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Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Vitras Home-Collection vor dem Museumsbau von Frank O. Gehry,
© Vitra, Foto: Tobias Madörin

ProgrammZeitung aus dem Septemberheft 2019, S. 27

Eine Hochburg der Ästhetik

Tilo Richter

Das Vitra Design Museum feiert seinen 30. Geburtstag.
Das grösste Geschenk zum Jubiläum macht sich das Vitra gleich selbst, indem es sein Langzeit-Rechercheprojekt zur Geschichte des Möbeldesigns auf mehr als 1000 Buch-seiten publizieren wird. Das selbstbewusst ‹Atlas› genannte Grundlagenwerk präsentiert dabei nicht nur die Höhe-punkte der einmaligen, über 7000 Stücke umfassende Möbelsammlung des Museums, sondern zugleich den aktuellen Stand der Forschung zur Designgeschichte der letzten zwei Jahrhunderte. Nicht weniger als 1740 Objekte von mehr als 500 Gestalterinnen und Gestaltern werden mit knapp 3000 Abbildungen porträtiert und in Fachtexten detailreich beschrieben.

Der inhaltliche Bogen reicht dabei von den Anfängen der Industrialisierung bis zur Digitalisierung. Vorgestellt werden Möbel des 19. Jahrhunderts aus Gusseisen und Bugholz, Entwürfe aus der Zeit des Jugendstils und der Sezession, Design-Ikonen der Moderne von Le Corbusier, Gerrit Rietveld, Marcel Breuer oder Eileen Gray, aber auch Möbel der Nachkriegszeit, der Postmoderne und der Gegenwart, etwa von Charles und Ray Eames, Eero Saarinen, Ettore Sottsass, Philippe Starck, Hella Jongerius, Jasper Morrison oder Konstantin Grcic.

Design trifft auf Architektur.
Den Grundstein für die exzellente Sammlung legte der Museumsgründer und heutige Chairman Emeritus Rolf Fehlbaum. Schon 1977 übernahm er die Leitung der seit 1934 von seinem Vater in Birsfelden geführten Firma. Bis heute ist Vitra ein Familienunternehmen und produziert an acht Standorten weltweit Möbel. Die seit Anfang der 1980er-Jahre aufgebaute Möbelkollektion übertrug Fehlbaum dem 1989 in Weil am Rhein gegründeten Vitra Design Museum. Seitdem erweiterte er sie zusammen mit den Direktoren Alexander von Vegesack (1989 bis 2010) sowie Mateo Kries und Marc Zehntner (seit 2011). Aufgrund der Fülle und Qualität des Materials, das er vorstellt, wird der ‹Atlas des Möbeldesigns› – gestaltet von Kobi Benezri – zu einer unverzichtbaren Quelle für Sammler, Wissenschaftlerinnen und Fachleute werden. 

Das kleine private Museum machte bald nach seiner Gründung im Jahr 1989 mit hochkarätigen Ausstellungen und international beachteten Retrospektiven auf sich aufmerksam. Neben dem zeitgleich eröffneten Design Museum London war es das erste auf Design spezialisierte Museum überhaupt und begründete damit einen neuen Museumstypus. Parallel dazu wuchs auf dem Vitra Campus in Weil Schritt für Schritt ein beeindruckendes Ensemble zeitgenössischer Bauten – auch, weil ein Brand im Jahr 1981 den Grossteil der seit den 1950er-Jahren errichteten Produktionsgebäude auf dem Firmengelände zerstört hatte.

Vielfalt bis zur Unübersichtlichkeit.
So entstanden etwa die Produktionshallen von Nicholas Grimshaw (1981 und 1983), das Hauptgebäude des Museums und die Fabrikationshalle für Vitra von Frank
O. Gehry (1989), der Konferenzpavillon von Tadao Ando (1993), das Feuerwehrhaus von Zaha Hadid (1993), eine Produktionshalle und eine Promenade von Álvaro Siza (1994 und 2014) oder die Produktionshalle von SANAA (2012). Das Basler Büro Herzog & de Meuron, das 2009 bereits das Vitra Haus entworfen hatte, steuerte 2016 auch das jüngste Bauwerk auf dem Campus bei: das Schaudepot. In diesem zeigt das Museum 400 Schlüsselobjekte und schafft damit eine der weltweit grössten Dauerausstel-lungen und Forschungsstätten zum modernen Möbel-design. Daneben gibt es kleinere Bauten, Installationen
und Kunstwerke aus verschiedener Hand, die den Architekturpark ergänzen, weithin sichtbar etwa Carsten Höllers 30 Meter hoher Rutschturm (2014).

Die Heterogenität des Campus folgt dabei einem Grund-ver-ständnis, das Rolf Fehlbaum so formulierte: «Zum Projekt Vitra gehört Vielfalt bis zur Unübersichtlichkeit.
Das hat uns nie gestört. Der Vitra Campus in Weil charak-terisiert uns ebenso wie die Stühle und Büromöbel, die wir herstellen. Das Vitra Design Museum gehört ebenso zum Projekt wie die Klassiker des
20. Jahrhunderts und die Wohn- und Büro-Collagen, die wir in den letzten Jahren entwickelten. Unsere Arbeit beruht auf der Einsicht, dass der Alltag viel Potenzial an Vergnügen, Inspiration und
ästhetischer Befriedigung bereithält, und dass Design dieses Potenzial erschliessen kann.»


• Vitra-Festakt mit Podiumsdiskussion: Fr 6.9., 18 h,
    Zaha Hadid Fire  Station, Vitra Campus, Weil am Rhein

• Ganzjährig: Architekturführungen auf dem Vitra Campus.
    Nächste Ausstellung: ‹Objekte der Begierde›, Surrealismus
    und Design 1924 bis heute: Sa 28.9.2019 bis So 19.1.2020,
    www.design-museum.de

• ‹Atlas des Möbeldesigns›: ab Ende 2019 im Buchhandel, separate  
    Ausgaben in D und E, gb., 1028 S., 3000 Abb., ca. CHF 180

•  Ausserdem: Keramikmarkt Kandern: Sa 21.9., 10–18 h
    und So 22.9., 11–18 h, Blumenplatz, www.keramikforum.info


 


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