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Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Hermann Hesse, 1925, Foto: Gret Widmann

ProgrammZeitung aus dem Dezemberheft 2021, S. 17

Reverenz an einen Steppenwolf

Dagmar Brunner

Vor 75 Jahren erhielt Hermann Hesse den Literatur-
Nobelpreis. Nun ehrt Basel ihn mit einem Festival und einem Gedenkort.

Basel war seine erklärte «Lieblingsstadt» und prägte sein Leben und Werk ganz entscheidend. Doch vor Ort erinnert nichts an seine Anwesenheit, nur Stadt- und Literaturführungen sowie einige Publikationen folgten bisher den Spuren des weltberühmten Schriftstellers. Dabei verbrachte Hermann Hesse (18771962) mehr als zehn Jahre hier, fünf davon als Kind. Denn schon seine Grosseltern und Eltern waren als Missionarspaare mit Basel verbunden, blieben aber berufshalber nicht in der Schweiz. Als Bub sprach er fliessend Baseldeutsch, später arbeitete er im Buch- und Antiquariatshandel, wohnte an zehn verschiedenen Adressen dies- und jenseits des Rheins, schrieb für hiesige Zeitungen Rezensionen und hatte erste Erfolge als Schriftsteller – unter anderem mit «Peter Camenzind». Den «Steppenwolf» begann er 20 Jahre später ebenfalls in Basel. Ausserdem stammten zwei seiner drei Ehefrauen aus gutbürgerlichen Basler Kreisen: die Fotografin Mia Bernoulli, mit der er drei Söhne hatte, und die Sängerin Ruth Wenger, deren Mutter die Schriftstellerin Lisa Wenger und deren Nichte die Künstlerin Meret Oppenheim waren.

Kurz: Hesse hat in Basel gelernt, gelitten, geliebt und ist zum bekannten Autor geworden. Er mochte die Beizen, die Altstadt und den Rhein, verehrte Nietzsche, Böcklin und Jacob Burckhardt. Und auch als er ab 1919 meistens im Tessin lebte, pflegte er weiterhin Kontakte mit Basler Verwandten und Freunden, bewahrte der Stadt lebenslang «Treue und Dankbarkeit». 1924 wurde der deutsch-gebürtige Dichter, Maler und Musikliebhaber definitiv Schweizer Staatsbürger und erhielt 1946 den Nobelpreis für Literatur, der ihm freilich nichts bedeutete.

Vielfältige Würdigung.

Um Hermann Hesses reiche Bezüge zu Basel bekannter und sichtbar zu machen, haben vier initiative Köpfe im März einen Verein gegründet und widmen ihm nun ein Festival mit einem dichten Programm und prominenten Mitwirkenden. Angekündigt sind etwa Vorträge, Lesungen, Konzerte und Stadtführungen. Junge Stimmen vom Gymnasium Leonhard steuern das Literaturprojekt Hesse Heute bei, und das Deutsche Seminar der Universität stellt Pläne für ein neues Hesse-Handbuch vor. Neben dem Spielfilm «Steppenwolf», der 1973 unter anderem in Basel gedreht wurde, ist der neue Dokumentarfilm «Brennender Sommer» zu sehen, der gehaltvolle Einblicke in Hesses Biografie und Bedeutung vermittelt. Zudem wird am Nobelpreis-Tag ein intimer Winkel im Kleinbasel als Hermann-Hesse-Platz mit entsprechendem Schild eingeweiht.

Ob dem Öffentlichkeitsscheuen solche Ehre wichtig gewesen wäre, bleibt offen. Vermutlich hätte er lieber auf seine Bücher verwiesen, die noch immer weltweit
populär sind. Möge das Hesse-Plätzchen zu deren Lektüre einladen.

Hermann-Hesse-Festival: Do 9.12. bis Sa 11.12., diverse Orte, www.hermann-hesse-basel.com

 

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