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Werbeanzeige für Liisi Beckmanns Karelia-Sessel, 1969,
Zanotta SpA, Italien

ProgrammZeitung aus dem Oktoberheft 2021, S. 21

Vom Sidekick zur Trendsetterin 

Michael Baas

Die Ausstellungshäuser auf dem Vitra Campus in Weil beleuchten die Bedeutung von Frauen im Design.

«Die Rolle von Frauen im Design ist bis heute unterbewertet», sagt der Leiter des Vitra Design Museums, Mateo Kries. Zwar sind inzwischen rund die Hälfte der Designstudierenden Frauen und diese in vielen Facetten der Disziplin federführend. Dennoch haben es nur wenige in deren historischen Kanon geschafft – Ray Eames etwa. Aber gerade diese zeigt auch die Hartnäckigkeit der Klischees, das beharrliche Identifizieren der Frauen als Sidekick eines Mannes. Dabei haben «Frauen entschei-dende Beiträge» zum Design geleistet, weiss Kries. In inhaltlich verknüpften Ausstellungen im Museum und im Schaudepot macht sich sein Haus daher daran, diese Leerstelle auszuleuchten.

Emanzipatorische Anfänge.

Auf der grossen Bühne des Museums präsentiert «Here We Are! Frauen im Design 1900 bis heute», eine von dem Frauentrio  Viviane Stappmanns, Nina Steinmüller und  Susanne Graner kuratierte  Ausstellung, rund 80 Designe-rinnen. Inhaltlich ist diese Präsentation chronologisch geordnet. Ein erster Fokus liegt auf der Entstehungsphase modernen Designs um 1900, eine Zeit, in der Frauen auch begannen, für mehr Mitbestimmung zu kämpfen. Dieses Bemühen um Emanzipation spiegelt sich im Design. Beispiele sind Sozialreformerinnen wie Jane Addams und Louise Brigham, deren Wirken heute als «Social Design» bezeichnet würde. Auch am Bauhaus oder den Werkstätten in Dresden-Hellerau hatten Frauen damals schon wichtige Rollen, professionalisierten sich, wurden aber noch weitgehend auf traditionelle Rollen festgelegt, wie die Ausstellung verdeutlicht.

Die zweite Station beginnt nach dem Ersten Weltkrieg mit der Aufbruchstimmung der 1920er-Jahre  und reicht bis in die restaurativen 50er-Jahre. Sie  zeigt, wie sich weitere Designerinnen unabhängiger positionieren. Ein Beispiel ist Eileen Gray, ein anderes Jeanne Toussaint, die als Kreativ-direktorin das Schmuckhaus Cartier prägte und als Ikone der Luxusindustrie gilt. Andere wie Ray Eames oder Aino Aalto agierten dagegen oft noch im Schatten ihrer Männer, hatten mitunter aber mehr Anteil am gemeinsamen Werk, als bisher bekannt. Das gilt auch für  Charlotte Perriand, deren Input  für die mit Le Corbusier kreierten Möbelentwürfe,  inzwischen völlig neu bewertet wird.

Der dritte Spot  beleuchtet die wachsende Spannung zwischen tradierten Rollenbildern und dem gesellschaft-lichen Aufbruch nach 1950,  der Epoche von Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Dazu kam die Politisierung Ende der 50er-, Anfang der 1960er-Jahre  samt dem neu aufkommenden Feminismus. Beispiele wie die Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit von 1958 zeigen, dass Frauen damals im Design zwar häufig noch mit häuslichem Tun assoziiert wurden, gleichwohl ausserordentliche Werke produzierten. Den rebellischen Geist dieser Zeit spiegeln aber auch die poppigen Marimekko Designs der 70er-Jahre oder die postmodernen Objekte italienischer Designerinnen wie Gae Aulenti, der das Schaudepot  2020/21 schon einen Fokus gewidmet hatte.

Gleichberechtigte Gegenwart.

Ein vierter Spot schliesslich führt in die Gegenwart und zeigt, dass Frauen im Design heute ebenso erfolgreich agieren wie Männer. Manche tragen sogar massgeblich dazu bei, die Disziplin neu zu definieren, sind Trendsette-rinnen wie  die Niederländerin Christien Meindertsma, die auf der kleinen Bühne der Vitra Design Gallery 2018/19 ebenfalls schon präsentiert wurde und die Produktions-prozesse kritisch hinterfragt. So beleuchtet die Ausstellung nicht nur unterbelichtete weibliche Anteile im modernen Design, sondern liefert auch Anstösse für ein Design im
21. Jahrhundert.

Ergänzt wird das im Schaudepot. In diesem Forum der Sammlung wurde zum fünften Geburtstag ein neues Präsentationskonzept implementiert. Nun gibt es jährliche Themenschwerpunkte, die an aktuelle Diskurse anschliess-en und Brücken schlagen zwischen der Sammlung und den grossen Ausstellungen. «Spot On. Designerinnen in der Sammlung», lautet denn auch das erste Thema, das diese mittlere Bühne zum «Labor» (Kries) für die Rolle von Frauen im Möbeldesign macht. 


«Frauen im Design» bis So 6.3.2022, «Designerinnen der Sammlung» bis So 8.5.2022, Mo–So, derzeit 12–17 h, Vitra Campus, Charles Eames-Weg 2, Weil am Rhein, www.design-museum.de


 
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