Spenden-Tafel

 

 

Stiftung für Medienvielfalt

 

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Privatpersonen
A.B. aus Kaiseraugst
Anne-Käthi Wildberger
Armin Vogt aus Basel
Atelier für Arbeiten mit Stein
Atelier Gillmann + Co GmbH
B.A. aus Basel
B.K. & B.K.
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C.M. & A.M.
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D.D. aus Basel
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M.G.
M.M aus Basel
Marianne Mattmüller
Mathias Bonert
P. Jaccoud
P.S. aus Basel
Regula Rappo-Raz aus Basel
S. Kubli Fürst
S. Scherrer & Benedikt Marzahn
S. Strub aus Basel
S.J. & M.J. aus Therwil
Susanne Wyttenbach
V.S. aus Gattikon

 

Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Joann Sfar, ‹Le Chat du Rabbin›, Bd. 8 Dargaud, 2018

ProgrammZeitung 04/2019, S. 17
 

Kluge Katzen und Kaffeehausnixen

Nana Badenberg

Joann Sfar ist im Cartoonmuseum zu Gast.
Seit mittlerweile 40 Jahren gibt es das Basler Cartoon-museum, das in den Anfängen ‹seiner› Kunst erst
noch zur Anerkennung verhelfen musste. Längst jedoch
ist der verwinkelte Bau bei Vernissagen überfüllt.

Was für die Vielseitigkeit und das Renommee des Hauses spricht, das mit seinen Passerellen und Ebenen gleichsam die Abfolge der Bande Dessinée spiegelt. Die erste Ausstellung im Jubiläumsjahr 2019 ist mit Joann Sfar einem Künstler gewidmet, der ebenfalls verblüffend vielseitig und produktiv ist. Auf Französisch sind weit
über 100 Alben von ihm erschienen, daneben ist Sfar
(geb. 1971) als Filmemacher (‹Gainsbourg›) und Romancier hervorgetreten.

Zu den jüngsten Publikationen Sfars gehören: ‹Paris
sous les eaux›, ein Band mit Aquarellen, die an Sempé gemahnen (mit dem er sie abwechselnd in ‹Paris Match› veröffentlichte), in den Farben zarte, aber in der Schilderung etwa der selbstbewussten Kaffeehausnixe durchaus hintersin-nige Stadtszenen; das dreizehnte
seiner tage- und ideenbuchartigen Carnets, das unter
dem Titel ‹Sfar, c’est arabe?› den Zeitraum von Oktober
2015 bis Mai 2017 umfasst und eben auch ein Statement zur politischen Lage der Grande Nation abgibt, sowie Illustrationen zu den Fabeln La Fontaines. Alle sind im letzten Herbst herausgekommen.

Hinter- und eigensinnig.
Jüngere Adepten des Genres kennen vermutlich die gemeinsam mit Lewis Trondheim lancierte Donjon-Serie, ein wucherndes Universum der Fantasie und Ironie mit am Ende 36 Bänden. Nicht weniger gewitzt ist ‹Die Katze des Rabbiners›, ein ebenso vorlautes wie altkluges Tier, das nach dem Verzehr eines Papageis sprechen kann und sich in theologische Diskussionen mit dem Rabbi verwickelt. Um die dem Sprachvermögen geschuldete Gottähnlichkeit geht es dabei, und um die Wahrheit. Mit Worten kann man lügen. Aber mit Bildern?

Auffällig an den Gestalten Sfars ist, wie schnell sie sich verändern. Menschen mutieren zu Fabelwesen, Vampire und Baumwesen begegnen einander mit allzu mensch-licher Eifersucht, und in ‹Chagall in Russland› bekommt
der Schlächter vom Maler kurzerhand einen längeren Hals verpasst, den er fortan durch die Geschichte trägt.

Man merkt dem in Nizza geborenen Künstler sein Philosophiestudium ebenso an wie die genaue Kenntnis jüdischer Denk- und Lebensweisen. Ausdrucksstark sind seine Zeichnungen, und wenn sie zuweilen flüchtig
wirken, so mag dies dem Glauben an eine Veränderbarkeit der Welt geschuldet sein. Für einen Moment des Traums steht alles unter Wasser, Fische schwimmen im Tränen-meer, um dann wieder an Festigkeit zu gewinnen.

Darin liegt nicht nur anarchischer Eigensinn, sondern
auch der Wunsch, das Leben in der Fantasie zu erlösen.
So wie der Maler Chagall es im Comic der Schtetl-Bevölkerung verspricht: Er könne sie alle retten, wenn
sie nur in sein Skizzenbuch zurückkehrten.

•   Joann Sfar, ‹Sans début ni fin›: Fr 5.4., 18.30 (Vernissage mit
      Künstler), bis So 11.8., Cartoonmuseum Basel,
      www.cartoonmuseum.ch

•  Fumetto – Internationales Comic Festival Luzern:
     Sa 6.4. bis So 14.4. (u. a. mit Werken von Sfar in der
     Kunsthalle Luzern), www.fumetto.ch

 

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