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Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Blick in die anthropologische Sammlung des Naturhistorischen Museums Basel, Foto: © Gregor Brändli

ProgrammZeitung aus dem Oktoberheft 2022, S. 20

Heikle Museumsbestände 

Nana Badenberg

Provenienzforschung als Auftrag und Selbstverpflichtung: Fünf kantonale Museen informieren über ihre aktuellen Projekte und Strategien.

In der Sprache der Edo meint «sa-e-y-ama», das Wort für «sich erinnern», zugleich «ein Motiv in Bronze giessen», denn genau das tat man, um der verstorbenen Könige zu gedenken. 1897 plünderte die – in dem Fall – britische Kolonialmacht den Königspalast in Benin, verkaufte viele der rund 4000 erbeuteten Objekte in alle Welt und beraubte die Edo so ihrer Erinnerung. In Museen und Debatten erinnern die Benin-Bronzen heute an solch unrechtmässigen Erwerb von Sammlungsstücken; seit Jahren werden historische Aufarbeitung und Restitution dieser kolonialen Beutekunst debattiert. Das Museum der Kulturen, selbst Mitglied der Benin Initiative Schweiz, zeigt seine Bronzen in der Ausstellung «Memory» mit eben dieser Erläuterung. Doch sind sie nur die Spitze des Eisbergs, wenn es um die Aufarbeitung von Raub-, Flucht- und Beutekunst geht. Dass die Erforschung der Herkunft von Objekten (nicht nur) in öffentlichen Sammlungen und mit ihr der Museumsgeschichte nottut, tritt erst seit Kurzem ins Bewusstsein. 

Eine Million Franken stellt der Regierungsrat nun für Provenienzforschung bereit – verteilt auf vier Jahre und fünf Museen. Nicht viel verglichen mit dem, was das Naturhistorische Museum neu für den laufenden Betrieb oder das Historische Museum für die Generalinventur seiner rund 300 000 Objekte bekommt. Aber: Es ist ein klarer politischer Auftrag an die kantonalen Museen Basels und ein Zeichen gegenüber der Öffentlichkeit, dass es in Sachen Provenienzaufarbeitung vorwärts gehen soll.

Hinschauen und Nachfragen.

Und das tut es tatsächlich: Auf Anfrage der australischen Regierung gibt das Naturhistorische Museum zwölf Schädel sowie eine Haarprobe an die dortigen Aborigines zurück. «Geerbt» hat das Museum diesen prekären Bestand vom früheren Museum für Völkerkunde. In der Sammlung des Naturhistorischen Museums lagern aber noch weitere 7800 menschliche Überreste – 1800 davon mit aussereuropäi-scher Herkunft. Letztere sollen nun systematisch erforscht werden.

Das Historische Museum erhält vom Regierungsrat grünes Licht, um eine umfangreiche Schenkung der Emile Dreyfus-Stiftung, bestehend aus Möbeln, Keramiken, Gemälden und Teppichen, anzunehmen. Damit verbunden ist der Auftrag, die Herkunft von 35 Objekten, die der Stifter nach 1933 angekauft hat, genauer zu erforschen. Provenienzabklä-rungen geht das Museum auch im Rahmen seiner Generalinventur nach: Eine kleine Kabinettausstellung «Inventarium» thematisiert hier den Alltag, zu dem leider auch gehört, dass Raubgrabungen günstiger sind als die Anfertigung von Fälschungen – ein Grund mehr, bei Neuerwerbungen penibel auf die Herkunft der Objekte zu achten. Die Eingangsbücher des Historischen Museums mit den Neuzugängen der Jahre 1856 bis 1941 können übrigens online durchstöbert werden. 

Das Museum der Kulturen setzt sich auch dank der 2013 eingerichteten «Fellowship MKP» mit Sammlungsgeschichte und -praktiken auseinander: Die wissenschaftlichen Stu-dien sind auf der Museumswebsite frei verfügbar – als jüngste demnächst ein «Who is Who». Bei diesem Projekt wurden jene Personen erforscht, die im Auftrag des Museums oder selbstständig gesammelt hatten. 

Das Antikenmuseum wartet mit einer neuen Strategie zur Provenienzforschung auf und hat Anfang des Jahres eine eigene Stelle dafür eingerichtet. Konkrete Resultate kann das Haus bislang nicht vorweisen, und das, obwohl die Archäologie ein durchaus prekäres Feld ist. 

Aufarbeiten und Erinnern.

Eine Strategie zur Provenienzforschung hat sich dieses Jahr auch das Kunstmuseum Basel gegeben: Es verpflichtet sich, «gerechte und faire Lösungen» im Sinne der Washington Principles zu suchen, die 1998 (!) für den Umgang mit
NS-Raubkunst formuliert wurden. 

Einen Erfolg konnte jüngst die hauseigene Provenienz-abteilung verbuchen: Sie konnte proaktiv aufklären, dass eine geschenkte Apokalypse-Darstellung aus der Sammlung des Heidelberger Gelehrten Victor Mordechai Goldschmidt stammt. Sie wird nun an die rechtmässige Eigentümerin, die von Portheim-Stiftung, zurückgegeben, verbleibt jedoch als Dauerleihgabe in Basel. Und zum Kunsthistoriker und Sammler Curt Glaser, aus dessen notverkaufter Sammlung das Kunstmuseum 1933 ganze 200 Werke ersteigerte, öffnet eine Ausstellung, die sein Wirken als Förderer moderner Kunst würdigt. 

Naturhistorisches Museum: www.nmbs.ch

Historisches Museum: www.hmb.ch

Museum der Kulturen: www.mkb.ch

Antikenmuseum: www.antikenmuseumbasel.ch

Kunstmuseum: www.kunstmuseumbasel.ch

 

 


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