch Einheimische dürften durch die Shopping- und Gastro-Tipps noch etwas dazulernen. Leider liegt da aber auch ein Manko des Konzepts: Während es historische Orte wie das Münster wohl in ein paar Jahren immer noch geben wird, dürften dann einige der Läden und Gastrobetriebe bereits nicht mehr existieren.

Yaël Debelle/Stephan Petersen, «Glücksorte in Basel. Fahr hin
und werd glücklich»: Droste Verlag, Düsseldorf, 2020. 168 S., kt., 14.99 Euro, www.droste-verlag.de

Mit viel Lokalkolorit.

KRIMI: skn. Krimis mit einem starken lokalen Bezug sind in, weil man jede Ecke aus eigener Erfahrung kennt. Letzteres trifft auch für die Krimireihe von Franz Osswald zu. Wie der Autor ist auch sein Ermittler Oskar Behrens Journalist, schwul, musiziert gerne und wohnt in Basel. In seinem vierten Fall «Leerschlag» muss Behrens das Verschwinden einer jungen Frau aufklären. Dabei kommt eine Vielzahl bekannter Basler Orte vor, vom Waaghof über das Café Huguenin bis zur Dreirosenbrücke, sodass es sich anfühlt, als würde man Behrens bei seinen Ermittlungen durch die Stadt begleiten. Die Charaktere werden detailliert beschrieben und wirken wie aus dem echten Leben gegriffen, was von einer guten Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis des Autors zeugt. Es gibt zwar ein paar marginale sprachliche Holprigkeiten, die vom Schweizer-deutschen herrühren, was aber dem Lesevergnügen in keiner Weise Abbruch tut. Kurz gesagt: Ein ruhiger Krimi ohne Sensationsgier, der erst noch im Dezember spielt und sich daher gerade jetzt als Lektüre bestens eignet.

Franz Osswald, «Leerschlag. Eine Kriminalerzählung aus Basel»: Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher, 2020. 187 S., gb., 18.90 Euro
www.verlag-regionalkultur.de

 

Highlights

Highlight Januarheft 2021

Das sind die Höhepunkte
der Museen 2021

Vom Grossstadtleben in Comics über Klassiker der Kunstgeschichte bis
zur Rolle der Tiere.

Highlights

Highlight Januarheft 2021

Lebendige Lyrik

Das Od-Theater präsentiert Gedichte aus aller Welt und Zeit.

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Highlight Januarheft 2021

Seriengenuss über Schweizer Sprachgrenzen hinweg

Seit November hat die SRG einen eigenen Streamingdienst.

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Highlight Januarheft 2021

Bescheidene Gewinner

Der Basler Pop-Preis geht an Zeal & Ardor. Bereits zum zweiten Mal.

Highlights

Highlight Dezemberheft 2020

«Die Zeit des einseitigen Sendens
ist endgültig vorbei. Der Dialog
mit dem Publikum ist eine Riesenchance.»

Highlights

Highlight Dezemberheft 2020

Innehalten und Hinsehen

Das Museum der Kulturen räumt in seiner Ausstellung zu Buddha und Buddhismus
mit spirituellem Halbwissen auf.

Highlights

Highlight Dezemberheft 2020

Lektüre für Winterstunden

Zum Selberlesen oder Verschenken: Die ProgrammZeitung stellt neue Bücher mit Basel-Bezug vor – von Krimi über Kochbuch bis zu Kinderbuch.

Highlights

Highlight Dezemberheft 2020

Echo der Stadt

Jodeln kann auch urban sein.

Highlights

Highlight Novemberheft 2020

Von Teufel bis Wilde

Das Vorstadttheater zeigt Michael Köhlmeiers apokalyptische Traumwelt.

Highlights

Highlight Novemberheft 2020

Über den Röstigraben

Der Gare du Nord gedenkt der musikalischen Romandie.