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Sowie zahlreiche weitere
anonyme Spenderinnen und Spender

 

Die Schriftstellerin Irena Brežná, Foto: Iris Kopcsayova

ProgrammZeitung aus dem Novemberheft 2021, S. 17

Wunden, Narben, Wörter

Verena Stössinger

Die Schriftstellerin Irena Brežná wird mit zwei grossen Preisen geehrt.

Am 1. November bekommt sie den Basler Kulturpreis. Er würdigt Irena Brežnás «literarisches und journalistisches Werk» sowie «ihr Engagement zugunsten der Menschenrechte». Und dieses Schaffen ist eng mit der Region verbunden: Die 1950 in Bratislava geborene Autorin, Journalistin, Dolmetscherin und Psychologin lebt und arbeitet seit 1968 in Basel.

Und kurz darauf, am 18. November, wird ihr in Darmstadt der Hermann-Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums verliehen «für ihren Einsatz für verfolgte und inhaftierte Autoren und Journalisten». Kesten (19001996), galizischer Jude und lebenslanger Emigrant, lebte seit 1977 in Basel; und wie renommiert der nach ihm benannte Preis ist, lässt sich an bisherigen Vergaben an Günter Wallraff, Günter Grass und Anna Politkowskaja sehen. 

Die Preise sind nicht ihre ersten, doch beide hoch verdient. Und zusammen würdigen sie in diesem Herbst Irena Brežnás ganzes kraftvolles, appellatives und eigenständiges Werk. Es besteht aus Reportagen, Essays, Erzählungen und Romanen und schiebt diese Gattungen dabei auf unverkennbare Art in- und übereinander. Ihre klugen, investigativen und emphatischen Texte haben dabei stets zwei Grundlagen. Zum einen ist es die historische und gesellschaftspolitische Kenntnis von «meinem Europa», wozu auch die Schweiz gehört, insbesondere jedoch Mittel Ost-Europa, diese wunde und vernarbte Welt, in der sich nationale, ethnische und sprachliche Identitäten unentwegt reiben und verschieben: Herausragend sind hier die Reportagen-Essay-Bände «Falsche Mythen» (1996), die Tschetschenien-Kriegsreportagen «Die Wölfinnen von Sernowodsk» (1997) und «Die Sammlerin der Seelen» (2003). 

Durch den Körper.
Und zum anderen lebt ihr Werk vom eigenen Erleben: Die «ewige Emigrantin», die 1968 «von den Eltern emigriert» wurde, weiss um Heimatlosigkeit und Fremdheit und will diese Wunde auch offenhalten. In den autobiografisch grundierten Romanen wird das episodisch ausgestaltet: In «Die beste aller Welten» (2008) erzählt sie vom Mädchen zwischen grossen kommunistischen Idealen und zähem familiärem Widerstand, witzig und ausweglos beklemmend, und in «Die undankbare Fremde» (2012, ausgezeichnet mit dem Schweizer Literaturpreis) zeigt sie die junge Frau, die in der (Basler) Fremde ankommt, «sprachlos, sippenlos, geschichtslos». Vertraut ist ihr nur ihr Körper. Über ihn nimmt sie das Neue wahr. Und ebenso ergeht es Irena Brežnás Sprache. Sie muss in allen Texten stets durch ihren Körper. Es ist ein physisch erlebtes Schreiben, und der Körper ist dabei auch immer unverkennbar ein weiblicher, individuell und kollektiv. Es verleiht den Opfern Aufmerksamkeit und Würde und gibt ihnen eine Stimme und ihr Recht (zurück). Das rechtfertigt jeden Preis. 

 

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