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Susanne Wyttenbach
V.S. aus Gattikon

 

Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Plattencover «Sauterelles»

Pille & Pflasterstein

Editorial aus ProgrammZeitung 1/2018

Dagmar Brunner

2018 werden wir an verschiedene gesellschaft­liche Um- und Aufbrüche erinnert: Karl Marx z.B. wird 200, Nelson Mandela 100, der Landesstreik jährt sich zum 100. Mal, und das magische Jahr 1968 liegt auch schon 50 Jahre zurück! Das findet seinen Niederschlag in Medien und Ausstellungen, etwa im Bernischen Historischen Museum, das derzeit die Befindlichkeiten, Ereignisse und Folgen von ‹1968› in der Schweiz thematisiert.

Gleich zu Beginn blinken bunte Spiralen von der Wand und vier junge, langhaarige Männer – in Engelskostümen und mit Blume im Mundwinkel – singen zur Gitarre ‹One time
I was drunk›. Für ein älteres Publikum sind es vertraute Bilder und Klänge: Les Sauterelles mit ‹Heavenly Club›. Mit dem Song wurde die Band von Toni Vescoli berühmt. Doch die u.a. mit Crowdfunding realisierte Schau bleibt nicht bei den selbst ernannten ‹Swiss Beatles› oder psychedelischer Ästhetik stehen. Sie zeigt zahlreiche Originalobjekte aus jener Zeit, vom VW-Bus und Minirock über Flugblätter, Joints und Jutesack bis zu Pille und gestricktem Penishalter. Mit Ton, Film und Fotos kommen Politik und Proteste, Wohnformen und Beziehungen, Mode, Musik und Literatur zur Sprache und Darstellung.

Dabei erfährt man auch viel Ernüchterndes über das da­mals herrschende gesellschaftliche Klima («es war grauen­haft!», sagt die frühere Aktivistin und Künstlerin Lilly Keller) und den Kampf um neue Werte: Selbstbestimmung, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Gleichberechtigung der Geschlechter usw. Spannend sind vor allem die kritischen Rückblicke und Einschätzungen von 16 ZeitzeugInnen. Sie schildern lebendig und reflektiert, wie sie diese bewegte Ära erlebt haben, was sich für sie verändert hat und was davon geblieben ist, ob ihr Engagement sich gelohnt hat. Zuletzt können sich Besuchende dazu äussern, wofür sie sich selbst heute, 50 Jahre später, einsetzen würden. Wenn auch etliche Anliegen von damals längst erfüllt sind, gibt es immer noch genug zu tun, etwa in Sachen Frauenrechte, Migranten und Flüchtlinge.

Einer, der diese Epoche in Deutschland filmisch eingefan­gen hat, ist Rainer Werner Fassbinder, dem im Burghof nun eine Veranstaltungsreihe gewidmet ist (S. 16). Und auch sein polnischer Kollege Andrzej Wajda, zu dem das Stadt­kino Basel eine Retrospektive zeigt, kämpfte für Menschen­rechte und Demokratie (S. 8). Kampfgeist (und Fantasie) sind ebenfalls vonnöten im Hinblick auf die Abstimmung der sogenannten ‹No Billag›-Initiative, denn auch hier geht es um Grundsätzliches: einen Angriff auf demokratische Errungenschaften. In den letzten Wochen wurde die radi­kale Vorlage zum Favoriten für Debatten und hat auch die Basler Kulturszene mobilisiert. Gute Argumente dagegen gibt es viele (S. 25), Unterstützung ist erwünscht (s. u.)!

♦ ‹1968 Schweiz›: bis So. 17.6.2018, Bernisches Historisches Museum, www.bhm.ch. Begleitpublikation: ‹Revolte, Rausch und Razzien›. Neunzehn 68er blicken zurück, Stämpfli Verlag, 2017. 128 Seiten, kt., Abb., CHF 29.–
♦ In Vorbereitung: Ueli Mäder, ‹68 – was bleibt?›, Rotpunktverlag.
Mit 68 Interviews und Dokumenten (erscheint im Mai 2018).
♦ Nein zu No Billag: www.bs-bl-nein-zu-nobillag.ch, www.operation-libero.ch, www.sendeschluss-nein.ch, www.mediaforti.ch, www.mfa-mpt.ch
♦ Roger Schawinski, ‹No Billag? Die Gründe und die Folgen›.
Wörterseh Verlag. 176 Seiten, br., CHF 12.– (erscheint am 8.1.2018)

 

Editorial

Editorial aus 1/2018

Pille & Pflasterstein

Dagmar Brunner

Editorial

Editorial aus 12/2017

Zumutungen

Dagmar Brunner

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Editorial aus 11/2017

Lesevirus: Infektion erwünscht!

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Editorial

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Unentbehrliche Erfolgsgeschichte

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Editorial aus 9/2017

Fataler Kulturabbau!

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Editorial

Editorial aus 7-8/2017

Aufbrechen – aber mit Grips!

Dagmar Brunner

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Editorial aus 6/2017

Aufklärung und Fairness

Dagmar Brunner

Editorial

Editorial aus 5/2017

Kultur, Politik und Humor

Dagmar Brunner

Editorial

Editorial aus 4/2017

Geschichten von nah und fern

Dagmar Brunner

Editorial

Editorial aus 3/2017

Wa(h)re Werte

Dagmar Brunner